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28/01 2010

Dornscheidt: „Die boot steht zur Travemünder Woche!"

Werner Dornscheidt (li) und Andreas Stülcken





Eiseskälte vor der Tür, den Geschmack des Sommers auf der Zunge und die Gedanken schon beim Jahre 2014: Zahlreiche Gäste feierten zum Travemünder Woche-Treff als legitimer Nachfolger des traditionellen Lübeck-Empfangs auf der 41. Internationalen Wassersportausstellung boot in Düsseldorf das Bergfest der segellosen Zeit dieses Winters und ließen sich auf dem Gemeinschaftsstand von TW und BalticSailing schon einmal auf das 121. Segelfestival vom 23. Juli bis zum 1. August einstimmen.



Bei Lübzer Pils, Rotspon und Heringshappen kündigte Andreas Stülcken als frisch gewählter erster Vorsitzender des Hauptveranstalters Lübecker Yacht-Club (LYC) „eine qualitativ hochwertige Regattawoche" an, in der vor allem die Katamarane mit der deutschen Bestenermittlung der F-18, den Europameisterschaften der Hobies und der Weltmeisterschaft der Tornados für Aufsehen sorgen werden. Stülcken ließ den Blick auch schon auf das große Jubiläum in vier Jahren schweifen: „Es beginnen jetzt die Vorbereitungen für 2014. Wir wollen uns jedes Jahr ein klein wenig steigern, und das 125. Jahr der Travemünder Woche wird dann etwas ganz besonderes."

Den Weg dorthin will die boot als einer der Hauptpartner mit beschreiten. Werner Dornscheidt, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messegesellschaft Düsseldorf, verlas vor den zahlreichen Gästen des Treffs einen Brief an den LYC. Darin bekräftigt die boot ihre Bereitschaft, den Partnervertrag mit der TW zu verlängern und zwar „nicht zu niedrigeren Konditionen als bisher", so Dornscheidt, „das ist eine Absichtserklärung unsererseits, und die gilt!"

Die boot fühle seit jeher eine besondere Verbundenheit mit Norddeutschland, denn von hier kam durch Horst Schlichting(†) der Impuls für die Wassersportmesse, die sich zur weltgrößten ihrer Art entwickelt hat. „Die boot steht zu Lübeck, zur Travemünder Woche und zur Passat", betonte Dornscheidt. Der boot-Empfang auf der Viermast-Bark, deren Trägerverein seit vielen Jahren von der Messe ebenfalls unterstützt wird, soll zum TW-Auftakt den passenden Rahmen bieten, um den Vertrag für die Zukunft zu unterzeichnen.

In den kommenden Monaten hat der Messechef reichlich Gelegenheit, sich auf das seglerische Großereignis, zu dem bis zu 2000 Athleten in fast 40 Klassen erwartet werden, einzustimmen. Denn im Beisein von Künstlerin Frauke Klatt, die diesmal ein Motiv mit Dickschiffen gemalt hatte, das sich an die neue Mittelstreckenwettfahrt nach Boltenhagen anlehnt, wurde ihm von Andreas Stülcken und TW-/LYC-Geschäftsführer Claus-Dieter Stolze ein druckfrisches TW-Plakat überreicht.

Werner Dornscheidt gab im Gegenzug ein kleines Präsent für Bürgermeister Bernd Saxe nach Lübeck mit. Den vermisste er auf der boot schmerzlich, nachdem auch die Lübeck und Travemünde Marketing GmbH der Hansestadt Lübeck in diesem Jahr auf einen boot-Auftritt verzichtet hatte. Dornscheidt ließ dem Mitglied des Ehrenkomitees der boot ein Fernglas zukommen: „Damit er in unserer Kooperation die Weitsicht und den Durchblick nicht verliert. Aber eines ist klar, unsere Freundschaft zur Travemünder Woche und dem Lübecker Yacht-Club ist unerschütterlich", so Dornscheidt.







www.travemuender-woche.de

07/01 2010

Die TW „startet“ schon auf der boot



 

