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Sportschipper-Serie Nordlichter
03.10.2017
Der Leuchtturm als verlässlicher Freund der Seeleute ist heute ein nostalgisches Klischee. Dennoch wird er auch weiterhin als unverzichtbarer Orientierungspunkt benötigt, ja es entstehen auch noch neue Leuchtfeuer, so 2012 an der Jade und an der Elbe. Gleichwohl prägen Leuchttürme als markante, architektonisch unvergleichlich schöne Bauwerke das Bild unserer Küste. Jeder Turm ist für sich gesehen einmalig, von der Stellung, der Bedeutung und Farbgebung. Der „Sportschipper“ stellt in lockerer Reihenfolge die schönsten Leuchttürme an Nord- und Ostsee vor. In dieser Ausgabe: der Leuchtturm Flügge auf Fehmarn.

Der Leuchtturm Flügge besticht nach der Entfernung der Zementfaserplatten durch sein schönes Backsteinmauerwerk. (Fotos: Theo Kruse)

Alter Turm in neuem Glanz

Leuchtturm Flügge auf Fehmarn: Jahrzehntelang war das Mauerwerk unter Zementfaserplatten verborgen

 An der Südwestspitze der Insel Fehmarn steht der 38 Meter hohe Leuchtturm Flügge. Er wurde 1915/16 erbaut, ging 1916 in Betrieb und beherrscht bis heute die Flügger Bucht mit ihren zwei Jachthäfen in Orth und Lemkenhafen.

 Mitte des 19. Jahrhunderts stand im Bereich des heutigen Leuchtturms ein Hagedorngehölz mit dem Namen „Flügger Holz“. Dieses diente den Seefahrern als Landmarke zur Umschiffung der Untiefen „Flügger Sand“ und „Breiter Barg“. Als die Baumgruppe abgestorben war, genehmigte das Preußische Ministerium für  Handel und Verkehr den Bau eines Leuchtturms.

Im Jahre 1872 wurde der erste Flügger Leuchtturm fertig gestellt und nahm seinen Betrieb auf. Es war ein weißer, achteckiger Backsteinturm mit einer Gesamthöhe von 16 Metern. In der Kuppel befand sich eine Argand-Lampe, die zuerst mit Rapsöl, später dann mit Petroleum befeuert wurde.

Der jetzige Leuchtturm mit einer Höhe von 37,50 Metern ersetzte den Vorgängerturm und wurde vor gut 100 Jahren das erste Mal gezündet. Er ist ein massiver Backsteinbau, der in den ersten Jahren einen ockergelben Ölfarbanstrich trug. Wegen Schäden am Mauerwerk wurde der Turm in den Jahren 1976 bis 1977 mit roten und weißen Zementplatten verkleidet.

2011 war eine erneute Sanierung notwendig. Die rot-weißen Platten wurden entfernt und das äußere Mauerwerk witterungsbeständig erneuert. Seither besticht der Leuchtturm Flügge durch sein schönes Backsteinmauerwerk.

Im Laternengeschoß befindet sich eine Gürtellinse mit 400 mm Brennweite.  Der Leuchtturm Flügge dient der Schifffahrt als Orientierungsfeuer. Außerdem bezeichnet er als Oberfeuer in Verbindung mit dem Unterfeuer Strukkamphuk das enge Fahrwasser des östlichen Fehmarnsund. Das weiße Licht des Orientierungsfeuers hat eine Tragweite von 17 Meilen, das des Oberfeuers eine Tragweite von 25 Meilen. Der Leuchtturm wird von der Verkehrszentrale Travemünde fernüberwacht.

Seit dem Jahre 2001 ist der unter Denkmalschutz stehende Turm für Besichtigungen und standesamtliche Trauungen öffentlich  zugänglich. Pro Jahr besteigen rund  25.000 Besucher den Turm. Auf der Leuchtturm-Serie der deutschen Post erschien der Leuchtturm Flügge im Jahre 2013 als 45-Cent-Marke.

● Position:

54 Grad 26′ 27.35″ N

11 Grad 01′ 3.6″ E

 

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