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Hebebühnen-Ballett für eine Superyacht
05.09.2015
Abeking & Rasmussen investiert 20 Millionen Euro in Erweiterung der Produktionsstätten

Landgewinnung: Für den Bau einer 120-Meter-Superyacht wird bei Abeking & Rasmussen die Produktionshalle zum Werfthafen erweitert. Dafür mussten 6500 Quadratmeter Land gewonnen werden - mehr als ein Fußballfeld. (Foto: Wolfhard Scheer)

Die Werft Abeking & Rasmussen organisiert für den Bau einer 120-Meter-Superyacht ihre kompletten Produktionsabläufe neu. Wenn die Hallenerweiterung zum Werfthafen hin im Oktober abgeschlossen ist, wird das Unternehmen in Lemwerder 20 Millionen Euro investiert haben. Mit eingerechnet ist dabei der Umbau des Werfthafens, in dem auch der Weser-Yacht-Club beheimatet ist.

Hebebühnen-Ballett in 35 Metern Höhe. Der riesige Autokran hievt einen mächtigen Kranbalken bis in 35 Meter Höhe. 25 Tonnen wird dieser Kran einmal transportieren können. Und es gibt zwei von seiner Sorte. Monteure setzen das schwebende Stahlteil auf seine Schienen vor blauem Himmel. Vor der Halle saugt sich ein Spezialkrankopf an die Fassadenplatten, die die Rückseite der Halle Stück für Stück abschließen. A & R-Finanzvorstand Erich Bischoff schaut sich mit seinem Baustellenleiter Thomas Behrmann an, wie an den Fundamenten der Schienen geschweißt wird. Bischoff: „Wir mussten den Untergrund für Lasten von 50 Tonnen auf den Meter ertüchtigen. Dies 120-Meter-Schiff ist zweieinhalb Mal so schwer wie die Schiffe, die wir sonst bauen.“ 3000 Kubikmeter Beton sind so schon verbaut worden.

Und dann ist da noch die Spundwand und ein Problem, dass Behrmann mit seinem Chef kurz bereden möchte: „Das Regenwasser kann noch nirgendwohin, bis der Kanal fertig ist. Wir haben hier erst einmal ein Loch an der Spundwand gegraben, wohin es abfließen kann.“ Vom Gewitter am Morgen ist die Grube zu einem Drittel gefüllt. Man erkennt gut den Schwemmsand am Grubenrand. Erich Bischoff: „Wo wir jetzt stehen, war vorher Wasser. Wir mussten hier richtig 6500 Quadratmeter Land gewinnen, um die Halle bauen zu können. Mehr als ein Fußballfeld.“

Auch den Hafen werden sie sich noch vornehmen und die abschüssigen Ufer durch Spundwände ersetzen. Dann erst kann man das Becken auf eine Solltiefe von vier Metern unter Normal Null ausbaggern. Erich Bischoff: „Wir brauchen den Platz zum Manövrieren mit dem Riesenponton, auf den das fertige Schiff dann geschoben wird.“ Als Ponton-Ladung geht die Megayacht dann in den Neustädter Hafen, der Ponton wird im Wasser abgesenkt und das Schiff schwimmt.

Bischoff: „Aber das ist keine Aktion, die alle paar Wochen vorkommt, sondern eben nur alle zwei Jahre, wenn so ein großes Schiff aus der Halle heraus muss.“ Im Gegenzug für den Umzug mit den Stegen ein paar Meter weiter wird auch der Yachthafen vom Weser-Yacht-Club ein modernes Gesicht bekommen, verspricht der Finanzvorstand der Werft. (Volker Kölling)

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