Der erste Startschuss zur 121. Travemünder Woche fällt am 24. Januar 2010 in Düsseldorf. Denn mit Bier, Snacks und typisch norddeutscher Musik der Haffkruger Band „Timmerhorst“ präsentiert sich die schönste Regatta der Welt ab 16 Uhr zum neuen Travemünder Woche-Treff am ersten boot-Sonntag der weltgrößten Wassersportausstellung. Neben den kulinarischen und akustischen Leckerbissen gibt es auch einen optischen Vorgeschmack auf das sommerliche Segelfest, wenn das Travemünder-Woche-Plakat enthüllt und zum Dank für die Unterstützung an die Düsseldorfer Messeleitung übergeben wird.

 

Die ganze Woche über gibt es zudem auf dem gemeinsamen Messestand von Travemünder Woche und BalticSailing, der Kooperation von Häfen in Dänemark und Deutschland, auf einer Ausstellungsfläche von 102 Quadratmetern stete Informationen rund um das Revier und die Regattawoche im Sommer (23. Juli bis 1. August). Eine süße Überraschung von TW-Partner „Niederegger“ lockt überdies zum Besuch in die Halle 14 (Stand F 41) – in direkter Nachbarschaft zum Stand der Stadt Kiel und der Kieler Woche.

 

Geballte Informationen zum Segelprogramm gibt es am Dienstag, dem 26. Januar, zwischen 13.45 und 14 Uhr beim TW-Auftritt auf der Bühne des Segel-Centers in Halle 17. Die Moderatoren werden sich dabei sputen müssen, um die zahlreichen Höhepunkte der Travemünder Woche 2010 auch nur aufzählen zu können. Denn die 121. Auflage der TW bietet einen bunten Strauß von Meisterschaftsrennen. Rund 150 Hobies werden zu den Multi-Europeans mit der EM der weltweit am stärksten verbreiteten Katamaran-Klasse Hobie 16 erwartet. Die ehemals olympischen Tornados ermitteln gar ihre Weltmeister in der Lübecker Bucht, und bei den Formula-18-Kats geht es um die Ermittlung der besten Deutschen.

 

Zudem wird in weiteren Jollenklassen ein pralles Programm geboten. Denn auch die Laser SB 3 und die Männer im Laser Radial sowie die J/22, die Asso 99 und die RS:X-Surfer ermitteln ihre nationalen Besten, zusätzlich fungieren die TW-Wettfahrten in allen startenden Laser-Klassen als norddeutsche Distriktmeisterschaft mit dem Ranglistenfaktor 1,3, und die Musto Skiffs küren den Sieger ihrer German Open. Und die Segler der Canoe-Klassen IC, AC und Taifun testen mit ihrem Euro-Cup schon einmal das Revier für die Weltmeisterschaften, die sie hier 2011 austragen wollen. Auf den sieben Dreiecks-Bahnen in der Lübecker werden insgesamt 40 Sieger in den verschiedenen Klassen ermittelt – von den traditionellen Jollenklassen wie Korsar, Pirat oder 470er, über die rasanten Skiffs wie 18-Footer und INT.14 bis zu den klassischen Folkebooten. Dazu gehen die Dickschiffe am ersten TW-Wochenende auf den Up-and-Down-Kursen an den Start und ermitteln zum Abschluss über die Mittelstrecke nach Boltenhagen und zurück ihre Gesamtsieger in den Ostsee-Cup-Wertungen.

 

Das komplette Regattaprogramm wird in einem Preview zusammengefasst, das zur boot aktuell gedruckt wird. Darüber hinaus gibt es auf der Messe Informationen zu den geselligen Höhepunkten an Land mit zwei Höhenfeuerwerken, Strand-Illuminationen sowie den musikalischen Auftritten entlang der Partymeile an der Trave-Mündung.






