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Grandioser Ausblick bis Dänemark
24.02.2018
Der Leuchtturm als verlässlicher Freund der Seeleute ist heute ein nostalgisches Klischee. Dennoch wird er auch weiterhin als unverzichtbarer Orientierungspunkt benötigt, ja es entstehen auch noch neue Leuchtfeuer, so 2012 an der Jade und an der Elbe. Gleichwohl prägen Leuchttürme als markante, architektonisch unvergleichlich schöne Bauwerke das Bild unserer Küste. Jeder Turm ist für sich gesehen einmalig, von der Stellung, der Bedeutung und Farbgebung. Der „Sportschipper“ stellt in lockerer Reihenfolge die schönsten Leuchttürme an Nord- und Ostsee vor. In dieser Ausgabe: das Leuchtfeuer Dornbusch auf Hiddensee.

Wahrzeichen und Wegweiser zugleich: das Leuchtfeuer Dornbusch auf Hiddensee. (Foto: Theo Kruse)

Leuchtfeuer Dornbusch auf Hiddensee wird 130 Jahre alt

Der Leuchtturm auf dem Dornbusch kann in diesem Jahr einen runden Geburtstag feiern: 130 Jahre wird das Wahrzeichen der Insel Hiddensee alt. Das Licht des Leuchtfeuers Dornbusch – so die offizielle Bezeichnung – schickt in rund 100 Metern Höhe fast 25 Meilen hinaus auf die Ostsee und ist wichtige Orientierungshilfe für die Schifffahrt im Revier um Rügen und Hiddensee.

Der 28 Meter hohe Turm ist im Original ein runder Ziegelbau, der später ein Korsett aus Stahlbeton erhielt. Er steht auf dem rund 70 Meter hohen Bakenberg, was ihm zu einer imposanten Feuerhöhe von 95 Metern über dem Meeresspiegel verhilft.

Der Turm kann seit 1994 bestiegen werden. Damit es dort oben nicht zu eng wird, dürfen aber nur 15 Besuchern gleichzeitig den berauschenden Blick über Insel und Meer genießen. Ab 6 Beaufort bleibt der Turm aus Sicherheitsgründen geschlossen. Aber auch ohne das Erlebnis der Turmbesteigung ist die Wanderung durch das Hochland von Kloster hinauf zum Leuchtturm ein schöner Landausflug. Die Aussicht über die Ostsee ist vom Bakenberg aus grandios. Bei guter Sicht kann man in der Ferne die weißen Klippen von Möns Klint in Dänemark erkennen. Als Belohnung für den Aufstieg kann man sich auf ein kühles Bier in der Gaststätte „Zum Klausner“ freuen.

Der Leuchtturm Dornbusch wurde in den Jahren 1887/1888 als Ziegelbau errichtet. 40 Jahre später wurde er umgebaut und mit einem Stahlbetonmantel versehen. Das Bauwerk ist 27,5 Meter hoch; die Aussichtsgalerie befindet sich in 20 Metern Höhe. Das Sektorenfeuer ist im weißen Bereich 24,9 Seemeilen und im roten 21,3 Seemeilen sichtbar. Die Kennung ist 2,4 Sekunden hell, 7,6 Sekunden dunkel. Auf dem seit der Wende weiß gestrichenen Turm befindet sich das eiserne Laternenhaus mit einem halbkugelförmigen roten Kuppeldach. Das Leuchtfeuer kennzeichnet die gefährliche Nordspitze der Insel Hiddensee, die wie ein Keil in die Ostsee ragt und weist den Schiffen den Weg nach Stralsund. Im Jahre 2009 zierte der Leuchtturm Dornbusch eine 55-Cent-Marke der Deutschen Post.

Schon im Jahre 1306 errichtete die Hansestadt Stralsund das erste Leuchtfeuer auf Hiddensee, dessen Unterhaltung und Wartung der Abt des dortigen Klosters St. Nicolai übernahm. In der Urkunde steht, dass das Feuer regelrecht brennen sollte von „Mariä Geburt bis Walpurgis“, das ist vom 8. September bis 1. Mai. Das Feuer ist wahrscheinlich im Dreißigjährigen Krieg erloschen.          

● Position:

54 Grad 35′ 57″ N

13 Grad 7′ 10″ E

 

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