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Startnummer 50 schon vergeben
21.04.2018
Organisatoren der 50. Rotesand Regatta streben 50 Meldungen zum Jubiläum an – Rotesand Senior Cup will erste Generation der Traditionsregatta mobilisieren – Bernie Beilken übernimmt Schirmherrschaft, Bernhard Buchwald die Regattaleitung

Mann der ersten Stunde: Helmut Koch, der vor 50 Jahren schon die erste Rotesand Regatta gesegelt ist und maßgeblich an ihrem Zustandekommen beteiligt war, macht mit beim Rotesand Senior-Cup.“ Für ihn ist die Startnummer 50 reserviert. (Foto: privat)

Runde Geburtstage erfordern im besten Fall auch runde Meldezahlen. Und so hat sich das neue Team hinter der Rotesand Regatta des Weser Yacht Clubs (WYC) in Bremerhaven ein Teilnehmerfeld von fünfzig Yachten zum 50. Rennen zum Ziel gesetzt. Gesegelt wird am Sonnabend, 5. Mai. Wie anno dazumal geht es mit seegehenden Yachten rund um das Weserleuchtfeuer – ganz neu auch mit einem Rotesand Senior Cup.

Anderthalb Monate vor dem Startschuss geht bei Regattasprecher André Freibote die erste Supermeldung ein: „Helmut Koch, der vor 50 Jahren schon die erste Rotesand Regatta gesegelt ist und maßgeblich an ihrem Zustandekommen beteiligt war, macht mit beim Rotesand Senior-Cup.“ Schon Kochs damaliger Stahllangkieler hieß „Tucana“. Freibote weiß aber, dass Helmut Koch Anfang der 70er Jahre auch noch mit einem von ihm selbst gezeichneten und gebauten Stahlkurzkieler auf den Regattabahnen für Furore sorgte. Heute ist Koch über 80 und will es noch einmal wissen: „Wir haben für ihn jetzt mal die Startnummer 50 reserviert.“ Und der vielleicht renommierteste Wesersegler bis in die heutige Zeit wird in Bremerhaven auch mit dabei sein: Horst Berend „Bernie“ Beilken hat die Schirmherrschaft über die Regatta übernommen.

Das Projektteam hofft nun natürlich auf weitere Meldungen aus der ersten Generation der Rotesand-Segler. Die Bedingungen für die Teilnahme am Rotesand Senior Cup (RSC) sind denkbar einfach: Der Steuermann muss über 65 Jahre alt sein. Freibote: „Der kann also theoretisch mit jungen Hüpfern auf topmodernem Material segeln. Aber tatsächlich rechnen wir eher damit, dass einige Revier-Segler der ersten Stunde mit Schiffen ohne Membransegel hier noch einmal zeigen, was sie können.“

WYC-Regattasprecher André Freibote, Jungunternehmer mit der Firma Segelpartner Nordsee, wird selbst mit seiner Bénéteau 473 „Polaris“ an den Start gehen. Mit deren Chartercrew will er einen Tag vor dem Rennen noch auf der Außenweser trainieren: „Das ist hier natürlich einfach nur cool: Du segelst praktisch vor deiner Haustür, wo du jede Tonne beim Vornamen kennst, startest vor der Strandhalle und kommst da auch gefeiert wieder an.“ Außerdem habe der Weser Yacht Club zur Jubiläumsveranstaltung einmalig eine Ausnahmeregelung erwirken können: Nach den Starts am Sonnabend ab etwa sieben Uhr darf ausnahmsweise einmal wieder wie früher vor dem Containerteminal gekreuzt werden. Freibote: „Das muss die Revierzentrale an dem Tag noch einmal absegnen. Aber wenn da nicht drei Containerriesen mit viel Tiefgang gleichzeitig ankommen, wird das gehen.“

Gestartet wird praktisch in drei Gruppen: Zuerst geht das Hauptfeld der 50. Rotesand Regatta (RSR) mit den schnelleren Booten auf die Bahn, dann kommt die Gruppe der Rotesand Family Cruiser (RFCC) und schließlich die Schiffe des Rotesand Senior Cups (RFCC). In den beiden letztgenannten Wettfahrten können Schiffe sich auch entscheiden, ihre Spinnacker abzumelden und sich das entsprechend in Zeit vergüten zu lassen. Freibote weiß aus der Planung des Wettfahrtleiters Dr. Bernhard Buchwald, dass das Hauptfeld auf dem Roten Grund um die Türme noch einige Tonnen teilweise in Ups and Downs zu runden hat, bevor es wieder retour nach Bremerhaven geht: „Das hat zum Ziel, dass die langsameren Boote wieder aufschließen können und man am Ende mit möglichst vielen Schiffen fast gleichzeitig vor der Strandhalle ankommt.“ 

Was die Crews auf der Bahn genau erwartet, lässt sich natürlich nie sagen. Mehr Infos werden aber sicherlich bei der Steuerleutebesprechung am Freitag, 4. Mai, um 20 Uhr beim WYC vorliegen. Segeltrainer André Freibote spielt auf Wunsch trotzdem schon einmal den Seher: „Wir haben auf der Weser um diese Jahreszeit meist mit vorherrschenden Winden um Nordwest zu rechnen. Das bedeutet in der Regel eine harte Kreuz raus zu den Türmen und dann eine echte Rauschefahrt zurück.“

Und dieser Rausch dürfte sich dann auch nach der Durchfahrt der heimatliche Doppelschleuse im Fischereihafen fortsetzen. Es gibt schließlich etwas zu gewinnen: Neben Sachpreisen wie einem Minox-Fernglas schlicht auch Punkte in der nationalen Rangliste der Seeregatten und der zur Bremer Landesmeisterschaft im ORC Seesegeln. Freibote, der sich selbst eher als Fahrtensegler mit einem Spätstart in der Wettsegelszene sieht, rät anderen Seglern dazu, sich auch einmal mit dem Regattavirus infizieren zu lassen: „Ich bin selbst erst seit vier Jahren beim WYC, habe aber selbst hier schon andere angesteckt mit meinen Teilnahmen beim Silverrudder rund Fünen.“

Als der „Xenia“-Eigner Dr. Bernhard Buchwald vor einem Jahr die Wettfahrtleitung der Rotesand Regatta übernommen hat, war das aus Freibotes Sicht genau das richtige Signal zur Belebung der Traditionsregatta: „Bernhard Buchwald hat eine unheimliche Aura, die Leute zusammenbringt. Und er strahlt eine absolute Kompetenz in Fragen des Seesegelns aus, auch durch all die nationalen und internationalen Erfolge mit seiner „Xenia“.“ Dem entsprechend ist sich das Projektteam fast sicher, dass am Sonnabend  Abend die Crews von mehr als 50 Yachten im ausgeräumten Bootshaus des WYC das Grillbüfett und das Freibier genießen werden. Das Invest pro Schiff für diesen Spaß beträgt: nur vierzig Euro Startgeld.

Weitere Informationen und die Möglichkeit zur Anmeldung gibt es im Internet unter www.weser-yacht-club.de, ein Meldebogen ist auch in dieser Ausgabe des Sportschipper zu finden, und „Polaris“-Kojen zur Regatta mit einem Trainingstag gibt es bei André Freibote unter www.segelpartner-nordsee.de.

 

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