14/12 2009

TW-Mittelstrecke nach Boltenhagen

Auf zu neuen Ufern" heißt das Motto der Seesegler zur 121. Travemünder Woche (TW), die vom 23. Juli bis zum 1. August 2010 stattfindet. Denn nach drei Jahren, in denen die Mittelstrecke am zweiten TW-Wochenende von Travemünde gen Norden nach Grömitz führte, schlagen die seegehenden Yachten im kommenden Jahr den Kurs nach Osten ein. Die Marina Boltenhagen ist das Ziel, wenn am 30. Juli der Startschuss für die 40 Seemeilen lange Wettfahrt (30 Seemeilen für die kleineren Yachten) fällt. Von dort geht es am nächsten Tag wieder zurück in die Travemündung.

„Es war der Wunsch der Segler, ein wenig Abwechslung in das Programm zu bekommen", erklärt Wettfahrtleiter Jens Kath vom TW-Hauptveranstalter Lübecker Yacht-Club. „Da gleichzeitig die Betreiber der Marina Boltenhagen auf uns zugekommen sind, haben wir schnell ein neues attraktives Ziel gefunden." Im Spätsommer dieses Jahres segelten in Boltenhagen bereits X-35 und 5.5 mR-Yachten eine erfolgreiche Regattawoche, so dass sich die Seesegler der Travemünder Woche im kommenden Sommer auf ein bestens vorbereiteten Ziel- und Restarthafen freuen dürfen.

„Gleich nach der Ankunft werden auf dem Steg ‚Einlaufbier‘ und Brezeln bereitstehen. Die Yachten sollen dann alle zusammen in einem eigens für uns frei gehaltenen Bereich liegen. Und für den Abend wird eine exklusive Seglerparty geboten - bei schlechtem Wetter in der Boltenhagener ‚Scheune‘, ansonsten unter freiem Himmel im so genannten Trockendock", macht Kath schon mal Appetit auf das gesellige Rahmenprogramm. Aber auch für einen zuschauerwirksamen Auftritt wird bei der Ankunft in dem modernen Hafen auf der Halbinsel Tarnewitz gesorgt sein. „Die Bahn kann bis kurz vor die Mole gelegt und der Zieleinlauf so von Land bestens kommentiert werden", berichtet TW-Organisationschef Claus-Dieter Stolze nach einer Besichtigung des neuen Mittelstreckenpartners.

Bevor die Teilnehmer in den Wertungsgruppen OSC I bis V (Ostsee-Cup) allerdings das Landgeschehen genießen können, müssen sie zunächst einen ausgeklügelten Kurs in der Lübecker und in der Wismarer Bucht bewältigen. „Der direkte Weg wäre nur 15 Seemeilen lang, so dass wir einige feste Seezeichen als Rundungsbojen nutzen werden. Der Kurs wird dabei taktisch anspruchsvoll mit Kreuz- und Vorwind-Gängen gestaltet", so Kath. Besonders bei der Einfahrt in die Wismarer Bucht werden die navigatorischen Fähigkeiten der Crews gefordert, denn diverse Schutzzonen gilt es kurz vor der Zielankunft zu beachten.

Nach der großen Feier am Abend und dem gemeinsamen Frühstück wird das Mittelstrecken-Geschehen am vorletzten Tag der Travemünder Woche mit der Rückregatta nach Travemünde fortgesetzt, wo dann auch die Sieger gekürt werden. Zudem werden zum fünften Mal auch die Pokale für den Supercup der Stadtwerke Lübeck vergeben, der sich aus den Up-and-Downs am ersten TW-Wochenende und den Mittelstrecken-Wettfahrten zusammensetzt.

11/12 2009

Have a Hobie Day - oder eine ganze TW


Der „Hobie Way of Life" hält im Sommer Einzug an der Lübecker Bucht. Zur 121. Travemünder Woche (23. Juli bis 1. August 2010) werden bis zu 150 Hobie-Crews erwartet, die bei ihren Multi Europeans, den Europameisterschaften in insgesamt neun Disziplinen, für ein buntes Spektakel auf dem Wasser und an Land sorgen werden. Denn sobald die intensiven Wettfahrten auf der Regattabahn beendet sind, fühlen sich die Hobie-Segler aus aller Welt als große Gemeinschaft, in der der soziale Aspekt bei geselligen Partys nicht zu kurz kommen darf.







