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Sonnenmännchen, Regenfrauen
27.10.2015
Die Aktion Wetterpate des Instituts für Meteorologie der FU Berlin geht ins 15. Jahr. Seit dem 16. September werden die Namen für die Hoch- und Tiefdruckgebiet im kommenden Jahr vergeben. 2016 tragen die Tiefdruckgebiete weibliche und die Hochdruckgebiete männliche Vornamen.

© Artur Synenko - Fotolia.com

Zahlreiche Namen sind schon vergeben; eine aktuelle Liste wird im Internet geführt. Ein Hochdruckgebiet „kostet“ 355 Euro, ein Tief gibt es für 236 Euro. Erfahrungsgemäß werden im Jahr etwa 50 bis 60 Hochs und 130 bis 150 Tiefs getauft, jedoch kann man am Anfang eines Jahres nicht absehen, wie viele Druckgebilde genau getauft werden können. Vor 60 Jahren regte die spätere ZDF-Meteorologin Dr. Karla Wege an, den Druckgebilden in Mitteleuropa Vornamen zu geben. Aber erst 1990, als ungewöhnlich viele und starke Stürme über Deutschland hinwegtobten, wurden die Medien durch die Orkantiefs „Vivian“ und „Wiebke“ auf die Praxis der Namensgebung aufmerksam. Seitdem wurde die Verbreitung der von der FU Berlin getauften Druckgebilde allgemeiner Sprachgebrauch. 1998 kam  eine Diskussion über die Vergaberegeln wegen einer möglichen Diskriminierung der Frauen auf. Doch der Streit wurde rasch beigelegt: In Absprache mit dem Deutschen Wetterdienst (DWD) wurde ein jährlich wechselnder Turnus eingeführt, den Hochs und Tiefs abwechselnd weibliche und männliche Vornamen zu geben.

Im November 2002 wurde schließlich die Aktion Wetterpate ins Leben gerufen. Mit Hilfe der Bevölkerung werden seitdem die alphabetischen Listen erstellt und damit gleichzeitig die studentische Wetterbeobachtung an der Wetterstation 10381 (Berlin-Dahlem) unterstützt. Die Namen werden von Wetterdiensten, Zeitungen, Radio und Fernsehen genutzt.

Im Rahmen der Aktion kann jedermann ein Druckgebiet taufen oder verschenken. Die Auswahl des Namens ist natürlich dem Wetterpaten überlassen. Jeder Pate bekommt eine Urkunde mit zugehöriger individueller Lebensgeschichte, Taufkarte vom ersten Tag des Bestehens des Druckgebildes und eine Wetterkarte. Wird ein Druckgebiet nicht direkt „verkauft“, so kann man es später kurzfristig bei eBay ersteigern. (tk)

● Info. www.met.fu-berlin.de

 

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