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Aktuelle Trends für Segel- und Motoryachten auf Zeit
08.01.2018
Charter-Seminar während der boot 2018 Die boot Düsseldorf und Blauwasser.de arrangieren am 28. Januar ein viereinhalbstündiges Seminar, in dem kompakt und praxisnah die wichtigsten Themen rund um einen Chartertörn angesprochen werden. Hochkarätige Referenten geben erstklassige Informationen und wertvolle Tipps. Dabei spielt es keine Rolle, ob ein Seminar-Teilnehmer langjährige Erfahrung als Skipper hat oder ein Charter-Neuling ist.

Ein Charterboot ist ein schwimmendes Feriendomizil für alle, die kein eigenes Boot besitzen oder einmal in einem anderen Revier unterwegs sein wollen. Auf der See, aber auch auf Seen im Binnenland sind Segelboote und größere Motoryachten beliebt, auf den Flüssen und Kanälen im Binnenland eher geruhsame Boote, auch als Hausboote bezeichnet.

Auf den Punkt gebracht: Ein Charterboot ist ein Ferienhaus, das schwimmt. Mit Salon, Schlafkabinen, Pantry und Bädern, sowie „Terrasse“ im Cockpit und auf dem Deck. Je nachdem wo man unterwegs ist, mit Meer, See, Fluss oder Kanal vor der Haustür und obendrein mobil, um unter Segel oder Motor die Urlaubsregion zu erkunden. Für Familien ist Chartern ein ganz besonderes und auch pädagogisches Erlebnis. Denn dabei erfährt jeder, dass er eine Aufgabe wahrnimmt, die zum Gelingen des Törns beiträgt. So erkennen auch Kinder ihre Bedeutung für ein gemeinsames Erlebnis.

140 Vercharterer präsentieren auf der boot 2018 ihr umfassendes Angebot in allen Revieren dieser Welt. Den Charter-Schwerpunkt bilden die Hallen 13 und 14. Weitere zwei Aussteller, die Superyachten im Programm haben, sind in der Halle 7a zu finden. Um Segelyachten geht es bei 96, um Motorboote bei 74, um Hausboote bei 29, um Boote für Flüssen und Seen bei 36 und um Boote für Küsten und Hochseegewässer bei 54 Ausstellern. Kojencharter wird von 40 Ausstellern angeboten. Die Anbieter kommen aus den verschiedensten Ländern, das Gros mit 64 Ausstellern aus Deutschland. Stark vertreten sind auch die Niederlande (15), Kroatien (14) und Griechenland (12).

 Die Chartersaison im letzten Jahr ist insgesamt gut gelaufen, wenn man einmal von zwei Revieren absieht: Die Türkei war aufgrund der politischen Entwicklung so gut wie gar nicht mehr gefragt und für die kommende Saison sieht es nicht viel besser aus. Vercharterer denen es möglich war – verlegten ihre Flotten von der Türkei nach Griechenland und Kroatien. Mit Erfolg, denn dort stieg die Nachfrage kräftig an.

Die zweite Einschränkung gilt der Karibik, in der während der beiden starken Wirbelstürme im Herbst letzten Jahres Charterstützpunkte und Yachten in arge Mitleidenschaft gezogen wurden – wie beispielsweise die französisch/holländische Insel St. Martin/St. Maarten oder die British Virgin Islands. Davon profitierten als Fernziele andere, südlich gelegenere karibische Inseln und in großem Maße die Inselwelt der Seychellen im Indischen Ozean sowie in geringerem Umfang auch Thailand. In der Karibik hat man mittlerweile nachgerüstet, die meisten Sturmschäden sind beseitigt und die Stützpunkte wieder geöffnet.

Indes: Das Gros der Vercharterungen findet in europäischen Revieren statt. Ein führendes europäisches Buchungsportal berichtet, dass sich 34% der Vorbuchungen auf Griechenland, 19% auf Kroatien, 17% auf Spanien und 11% auf Italien beziehen. Deutsche Direktanbieter, die sich dem Buchungsportal nicht angeschlossen haben, sehen bei den ausländischen Destinationen Kroatien vor Griechenland, Spanien und Italien.

Kroatien ist seit vielen Jahren beliebt, weil viele Gäste, vor allem aus dem Süden Deutschlands, dorthin mit dem eigenen Auto anreisen. Ebenso wie zu den Stützpunkten an der Ostseeküste zwischen Flensburg und Greifswald inklusive der beiden großen deutschen Inseln Rügen und Fehmarn. Dort macht sich vor allem bei Segelyachten das Wetter der Vorjahressaison bei den Buchungen bemerkbar. 2016 war es schön, 2017 wurde dort gut gebucht. Die Vercharterer an der Ostsee registrierten für die Saison 2017 ein Umsatzplus von rund 6%. Der Sommer 2017 wiederum war ziemlich regnerisch und damit sind die Erwartungen der Anbieter für 2018 gedämpft.

Die Binnengewässer in Deutschland, Polen, Frankreich, den Niederlanden sowie in Irland, Großbritannien und Skandinavien sind größtenteils Reviere für Motor- und Hausboote, die dank Fahrstand im beheizbaren Salon selbst bei weniger freundlichem Wetter geschütztes Fahrvergnügen bieten.

