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Geburtstag im Doppelpack
01.05.2017
Wassersportverein Hooksiel und Segelkameradschaft Horumersiel feierten gemeinsam ihr 50-jähriges Bestehen – Spannender Gastvortrag von Weltumsegler Sönke Roever

Die Segelkameradschaft Horumersiel und der Wassersportverein Hooksiel feierten ihr 50-jähriges Bestehen gemeinsam. Den Festvortrag hielt der bekannte Weltumsegler Sönke Roever (l.), hier mit den beiden Vereinsvorsitzenden Jan Gerdes (SKHS) und Dörte Salverius (WSV Hooksiel). (Foto: Th. Kruse)

Kurz hintereinander gründeten sich 1967 im Wangerland zwei Wassersportvereine: am 19. Februar der Wassersportverein (WSV) Hooksiel und am 4. März die Segelkameradschaft (SKHS) Horumersiel. Beide Vereine entwickelten sich recht unterschiedlich, doch zum 50. Jubiläum standen die Gemeinsamkeiten im Vordergrund: das gemeinsame Segeln auf der Jade im Rahmen der Horum-Regatta der SKHS oder beim Mittwochssegeln „HookSail“ des WSV.

Im „Haus des Gastes“ in Horumersiel wurden die runden Vereinsgeburtstage dann auch zusammen gefeiert. Dazu hatten  beide  Vereine alle Freunde des  Segelsports aus der Region  eingeladen. Mehr als 400 Gäste füllten am Ende den Kursaal bis auf den letzten Platz. Zugpferd war ein Vortrag des bekannten Weltumseglers und Autors Sönke Roever mit dem Titel „1200 Tage Samstag“.

Von 2007 bis 2010 segelten Sönke und Judith Roever an Bord der zehn Meter langen Jacht „Hippopotamus“ um die Welt. Als sie im November 2010 wieder im Heimathafen Hamburg festmachten, lagen 35 000 Seemeilen hinter ihnen. Dreieinhalb Jahre, exakt 1200 Tage, war das Ehepaar unterwegs. „Es waren unsere schönsten Jahre. Die damit verbundenen Erinnerungen kann uns niemand nehmen“, sagte Sönke Roever am Ende seines gut zweistündigen Vortrags.

In einer Multivisionsshow nahm der Hamburger seine Zuhörer mit auf seine Reise um die Welt, gewährte ihnen Einblicke in das Bordleben  und führte sie dabei auch an Plätze, die nur mit einem Boot zu erreichen sind. Anhand wunderschöner Fotos und kleiner Filme, projiziert  auf eine große Leinwand, erlebte das Publikum die Höhen und Tiefen einer solchen Unternehmung mit. Wobei Momente, in denen sich das Paar unterwegs fragte: „Was machen wir hier eigentlich?“ laut Roever höchstens fünf Prozent  ausgemacht haben. Zu den negativen Erlebnissen gehörte  die Kenterung der „Hippopotamus“, als sie in einen nur bei wenig Wind und Welle ansteuerbaren Hafen in Südafrika einlaufen wollte. Eine unvorhergesehene Riesenwelle ließ die Jacht umschlagen. Glücklicherweise kamen Crew und Schiff dabei nicht zu Schaden, „sieht man einmal von 600 Litern Wasser im Boot ab“, so Roever.

Der schönste Ort waren für ihn die Kokosinseln, wo das Wasser in einem unbeschreiblichen Türkis leuchtet. Den stärksten Wind (acht Beaufort) und die höchste Welle (sechs Meter) erlebten die Segler vor La Réunion. Eine Vulkaneruption vom Rand eines Kraters (Vanuatu, Südsee) zu erleben, war für die beiden das beeindruckendste Naturschauspiel. Süchtig und glücklich habe in den dreieinhalb Jahren das Gefühl grenzenloser Freiheit  gemacht und frei von Sorgen. „Nur eine Frage ist wichtig: Ist mein Schiff in Ordnung? Sonst geht es um nichts“, sagte der Hamburger, der seinem Publikum Unterhaltung auf hohem Niveau bot. Er weiß packend und humorvoll zu erzählen, liest zwischendurch kleine Passagen aus seinem Buch, oder er lässt seine Zuschauer einfach nur mit passender Musik unterlegten Bilderstrecken von traumhaften Südseeinseln träumen – und er weiß, die Spannung bis zum Schluss zu halten.

Den gelungenen Abend hatte der Horumersieler Shantychor „Likedeeler“ musikalisch eröffnet. Begrüßt wurden die Gäste von den beiden Vereinsvorsitzenden Dörte Salverius (WSV) und Jan Gerdes (SKHS), die nach dem Vortrag  noch zu einem geselligen Beisammensein ins Foyer einluden, wo Gitarrist und Sänger  Thomas Kümper die Gäste unterhielt. (tk)

 

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