Im sportlichen Mittelpunkt stehen die Hobie 16, die zunächst ihre Meister in den Frauen-, Masters- und Jugendkategorien sowie in der Spi-Variante ermitteln, bevor es in Qualifikations-, Gold- und Silberrennen um den „großen" EM-Titel bei den 16ern geht. Insgesamt rund 100 Boote der weltweit am meisten verbreiteten Katamaran-Klasse werden damit vor Travemünde auf die Bahn gehen.







Und die deutschen Starter dürfen sich vor der heimischen Küste durchaus Chancen auf Topplatzierungen ausrechnen. „Der mehrmalige Europameister Detlef Mohr hat in den vergangenen Jahren zwar einen Titelgewinn verfehlt, zählt in der Lübecker Bucht aber ebenso zu den Favoriten wie Knud Jansen, der sich zu einem starken Konkurrenten entwickelt hat", sagt Fritz-Rüdiger Klocke, deutscher Präsident der europäischen Klassenvereinigung (EHCA). Daneben sei die französische Flotte immer stark einzuschätzen. Und auch aus Übersee starten traditionell Mannschaften bei der EM, denen mittels Wildcards gern die Teilnahme ermöglicht wird, obwohl sie nicht den Titel gewinnen können.







Über die nationalen Verbände werden rund 35 Crews nominiert, die direkt in den Kampf um den Titel eingreifen können. Eine etwa gleiche Anzahl hat die Chance, über die Qualifikationsrennen bzw. Topplatzierungen bei der Jugend-EM in den Kreis der Meisterschaftsanwärter aufgenommen zu werden. „Es ist ein erklärtes Ziel der Hobie-Klasse, die Jugend in die Gemeinschaft zu integrieren", erklärt Klocke. Daher gehören auch die Hobie-Dragoon zum Reigen der Europameisterschaften. „Der Dragoon etabliert sich immer mehr als Einstiegsklasse in das Katamaransegeln nach dem Opti", so der EHCA-Präsident.







Reichlich Zweirumpferfahrung bringen dagegen nicht nur die Einhand-Athleten auf den Trampolinen der Hobie 14 und FX-One ein. Die Crews auf dem rasanten Hobie Tiger haben teils sogar internationalen Format und können nach ihrer viertägigen Meisterschaft gleich auch noch in das Geschehen der deutschen Bestenermittlung in der Formula 18-Klasse eingreifen, wo es auch gegen andere F-18-Kats geht.







„Wir sind sehr glücklich, dass wir mit dem Lübecker Yacht-Club einen Ausrichter gefunden haben, der es uns ermöglicht, alle Hobie-Klassen zu den Multi-Europeans zu versammeln", sagt Klocke, der auch die gute Zusammenarbeit mit den Verantwortlichen der Travemünder Woche bei der Gestaltung des Rahmenprogramms lobt. So dürfen sich die Hobie-Segler auf drei gesellige Großereignisse im Laufe der Woche freuen. Nach der Welcome-Party am ersten TW-Sonnabend bildet die so genannte Cut-Party am Dienstag auf der Viermastbark „Passat", wenn bereits die ersten Titel vergeben sind und die Teilnehmer für die entscheidende Hobie-16-Meisterschaft feststehen, den Höhepunkt der Woche. Am zweiten TW-Sonnabend nimmt die Hobie-Gemeinde nach sicherlich turbulenten Regattatagen bei der Farewell-Party mit den Siegerehrungen Abschied.







Bis dahin werden die Katamarane auf dem Wasser und an Land der Travemünder Woche ihr Gesicht 2010 gegeben haben. „Das wird ein einprägsames Bild mit all den Katamaranen - von den Tornados über die F-18 bis zu den Hobies - im Bereich vom Strand neben der Nordermole über den Grünstrand bis zum Mövenstein", ist Claus-Dieter Stolze, Geschäftsführer der Travemünder Woche, schon jetzt voller Vorfreude auf die bunte Kat-Meile, die durch eine Illumination des Strandbereiches abends besonders unterstrichen werden soll.





