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„Das hier ist ein Format mit Zukunft“
28.03.2018
Neue Messe „Klar Schiff“ in Bremerhaven schließt mit positiver Bilanz – Neuauflage im März 2019

Mit echtem Gedränge beim Maritimen Flohmarkt hat die neue Wassersportmesse „Klar Schiff“ am Sonntag schon mittags die angestrebte Marke von 3000 Besuchern erreicht: Am Ende sind 3600 zahlende Gäste gekommen. Drei Tage lang hat die Stadthalle Bremerhaven die Auferstehung des zunächst von Bremen nach Hamburg abgewanderten und mit dem Aus der „hanseboot“ gestorbenen Bremer „Boatfit“-Konzeptes erlebt: mit Vorträgen auf zwei Bühnen, Seminaren und einem breit gefächerten Messeangebot.

Die vierjährige Klara spielt mit ihrer anderthalbjährigen Schwester Sina Motorbootfahren auf dem Ausbildungsschlauchboot des Wassersportvereins Wulsdorf. Und Jugendtrainer Timo Neuke lässt die Kinder auch schon einmal in seinen Opti klettern. Tags darauf lernt eine Jugendgruppe der Wulsdorfer in einer Trockenübung, wie man mit einem Außenbordmotor umgeht – Grundlagenwissen für Kinder von der Küste.

Uwe Wenzel vom Fachverband Segeln Bremen begrüßt am FSB-Stand einen alten Bekannten nach dem anderen. Der FSB Wettsegel-Obmann ist wie viele auf der „Klar Schiff“ ziemlich zufrieden mit dem Messeverlauf: „Es ist einfach gut, dass es hier so eine Sache im Frühjahr wieder gibt.“

Auch eine kleine „Gläserne Werft“ gibt es auf der „Klar Schiff“: Thomas Herion hat den Bauplatz seines neuen Neufundlanddorys „Susa“ für die drei Messetage in eine Hallenecke verlegt. Das Boot möchte der Hobbybastler aber möglichst auch schnell wieder verkaufen. „Ich möchte jetzt mit meiner Frau lieber in einem umgebauten Feuerwehrauto durch Europa touren als zu segeln.“ Die „Klar Schiff“ – auch ein Treffpunkt echter Typen.

Etwas weiter schnitzt Dieter Blum an einem Schandeckel seiner wunderschönen Lemster Aak „Theepot“. Doris von Häfen hilft ihm als ehemalige Besitzerin des Plattbodenschiffs und schleift den Lack von den Belegnägeln für die Flaggenleinen. Wolfgang Seebach von der „Astarte“-Crew erläutert: „Wir erhalten die alten Schiffe, fahren sie dann aber auch.“ Der Stand der Schiffergilde Bremerhaven ist vielleicht der schönste auf der gesamten „Klar Schiff“.

Rolf Noll, Berater und Hauptinitiator der Messe, freut sich über viele bekannte Gesichter: „Ich finde die Stimmung ganz ausgezeichnet.“ Noll hat den Flohmarkt am Sonntag organisiert und ist zufrieden: „Das hat noch einmal richtig Besucher angezogen.“ Sein Kutter- und Museumshavenverein Vegesack ist mit einem eigenen Stand dabei – in friedlichem Miteinander mit dem MTV Nautilus, dem Segelschoner „Esprit“, dem Versuchs- Seenotkreuzer „Bremen“, der Buchautorin Rega Kerner, dem Kirchenschiff „Verandering“, dem Weserkahn „Franzius“  und den Kollegen der Wattenseglervereinigung „Soltwaters“. Deren Vorsitzende Iris Bornhold ist am Ende der „Klar Schiff“ ganz baff von dem Echo der Messe: „Wir haben 28 neue Mitglieder bekommen. Wer hätte das für möglich gehalten.“

