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Ein starkes Team
05.05.2018
Doppelte Auszeichnung der DSV-Kreuzer-Abteilung für den Törn „Britain Round“ von Rainer Wäsch und Gert Behrje

Happy birthday: Auf dem Törn „Britain Round“ gab es an Bord der „Swantje“ auch Grund zu feiern. Skipper Rainer Wäsch stößt mit Mitsegler Gert Behrje (r.) auf dessen Geburtstag an. (Fotos: privat)

Gleich zwei Preise konnten Rainer Wäsch und Gert Behrje (beide Wassersportverein Wulsdorf in Bremerhaven) auf der feierlichen Preisverleihung für den Fahrtenwettbewerb 2017 der DSV-Kreuzer-Abteilung in Hamburg entgegennehmen: Für ihren Törn „Britain Round“ mit der „Swantje“ erhielten sie in der Kategorie See eine Gold-Medaille und den Arthur-Doerwaldt-Gedächtnis-Preis für die Bestleistung mit einem Boot kleiner zehn Meter.

Das wegen Tide und Wetter anspruchsvolle Revier rund um Großbritannien bot für die Crew und das Schiff eine fantastische, aber auch anstrengende Reise. Die „Swantje“ ist eine nur 8,70 m große Segelyacht vom Typ EMKA HT 29. Dieses Boot hatte sich bereits hervorragend auf Fahrten in die Fjordwelt Norwegens, zu den Lofoten, in den hintersten Winkel der Ostsee entlang der finnischen Küste nach Haparanda sowie zur Isle of Wight in Südengland bewährt. Skipper Rainer Wäsch hatte daher auch keine Bedenken, mit der „Swantje“ den Törn „Britain Round“ zu starten, zumal er mit Gert Behrje einen verlässlichen Mitsegler gewinnen konnte. Behrje, im Revier sicherlich kein Unbekannter, ist seit seiner Jugend Mitglied im WVW und darüber hinaus im Segelclub Helgoland und hat mit seiner selbstgebauten „Manta“ auf Regatten zahlreiche Preise eingeheimst.

Auf der Reise „Britain Round“ legte das Team eine Gesamtstrecke von 2150 sm zurück, wobei an den 39 Fahrtagen im Schnitt zehn Stunden gefahren und dabei 55sm zurückgelegt wurden. Alle gesteckten Zwischenziele wurden erreicht, und 36 teilweise durch das wechselhafte Wetter bedingte Hafentage sorgten bei einer Gesamtreisedauer von 75 Tagen dafür, dass es auch an Land einiges zu erleben gab. Die Route führte von Bremerhaven über Helgoland zunächst nonstopp nach Texel. Dann wurde der Engliche Kanal gequert, und es ging weiter nach Lowestoft und unter Nutzung einiger kleinerer Häfen die englische Ostküste hinauf nach Peterhead und schließlich nach Inverness, zum Eingang des Kaledonischen Kanals. 29 Schleusen später ging es auf der Westseite Schottlands über Oban wieder hinaus aufs offene Meer. Die Insel Islay begeisterte auf Anhieb. Hier ein Auszug aus dem Reisebericht:

„Eine fast kreisförmige Bucht, gesäumt von Strandabschnitten und niedlichen Häuschen. Gute Schwimmsteganlage mit jeder Menge freier Plätze. Wir finden schnell den Kaufmann, erstehen eine Flasche Malt-Whisky und bereiten uns einen schönen Abend. Islay (man spricht Ei-lah) ist die südlichste Insel der Inneren Hebriden und die fünftgrößte in Schottland, hat aber nur ca. 4.000 Einwohner. Sieben etablierte und bekannte Whisky-Brennereien und zwei neue gibt es – und wohl kaum einen Ort sonst, wo auf derart kleiner Fläche so viele Destillerien konzentriert sind. Vom nordirischen Hafen Glenarm aus wurde Belfast besucht, und nach einem Abstecher zur überaus reizvollen Isle of Man – wo Halbzeit der Reise war – wurde vom Hafen Howth aus die irische Hauptstadt Dublin besucht, wo nicht nur die Guinness-Brauerei faszinierte. Über Wales (Milford Haven) ging es in zwei langen Schlägen zu den Scilly Islands, hier von gutem Wetter begleitet – sicherlich ein Höhepunkt der Reise. Auf einer Bootstour konnten neben St. Marys drei weitere Inseln und auch der bekannte Tresco Garden besucht werden. Instabile Wetterlagen führten an der Küste von Südengland immer wieder zu Zwangspausen. Unvergessen bleibt aber die Passage der Needles an der Westspitze der Isle of Wight unter Gennaker. In Portsmouth mussten sieben Tage abgewettert werden, bevor das exponierte Fahrwasser Selsey Bill gerundet werden konnte. Vor diesem Hintergrund entschloss sich die Crew, ab Dünkirchen direkt bis Bremerhaven (320 sm) durchzusegeln – Angst vor Hafenkoller. Eine Triebfeder war auch, dass Skipper Rainer die Einschulung seiner Enkelin Luna erleben wollte. Die Reise Round Britain bot fantastische, unvergessliche Eindrücke.“

Gert Behrje und Rainer Wäsch empfehlen allen, die Zeit, Crew und das Boot dafür haben und sich mit Wetter und Tide arrangieren wollen, loszufahren. Weitere Details zu der Reise und einen Youtube-Clip mit den Highlights gibt es auf der Homepage von Rainer Wäsch unter www.sailing-rainer.eu

 

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