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16/10 2009

2010 kommen Tornado- und F-18-Eliten

Der neue Tornado-Klassenboss Roland Gäbler auf dem Weg zum Travemünder Woche-Sieg 2009

Nach der Travemünder Woche ist vor der Travemünder Woche: Die Erinnerungen an die 17 tollen Tage der 120. TW sind noch frisch, und schon stecken die Organisatoren des Lübecker Yacht-Clubs mitten in der Vorbereitung für die Regattawoche vom 23. Juli bis zum 1. August 2010. Die 121. Auflage konzentriert sich zwar wieder auf das übliche Maß von zehn Tagen, wird in ihrem Regattageschehen aber kaum weniger spektakulär sein als die Jubiläumsveranstaltung. Denn mit den Formula 18 und den Tornados treten gleich zwei rasante Katamaran-Klassen in der Lübecker Bucht zu Meisterschaftsrennen an. Die F-18 küren vor Travemünde Deutschlands Beste, und die Tornados ermitteln gar ihre Weltmeister.

Für Roland Gäbler, bei der WM am Gardasee Anfang September frisch gewählter Vorsitzender des Tornado-Weltverbandes (ITA), ist die TW die ideale Präsentationsfläche, um die Attraktivität der ehemaligen Olympia-Disziplin vor einer breiten Öffentlichkeit unter Beweis zu stellen: „Das Boot ist qualitativ sehr hochwertig, die Klasse trotz des Verlustes des Olympiastatus' immer noch stark. Jetzt gilt es, die Tornadosegler zu mobilisieren, um auf sich aufmerksam zu machen", sagt der dreimalige Weltmeister, der für 2016 auf eine Rückkehr in den Kreis der Olympiafamilie hofft: „In den 90er Jahren standen wir auch schon zweimal in Frage, haben uns aber auch durchgesetzt."

Der Standort Travemünde bietet für die Klasse gleich diverse Vorteile: „Wir wollen den Regattakalender neu gestalten: weniger Veranstaltungen, dafür hochwertiger. Und die Jahreshöhepunkte sollen dort platziert werden, wo die Klasse stark ist - also in Deutschland, Österreich oder der Schweiz. In Travemünde haben wir zudem die Chance, aus Skandinavien und Osteuropa Segler anzulocken", so Gäbler. Mit bis zu 50 Crews rechnet er: „Am Gardasee waren es dieses Jahr rund 40 aus elf Nationen, 15 bis 16 Nationen könnten es 2010 schon werden."

Und auch die großen Namen sind noch dabei. Der zweimalige Silbermedaillen-Gewinner bei Olympia, Darren Bundock, fuhr mit Glenn Ashby in Italien gerade seinen siebten WM-Titel im Tornado ein. Und als Clubmitglied des VSaW in Berlin wäre ein Auftritt zur Travemünder Woche geradezu ein Heimspiel für den Australier. Gäbler selbst will mit seiner Frau Nahid dabei sein und sich mit jungen deutschen Crews messen: „Es haben sich gerade in Süddeutschland ein paar schnelle Mannschaften gebildet." Die dürfen sich dann in Travemünde auf einen herzlichen Empfang freuen, da ist sich Gäbler sicher: „Der Lübecker Yacht-Club ist einer der treuesten Freunde der Klasse. Und die EM 2006 bei fast karibischen Verhältnissen in der Lübecker Bucht ist allen noch in bester Erinnerung."

Ein enges Band der Zusammengehörigkeit besteht auch zwischen den F-18 und der Travemünder Woche. 2002 wurde die WM direkt nach der TW ausgetragen. Daher bot sich auch für die florierende Klassenvereinigung (KV) dieses etwas kleineren Kats an, einen der Höhepunkte im deutschen Regattakalender an die Ostsee zu vergeben. „Viele deutsche Mannschaften wollen gern auf offener See segeln. Außerdem liegt der Termin ideal in den Ferien, und die Travemünder Woche ist ein sehr guter PRRahmen, der woanders erst aufgebaut werden müsste. Die Medien sind da, und auch in den anderen Klassen werden wir verstärkt wahrgenommen", sagt Helge Sach, Pressesprecher der deutschen F-18-KV.

