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Der Kleinste ist der Größte
02.09.2017
Der Leuchtturm als verlässlicher Freund der Seeleute ist heute ein nostalgisches Klischee. Dennoch wird er auch weiterhin als unverzichtbarer Orientierungspunkt benötigt, ja es entstehen auch noch neue Leuchtfeuer, so 2012 an der Jade und an der Elbe.

Der Leuchtturm auf der Bukspitze oder auch Bastorfer Leuchtturm sendet sein Licht weit in die Mecklenburger Bucht hinaus. (Foto: Theo Kruse)

Leuchtturm auf dem Buk verfügt über 95,30 Meter Feuerhöhe

 

Der kleinste deutsche Leuchtturm auf dem Buk in der Mecklenburger Bucht ist zugleich der größte! Diese kuriose Behauptung ist dennoch richtig, denn mit einer Bauwerkshöhe von nur 20,80 Metern trägt er doch das höchste deutsche Leuchtfeuer. Die Feuerhöhe über dem Meeresspiegel beträgt stolze 95,30 Meter. Der Grund: Der Turm steht auf dem 78,80 Meter hohen Bastorfer Signalberg, dem westlichen Punkt der Endmoräne der Kühlung, die sich bis Warnemünde erstreckt. Die Feuerhöhe des Leuchtturms auf dem Buk ist gerade einmal 30 Zentimeter höher als das ebenfalls sehr hohe Leuchtfeuer auf dem  Dornbusch auf der Insel Hiddensee mit 95 Metern. Lediglich die Leuchtfeueranlage auf dem Hotel „Maritim“ in Travemünde ist mit knapp 115 Metern Feuerhöhe noch höher. Aber ein Hotel ist doch kein Leuchtturm!

Der Leuchtturm von Bastorf warnt vor dem Sandriff „Hanniball“ in der Einfahrt zur Wismarer Bucht und dient als Orientierungsfeuer für die Mecklenburger Bucht. 1878 erbaut, war das Leuchtfeuergehöft mit den beiden Wärterwohnungen bis in die 1960er Jahre ein gut besuchtes Ausflugsziel. Danach wurde es von der DDR als militärisches Sperrgebiet ausgewiesen und durfte mehrere Jahre nicht mehr betreten werden. 1979 wurde der Turm automatisiert, und der letzte Leuchtturmwärter quittierte seinen Dienst.

Nach der Wende gewann der knubblige Leuchtturm rasch wieder an Popularität, vor allem bei den Gästen des Ostseebades Kühlungsborn. In dem gemütlichen Café und Restaurant „Valentins“ werden leckere Torten und Eis, Kaffeespezialitäten und andere Getränken als Frühstück, Mittag- und Abendessen angeboten.

Der Turm wurde zwischen 1991 und 1999 in mehreren Bauabschnitten saniert. Dabei wurde auch eine Richtfunkstrecke der Deutschen Marine montiert. Das Drehlinsensystem besteht aus 20 Sektoren, davon 16 Linsen mit einer Brennweite von 700 mm. Die übrigen vier Felder sind abgedeckt. Die Rotationszeit beträgt 180 Sekunden. Eine Halogenmetalldampflampe mit einer Lichtstärke von rund 1,2 Mio. Candela sorgt für eine 45-sekündige Blinkgruppe (2,1 Sekunden scheinen, 6,9 Sekunden Pause, zweimal wiederholt, dann 2,1 Sekunde scheinen und 15,9 Sekunden Pause).

Auch auf einer Briefmarke der Deutschen Post wurde der Leuchtturm auf dem Buk schon abgebildet. 2014 fand er sich auf einer 45-Cent-Marke wieder.

 

● Position:

54 Grad 7′ 55″ N

11 Grad  41′ 37″ E

 

 

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