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Dauerbrenner NSG endlich vom Tisch
02.04.2018
FSB freut sich über zahlreiche hochkarätige Ehrengäste bei der Jahreshauptversammlung

Die mit 500 Euro dotierte FSB-Auszeichnung „Coolste Jugend“ übergab FSB-Jugendobfrau Anna Lang an Vertreter des Wassersportvereins Wulsdorf. (Foto: Wenzel)

Der Fachverband Segeln Bremen (FSB) und damit auch die 42 hier organisierten Wassersportvereine werden künftig kein Geld mehr für den Betrieb der Bremer Steganlage innerhalb der Nordenhamer Steg Gemeinschaft (NSG) ausgeben müssen. Das ist aus Sicht des FSB-Vorsitzenden Jochen Nagell die gute Nachricht zur Jahreshauptversammlung 2018: „Der verlorene Rechtsstreit kostet uns nach dem Urteil des Amtsgerichtes einmalig 5500 Euro an Anwaltskosten, aber das war es dann auch.“

Nagell lobte aber gleichzeitig das kameradschaftliche Entgegenkommen der anderen Vereine in der NSG, die den FSB aus allen etwaigen Verpflichtungen entlassen hätten. Statt bisher sechs werden wohl noch fünf Bremer Vereine den Bremer Steg in Nordenham nutzen, allerdings in einer neuen Vereinsform und damit als Selbstzahler. Bisher hatte der komplette Fachverband Segeln Bremen für die anteiligen Kosten der Bremer Steganlage gerade gestanden. Vor Gericht hatte sich die Segelgemeinschaft der Universität Bremen (SUB) mit ihren Austrittsforderungen gegen den FSB durchgesetzt.

FSB-Chef Nagell: „So wie es jetzt gelaufen ist, hätten die das von Anfang an haben können. So ist es nur teuer geworden. Aber es ist schön, dass diese Querelen jetzt beendet sind, die sich von Beginn meiner Amtszeit bis jetzt durchgezogen haben.“

Tatsächlich ist die NSG-Geschichte aber schon „Top 7“ der Tagesordnung: Ganz vorneweg kann Jochen Nagell eine illustre Schar an Gästen begrüßen: Die neue DSV-Präsidentin Mona Küppers macht ihren Antrittsbesuch beim FSB, genauso wie der neue Niedersächsische Landesvorsitzende Dr. Thomas Grote. Jens Brendel ist für den Landesseglerverband Schleswig-Holstein gekommen, Andreas Völker für die Hamburger Sportsfreunde und Bodo Bartmann mal wieder mit der weitesten Anfahrt als Vertreter für die Segler aus Mecklenburg-Vorpommern. Heißt auch: Die Nordlichter-Riege im DSV ist komplett in Bremen dabei.

Für das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt ist WSV-Präsident Dr. Torsten Stengel zum Oberweser-Segelverein in die Wehrstraße gekommen, Michael Brassat ist für den Landesverband Motorbootsport Bremen (LMB) da, Werner Kinkartz für die Yachthafengemeinschaft Hasenbüren und Anette Yildirim für das Sportamt. Norbert Köhler hat als Vorsitzender der Wassersportkommission und des Landeskanuverbandes wichtige Informationen für Maurice Myschker von der Wasserschutzpolizei Bremen, der sich von seiner Klientel eigentlich nur noch in den Landdienst verabschieden wollte.

Köhler informiert die Runde über eine Petitionsentwurf, den sein Landeskanuverband an Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) richten will. Die Eingabe argumentiert für die weitere Präsenz der Wasserschutzpolizei-Spezialisten auf den Wasserflächen im Revier. Außerdem wird eingefordert, dass die Wasserschutzpolizei ihre erfolgreiche Präventionsarbeit fortsetzen kann. Jochen Nagell sagt zu Köhlers Vorstoß: „Diese Forderungen werden wir natürlich voll und ganz unterstützen.“ Köhler seinerseits will auch die komplette Wassersport-Kommission des Landes hinter die Petition bringen.

Zwischendrin wird es auch einmal hochtechnisch – und das gar nicht im seglerischen Sinn: Kommunikationsvorstand August Judel hat sich mit dem Thema Datenschutz in Vereinen befasst. Judel hat einmal abgeprüft, was die ab dem 28. Mai geltende neue EU-Verordnung eigentlich bedeutet. Da geht es um Dinge wie eine Meldepflicht bei Datenverlusten oder Mindestanforderungen an Internetseiten, was Impressum und Personendaten angeht. Selbst die Verschlüsselungsformen von Daten oder der Umgang mit dem Social Media Button werden geregelt. August Judel ist bereit, ratsuchenden Vereinen bei Fragen im Detail zu antworten.

Versammlungsleiter Nils Kollert, selbst Vorsitzender beim Segelclub Niedersachsen-Werder, hat dann binnen weniger Minuten erst eine Gedenkminute abzuhalten und dann Ehrungen einzuleiten: Es wird Calli Meiners gedacht. Dann gehen 500 Euro mit der FSB-Auszeichnung „Coolste Jugend“ an den Wassersportverein Wulsdorf, dessen Vertreter von FSB-Jugendobfrau Anna Lang ausgezeichnet werden. Später wird Wettsegelobmann Uwe Wenzel die sportlichen Erfolge der FSB-Segler herausstreichen und unter anderem über die erfolgreiche Bundesligateilnahme der Teams des WVH und der SKWB berichten, die 2017 den dritten, beziehungsweise vierten Platz in der Segel-Bundesliga belegt haben. Zur besseren Förderung im Jugendbereich sollen zukünftig die Landesmeister im Opti A und B, in der Europe und im 420er durch den FSB finanziell unterstützt werden.

Geld ist da, haben die Vertreter von 16 Vereinen vorher schon gelernt: Das FSB-Vermögen beläuft sich auf rund 35.000 Euro. Alle Tagesordnungspunkte, die die Finanzen betreffen, laufen glatt durch. Unter „Verschiedenes“ berichtet der Umweltbeauftragte Gerhard Krokat schließlich noch von seinem Besuch bei der Jahreshauptversammlung des Vereins „Soltwaters“. Deren langjähriges Vorstandsmitglied Peter Renken hat dort Alarm geschlagen, dass die Kartierung der Wattenmeergebiete künftig nur noch alle sechs Jahre aus der Luft erfolgen solle. FSB-Vorsitzender Jochen Nagell ist sich an der Stelle sicher, dass dieser Punkt auch von WSV-Chef Dr. Torsten Stengel auf dem angesetzten Treffen mit den Wassersportlern der Region angesprochen werden wird.  (Volker Kölling)

 

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