Der Seriensieger nationaler Regatten geht mit seinem Bruder Christian an der Vorschot auf seinem Heimatrevier als Titelverteidiger und Favorit ins Rennen. Helge Sach rechnet bei der Internationalen Deutschen Bestenermittlung aber auch mit Konkurrenz aus den Nachbarstaaten: „Ich denke, dass etwa 45 Mannschaften dabei sein werden. Und durch die Kombination aus Travemünder Woche und Meisterschaft könnten auch Crews aus Schweden und Dänemark sowie vielleicht auch aus Österreich und den Niederlanden anreisen."

Auf jeden Fall dürfen sich alle TW-Teilnehmer, aber auch Besucher auf eine verbesserte Infrastruktur freuen. Denn nach langem Tauziehen hat die Hansestadt Lübeck nun endgültig den Weg frei gemacht, besonders für die Segler wichtige logistische Einrichtungen neben der Nordermole zu installieren. Noch in diesem Jahr soll mit der Verlegung von Frisch- und Abwasserleitungen sowie Strom begonnen werden, so dass sowohl angemessene sanitäre Anlagen entstehen, aber auch die Gleitjollen und Katamarane nach dem strapazierenden Salzwassereinsatz abgespritzt werden können. Damit dürfte 2010 auch der Beach bereich den Ansprüchen der Segler zur Travemünder Woche genügen.

02/08 2009

So schön war die 120. Travemünder Woche

1,16 Millionen glückliche Gäste haben den 120. Geburtstag der Travemünder Woche gefeiert und den durchweg zufriedenen Veranstaltern des schönsten Segelfestivals der Welt an 17 Tagen einen neuen Besucherrekord beschert. Auch zum Finale Grande, dem spektakulären Höhenfeuerwerk am späten Sonntagabend (2. August) sollten sich die maritimen Erlebnispromenaden an Travemündung und Ostseestrand noch einmal füllen, bevor die „fünfte Jahreszeit" in Travemünde zu Ende ging. Wegen des sportlichen Höhepunkts, den Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften im zweiten Teil, hatte die TW 2009 eine Verlängerungswoche. Insgesamt nahmen weit mehr als 2.000 Seglerinnen und Segler aus 20 Ländern an den Regatten teil.

 

„Der Ausnahmezustand war eine Bereicherung für den ganzen Ort", zog Travemündes Kurdirektor Uwe Kirchhoff eine überaus positive Bilanz, „die Travemünder Woche ist und bleibt Lübecks Aushängeschild." Die Tagesbesucher, aber auch die übernachtenden Urlauber seien sowohl wegen des spannenden Regattaprogramms als auch wegen des niveauvollen Festivalangebots gekommen. Sie sorgten allein auf der Meile für einen geschätzten Umsatz von 14,5 Millionen Euro und weiteren fünf Millionen Euro in den Hotels und Pensionen, aus denen Kirchhoff „eine Begeisterung, die so noch nicht dagewesen ist", hörte. Damit war die Travemünder Woche ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die gesamte Region.



Soviel Lob ist der schönste Dank für das Organisationsteam des Hauptveranstalters Lübecker Yacht-Club (LYC) mit den Geschäftsführern der Travemünder Woche, Andreas Stülcken und Claus-Dieter Stolze an der Spitze. „Wir sind nicht nur mit dem sportlichen Verlauf ausgesprochen zufrieden, sondern auch mit der Umsetzung an Land", sagte Stülcken, „keiner der 13 Wettfahrttage ist ausgefallen, und unterm Strich war das Eventgelände alle 17 Tage gut besucht." Die wiederkehrenden Gewitterschauer der ersten Woche hätten zwar anfangs für leichte Einbußen gesorgt. Doch sei die „zweite Halbzeit" bei sommerlichem Wetter gut angenommen worden. Die Mischung von Party, Kultur und Segelsport, die der LYC mit der Hamburger Eventagentur uba zusammenstellte, habe gestimmt.