Am beliebtesten waren in den letzten Jahren die Gewässer in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg.  Dort benötigen Chartergäste für das Steuern von Hausbooten auf Teilen der Elde-Müritz-Wasserstraße, der Müritz-Havel-Wasserstraße, den Rheinsberger und Neuruppiner Gewässern statt Führerschein lediglich einen Charterschein. Den gibt´s, wenn sich der Chartergast zuvor drei Stunden lang vom Vercharterer in die Handhabung des Bootes und die Besonderheiten des Fahrtgebietes einweisen lässt und zeigt, dass er mit dem Boot umgehen kann. Erfahrungsgemäß werden deutsche Binnendestinationen nicht so früh gebucht wie ausländische Ziele, weil sie überwiegend mit dem Auto angesteuert werden und demzufolge keine Flüge zeitig zu buchen sind. Deshalb lassen sich für 2018 noch keine Trends vorhersagen.

Führerscheinfreie Hausbootcharter ist übrigens außer in Deutschland auch im Ausland möglich. So beispielsweise in Frankreich, den Niederlanden, Großbritannien und in Irland.

Im Bereich der Superyachten mit Crew sind in erster Linie solche zwischen 30 und 45 m gefragt, Motoryachten ab 35 m, bei den Segelyachten vor allem schnelle und sportliche. Zu 70 % werden sie im westlichen Mittelmeer gechartert und dort überwiegend in Frankreich und Italien. Exotische Reviere sind nur für wenige Winterwochen und einen eingeschränkten Kundenkreis von Interesse.

Hochwertige Ausstattung wird immer beliebter

Bei den bevorzugten Booten liegen solche mit einer besseren Ausstattung im Trend. Das beginnt bei der navigatorischen Ausrüstung mit Farbplotter und Autopilot und reicht über ein Bugstrahlruder für leichteres Ab- und Anlegen bis hin zu genügend Nasszellen (so nennt man den Dusch- und Toilettenraum an Bord) und Schlafkabinen, damit niemand im Salon übernachten muss. Bei den Segelyachten sind zunehmend auch Katamarane gefragt. Sie verfügen über gleichwertige Schlafkabinen für bis zu acht Personen in den beiden Rümpfen und im geräumigem Salon, der stufenfrei ins achterliche Cockpit übergeht – ganz wie zu Hause Wohnzimmer und Terrasse. Allerdings gibt es in den Ostsee-Marinas noch nicht genügend passende Liegeplätze für die breiten Katamarane. Im Mittelmeer schon mehr und in Revieren wie Karibik, innerhalb der Seychellen und weiteren exotischen Zielen ist das Ankern in einer ruhigen Bucht üblich. Da spielt die Breite dann keine Rolle mehr. Ein Aussteller der boot 2018 arrangiert für Gäste, die mit einem Katamaran an der Ostsee liebäugeln, bereits spezielle Charterkatamaran-Trainings.

Zeit und Dauer

Die Dauer der Chartersaison ist in den einzelnen Revieren unterschiedlich. So reicht sie beispielsweise im deutschen Binnenland und auf der Ostsee von Mitte April bis Mitte Oktober, im Mittelmeer mit seinem milderen Klima bis in den Dezember hinein. Dafür setzt dort die Saison erst ab Mitte Juni ein. Denn vorher sind die dann noch niedrigen Wassertemperaturen für ein Bad im Mittelmeer nicht jedermanns Geschmack.

Dennoch haben immer mehr Flottenbetreiber ein Interesse daran, durch spezielle Angebote die Auslastung in der Nebensaison zu erhöhen. In Kroatien erreicht man dank spezieller Angebote wie beispielsweise Incentives und Flottillen bereits im Mai und Juni eine gute Auslastung, derweil Anbieter auf Mallorca in diesen beiden Monaten noch viele Boote am Steg oder auf Reede in der Bucht von Palma liegen haben. Hinsichtlich der Törndauer sind für eine Familiencrew 2 Wochen die Regel. Schließlich soll der Urlaub der Entspannung und Erholung dienen. Reine Männercrews wollen zumeist eine Woche unterwegs sein, wobei der Trend inzwischen zu vier bis fünf Tagen geht. Die dann aber intensiv für das Segeln genutzt werden.

Wer früh bucht, ist im Vorteil

Ein frühes Buchungsverhalten galt in den letzten Jahren als typisch deutsch, während sich Gäste aus anderen Ländern eher kurzfristig entschieden hatten. Doch auch die buchen jetzt verstärkt früher und damit ergibt sich, dass so manches Wunschboot in einem bestimmten Revier und zu einer bestimmten Zeit nicht mehr zu haben ist. Deshalb empfiehlt es sich generell, frühzeitig zu buchen. Wobei Gäste, die per Flugzeug anreisen, dann auch von günstigeren Flugpreisen profitieren.

Die Charter-Optionen

Für das Chartern gibt es mehrere Optionen: Bareboat, bei der eine komplette Yacht gechartert und selbst gesteuert wird, ist die häufigste Form. Wer nicht selbst steuern möchte, bucht eine Yacht mit Skipper.

Auch bei einer Flottillencharter wird die Yacht eigenverantwortlich geführt. Das Besondere ist aber, dass bei dieser Form mehrere Yachten gemeinsam unterwegs sind und die Flottille von einem fachkundig besetzten Mutterschiff geführt wird, deren Crew über Funk mit Rat und Tat zur Seite steht und beim An- und Ablegen hilft.

Bei der Kojencharter werden an Bord einzelne Kojen gebucht, führt ein(e) vom Veranstalter gestellte(r) Skipper(in) die Yacht verantwortlich. Im Luxussegment mit Skipper oder Kapitän und einer kompletten Crew werden die Chartergäste rundum versorgt. Für alle die, die ihre Nächte lieber in einem Hotel oder Ferienhaus verbringen und dennoch nicht auf ein Boot verzichten wollen, gibt es in Griechenland Anbieter mit großen Schlauchbooten und offenen Motorbooten, die man mit oder ohne Skipper für einen oder mehrere Tage mieten kann.