Mit den Vereinen sind knapp fünfzig Aussteller im oberen Foyer und im Saal der Stadthalle verteilt. Die gewerblichen Aussteller sind schon am Sonnabend Abend ganz zufrieden. Kay Wendt von Pantera etwa hat seine Dichtungs- und Klebemittel ganz gut verkauft: „Wir hatten wenig erwartet. Aber tatsächlich gab es viele vielversprechende Beratungen. Ich bin angenehm überrascht.“ Am Gemeinschaftsstand von „Inoxi by Moehlenkamp“, „Lorz Müller“ und „Werbehaven“ aus Bremerhaven kommt wegen der Größe und der zentralen Lage keiner vorbei. Persenningspezialist Thomas Hartung hat einen neuen LED-Teller mitgebracht, der sich per Magnet im Sprayhood ganz einfach zur Cockpitbeleuchtung machen lässt. Mit solchen pfiffigen Bootslösungen kommt man ins Gespräch. Und auch Martina Georgus vom gleichnamigen Handelshaus für Bootshölzer in Woltmershausen hat einen echten Eyecatcher im Gepäck: eine LED-Platte unter einem Teakdeck mit transparenten Fugen macht aus einem Gangwaytritt eine Lichtorgel. „Das ist eher etwas für Superyachten.“ Das Ausstellungsstück ist jedenfalls nicht verkäuflich. Dafür laufen ihr die Menschen den Stand ein, die noch dringend eine neue Teakleiste für ihr Boot brauchen.

Derweil sind die Sitzreihen vor den Bühnen zu den Vorträgen immer gut besetzt: Benno Wiemeyer, Präsident des Landesmotorbootverbandes Niedersachsen, macht seinen Vortrag zur Gezeitennavigation zu einem Plädoyer für das Revier vor der eigenen Haustür. Jens Ole Vierkötter von der Wasserschutzpolizei Bremen zeigt seinen Zuhörern, worauf sie bei ihren Rettungswesten zu achten haben, und Arend Noack vom „Freundeskreis Klassische Jachten“ bringt die Besucher mit seinen Aufnahmen von klassischen Schönheiten zum Träumen. Drei Beispiele von 29 Vorträgen insgesamt.

Klaus Schlössers sieben Seminare von „bootsausbildung.com“ haben über sechzig Teilnehmer gebucht. Direkt vor Ort können sie ihre  praktische Prüfung für den Seenotmittelsignal-Lehrgang (FKN), für das Seefunkzeugnis (SRC), den Sportbootführerschein Binnen Motor oder das UBI Binnenfunkzeugnis ablegen. Schlösser ist als Organisator des Vortrags- und Kursusprogramms der „Klar Schiff“ aber auch mit seinem Messegeschäft am Stand ganz zufrieden: „Wir hatten eine Auswahl an Büchern und Lernsoftware dabei, hätten aber noch viel mehr Titel verkaufen können. Das merken wir uns für nächstes Jahr.“

Messemacherin Cindy Scharnhorst von der Stadthalle Bremerhaven Veranstaltungs- und Messe GmbH hat gleich beim Abbau der „Klar Schiff“ die ersten Reservierungen für das kommende Jahr notiert, wenn die „Klar Schiff“ vom 1. bis 3. März stattfindet: „Es gab einige Mails, in denen sich Aussteller richtiggehend bei uns bedankt haben“, freut sie sich. Ralf Türk, Prokurist bei der Stadthalle Bremerhaven, und Cindy Scharnhorst hören den Ausstellern bei ihrem Rundgang genau zu: „Wir nehmen alle Anregungen auf und versuchen, noch mehr Händler ins Boot zu holen.“ Türk ist mit der Erstausgabe der „Klar Schiff“ ebenfalls zufrieden: „Das hat sich richtig gut anfühlt. Das passt hierher. Und wenn wir so eine Messe als ein Projekt anfassen, dann bestimmt nicht, um sie beim zweiten oder dritten Mal gleich wieder einzustellen. Das hier ist ein Format mit Zukunft.“ (Volker Kölling)

 

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