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Ein Leben für den Wassersport
30.04.2018
Diedrich Webner ist seit 75 Jahren Mitglied im Segelverein Bremen

Der Chronist und der Jubilar: SVB-Schriftführer Remmer Steffens (r.) sichtet gemeinsam mit Diedrich Webner alte Fotos. (Foto: privat)

Ein äußerst seltenes Jubiläum: Bereits seit 75 Jahren ist Diedrich Webner Mitglied im Segelverein Bremen. Aus diesem Anlass wurde dem Ehrenmitglied des Vereins jetzt im Rahmen der diesjährigen Jahreshauptversammlung die Goldene Vereinsnadel verliehen.

75 Jahre – eine äußerst respektable Zeitspanne: Vor einem Dreiviertel Jahrhundert war ein Großteil der heutigen aktiven Vereunsmitglieder noch nicht einmal geboren. Entsprechend groß war das Interesse der Anwesenden an Webners Erzählungen. Noch während der Jahressitzung wurde ein Termin zur Aufarbeitung seiner Geschichte im SVB vereinbart.

Der 90-jährige ehemalige Bezirksschornsteinfegermeister, der mit seiner Frau Ruth, mit der er seit 63 Jahren glücklich verheiratet ist, in einem Einfamilienhaus in Bremen Süd-Ost lebt, trat am 1. März 1942 in den SV Bremen ein. Doch warum entscheidet man sich in Kriegstagen für das Hobby Wassersport? Die Antwort ist einfach: Turn- und Sportvereine standen zu der Zeit nach Webners Geschmack zu sehr unter dem Einfluss der NSDAP. Der Wassersport hingegen versprach in seinen Augen ähnliche Freiheiten wie der von ihm zuvor ausgeübte Segelflugsport. „Fliegen war zu der Zeit jedoch leider nur noch den Militärs erlaubt“, so der Jubilar. Doch auch der Wassersport wurde durch die Luftangriffe zunehmend eingeschränkt.

Nach den Kriegsjahren und kurzer Kriegsgefangenschaft widmete sich Webner dann in zunehmendem Maße seinem Hobby. Nachdem er Erfahrungen in verschiedenen Segelboottypen gesammelt hatte, entschloss er sich, selbst einen Stahlsegler zu bauen. Die Kiellegung erfolgte 1951 auf dem Gelände des SV Bremen. Bereits im folgenden Jahr konnte die „Lord“ zu Wasser gelassen werden. Es folgte der komplette Innenausbau, dann viele Touren und Regatten. Der „Lord“ folgten ein 30 Fuß Doot-Jollenkreuzer namens „Windspiel“, ein Motorboot und dann der kurzzeitige Abschied vom Wassersport. Webner tauschte sein Boot gegen ein Wochenendhaus in den Badener Bergen. Doch ohne Wassersport ging es nicht. Nach kurzer Absinenz schaffte der passionierte Wassersportler nochmals eine Segeljolle an.

Webners Passion für den Wasser- und Flugsport dokumentierte sich aber auch auf anderer Ebene: In all den Jahren hat er in liebevoller Kleinarbeit zahlreiche Modellschiffe und -flugzeuge gebaut – zunächst Bausätze, später auch ein großes Segelbootmodell nach Aufmaß. Dieses Modell war ein Geschenk für einen Segelkameraden zum 80. Geburtstag. Nicht weniger als 1600 Arbeitsstunden hat er in das Modell investiert.

Viel Zeit investiert hat Webner auch in die Vereins- und Verbandsarbeit. So begründete er die Interessengemeinschaft Freizeit (IGF) mit und überführte sie in den Fachverband Segeln Bremen (FSB). Im IGF/FSB war er selbst zuständig für die Bereiche Technik und Organisation. Unter anderem sicherte er dem SV Bremen in dieser Eigenschaft Liegeplätze in Sandstedt und Fedderwardersiel. (Helmut Schreck/Remmer Steffens)

 

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