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„Klar Schiff“ wirft Anker in Bremerhaven
13.07.2017
Nachfolgeveranstaltung der „Boatfit“ öffnet ihre Tore vom 16. bis 18. Februar in der Stadthalle

Drei machen „Klar Schiff“ (v.l.): Bremerhavens Stadthallenchef Ralf Türk, Rolf Noll vom Initiativkreis der „Klar Schiff“ und Messe-Projektleiterin Cindy Scharnhorst. (Foto: Kölling)

Das Land Bremen behält seine Wassersportmesse im Frühjahr. Nach dem Verkauf der „Boatfit“ an die „hanseboot“ der Hamburger Messegesellschaft hatte es im März praktisch zur Überbrückung bis zur endgültigen Wahl eines neuen Standortes einen gut besuchten Nautischen Flohmarkt in Vegesack gegeben. Nun steht die Dauerlösung fest: Die Stadthalle Bremerhaven wird vom 16. bis 18. Februar des Jahres 2018 zum ersten Mal neuer Veranstaltungsort der „Klar Schiff“.

„Fakt ist, dass wir mit der perfekten Lage unserer Halle mitten im Wassersportrevier prädestiniert sind, diese Idee an einem gewachsenen Standort anzupacken.“ Bremerhavens Stadthallenchef Ralf Türk freut sich über die Zusammenarbeit mit dem Initiativkreis der „Klar Schiff“. Demnach soll es wie die ehemalige Bremer „Boatfit“ eine Messe mit dem Focus auf Besitzer von Booten werden – und der Frühjahrstreffpunkt für die Wassersportszene im Nordwesten Deutschlands.  Rolf Noll vom Initiativkreis der „Klar Schiff“: „Was gut war an der ‚Boatfit‘, wollen wir hier verstärkt bringen: Ein breites Programm mit Seminaren und Vorträgen neben den Messeständen und – ganz  wichtig: Auch wieder einen nautischen Flohmarkt am 18. Februar, dem Sonntag.“

Hallenchef Ralf Türk kann sich sogar vorstellen, für die „Klar Schiff“ auch noch Räume der mit der Halle verbundenen Eisarena mit einzubeziehen: „Den Platz haben wir. Wir schauen hier auch grundsätzlich nicht auf die alte ‚Boatfit‘ oder Richtung ‚hanseboot‘. Wir werden hier sicher in den nächsten Jahren eine Veranstaltung mit einem ganz eigenen Charakter und einer eigenen Ausstrahlung entwickeln.“ Messe-Projektleiterin Cindy Scharnhorst will noch vor Sommerbeginn voll in die Anwerbung von Ausstellern einsteigen. Dabei wird ihr ein Ausstellerbeirat ehemaliger „Boatfit“-Aussteller rund um die Woltmershauser Geschäftsfrau und Teakholzspezialistin Martina Georgus zur Seite stehen. Klar ist auch, dass Klaus Schlösser von „bootsausbildung.com“ bei der Auswahl der richtigen Referenten und der Seminarthemen mitarbeiten wird.

Rolf Noll: „An diesem Standort praktisch am Eingang zum Nationalpark Wattenmeer ist es geradezu zwingend, in den Vorträgen das Watt zu einem zentralen Schwerpunkt zu machen – vom Naturschutz über die Befahrensregeln bis hin zum richtigen Navigieren mit der Tide.“ Letztlich gehe es darum, Menschen an diesem Ort für die Wattfahrt zu begeistern, so der Eigner eines historischen Plattbodenschiffs. Noll: „Man kann langfristig nur das Verständnis der Menschen für das Naturgut Wattenmeer erzeugen, wenn man es ihnen näherbringt – und das auf eine natürliche Art über die Wattenwege.“ Auch Ralf Türk ist sich sicher, dass dieser Schwerpunkt bei der „Klar Schiff“ Publikum ziehen wird: „Wir alle haben doch die Bilder von vermüllten Inseln und Walen mit Bäuchen voller Plastik im Kopf. Das ist doch im Moment ein Riesenthema.“

Die Zahl der „Boatfit“-Foren wird die „Klar Schiff“ im ersten Aufschlag wohl noch nicht erreichen. Die Rede ist von zwei oder drei Bühnen. Insgesamt stehen in der Stadthalle Bremerhaven aber satte 4000 Quadratmeter Ausstellungsfläche zur Verfügung. Neben der Halle gibt es Platz im gesamten Rundlauf über den Tribünen und im großen Foyer der Stadthalle. Angesicht einer lichten Durchfahrthöhe durch das Haupttor der Halle von nur 2,47 Metern darf man auf der „Klar Schiff“ in der Halle keine riesigen Bootsexponate erwarten. Türk: „Kommen Anfragen von Ausstellern mit größeren Booten, können wir die aber sicherlich als Eyecatcher vor dem Eingang prima präsentieren.“

Ihre Prognosen für die Besucherzahlen aus der ersten Kalkulation mochte das Team der neuen Messemacher nicht veröffentlichen. Die für die letzte „Boatfit“ gemeldete Zahl von 12 000 Besuchern wird jedenfalls nicht eins zu eins übernommen. Rold Noll: „Dazu muss man wissen, dass die Bremer massenweise Freikarten verschenkt haben.“ In Bremerhaven wird man allerdings an die moderaten Eintrittspreise der Bremer Veranstaltung anknüpfen: Neun Euro soll der normale Eintritt kosten, für sieben Euro gibt es ermäßigte Karten.

Erste Logo-Entwürfe für die „Klar Schiff“ sind auch schon fertig. Der Marketingetat steht. Eine ausreichende Bewerbung der Messe hatten Rolf Noll und dem Initiativkreis lange Sorgen gemacht. Daran und am Fehlen eines professionellen Messemachers scheiterten Pläne, die „Klar Schiff“ etwa im BLG-Forum in der Bremer Überseestadt stattfinden zu lassen. Ralf Türk freut sich sichtlich, dass die Bremer in diesem Fall auf die Stadthalle zugekommen sind: „Wir sind richtig glücklich, dass wir das als Veranstaltungshaus entwickeln können.“ In Sachen Werbung müsse sich niemand Sorgen machen. Türk: „Wir verfügen natürlich über ganz andere Möglichkeiten, die ‚Klar Schiff‘ bekannt zu machen.“ Ob irgendwann auch noch Bootspräsentationen und Veranstaltungsteile in Bremerhavens Neuem Hafen in den Havenwelten denkbar sind? Die Runde hat bereits über solche Dinge gesprochen, kommt heraus. Rolf Noll ist auch Mitglied der Schiffergilde, einem Verein für Traditionsschiffe in Bremerhaven.  Ralf Türk: „Aber das ist noch Zukunftsmusik. Wir werfen hier erst einmal den Anker für die ‚Klar Schiff‘ und schauen uns nachher in aller Ruhe an, wie wir sie in den kommenden Jahren weiter entwickeln.“ (Volker Kölling)

 

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