Das dritte Wochenende stand sportlich noch einmal ganz im Zeichen des Segelnachwuchses. Die Internationale Deutsche Jugend- und Jüngstenmeisterschaft mit 900 Aktiven aus elf Nationen in acht Bootsklassen war eine erfrischende Belebung der Travemünder Woche. 222 Optis hatten den Priwall vereinnahmt, die Teenys ihr Lager auf dem Mövenstein aufgeschlagen, und erstmals wurde zusätzlich der so genannte Grünstrand als Camping- und Bootsliegeplatz genutzt. „Das war eine gute Idee", meinte auch Kurdirektor Kirchhoff, „wir wünschen uns dort mehr Segelevents."



Mit dem Zieleinlauf von 28 Hochseeyachten an der Nordermole feierte zudem der internationale Baltic Sprint Cup sein Finale auf der Travemünder Woche. Die bunt beflaggten Dickschiffe lagen in „Päckchen" an den Stegen des Traveufers und machten trotz des wunderschönen Fotomotivs deutlich, dass es auch Engpässe in Travemünde gibt. So hätten am zweiten Sonntag gerne mehr Traditionsschiffe am Niederegger Cup teilgenommen, doch „wir hatten schlicht keine Liegeplätze für sie", so Stolze.



Ebenfalls pickepacke voll war es besonders im Brügmanngarten. Tagsüber sorgten die Spielemacher im CITTI-Park für strahlende Kindergesichter. Hüpfburg, Tumblingmappe und Bungeetrampolin wurden wieder der Renner, weil die Benutzung kostenlos war. Auch für die Liveauftritte nebenan auf der Festivalbühne, von der TW-Kultband United Four über Supermax und Bosstime bis zu Abba Cover, musste kein Eintritt bezahlt werden. „Die Familien honorieren ein Angebot, in dem nicht jede Attraktion extra bezahlt werden muss", weiß Claus-Dieter Stolze, „dafür konsumieren sie dann an den Gastronomieständen."



Und die reichten vom klassischen Rostbratwurstgrill über die Kochshow im LN/NDR-Medienzelt bis zur Sylter Fischfeinkost von „Gosch". Exotischste Gaumenfreuden waren wohl die Momos vom Himalaya, ein richtiger Biss die XXL-Triple-Hamburger. Cocktails del Sol gab es nicht nur im gleichnamigen Strandclub in der Holsten Beach Area, wo Deutschlands größte Beachparty gefeiert wurde, sondern auch in der Aloha-Bar und am längsten Tresen der Meile, der Holsten Sailors Bar im Seglervillage.



Wer über den Durst trank und sich nicht zu benehmen wusste, machte Bekanntschaft mit den Einsatzkräften der Polizei, die mit starker Präsenz etwaige Randalierer zähmte. „Die Anzahl der Straftaten war weder höher als in den Vorjahren, noch als bei anderen Großveranstaltungen", resümierte Jan-Henrik Wulff als Pressesprecher der Polizeidirektion Lübeck die Travemünder Woche. Allerdings mache ihm die steigende Gewaltbereitschaft gegen Polizisten Sorge.



Eine friedfertige Atmosphäre schafften die Abende der Laser- und Pyroperformance rund um Travemündes Wahrzeichen, die Viermastbark „Passat". Die Show „Duell der Elemente" gehörte zu den absoluten Höhepunkten der ereignisreichen 17 Tage. Aber auch der Rotspon Cup, als Hamburgs Erster Bürgermeister Ole von Beust Lübecks Verwaltungschef Bernd Saxe im Matchrace Boot gegen Boot erneut in die Schranken wies, fand vor sieben Fernsehkameras ein Echo, dass weit über die Landesgrenzen Schleswig-Holsteins zu hören war.



„Ein Ziel für das nächste Jahr ist eine stärkere Nutzung der Bahn Beach, damit die Besucher vom Strand und der Nordermole aus wieder mehr Segeln zum Anfassen erleben können", wagten Andreas Stülcken und Claus-Dieter Stolze bereits einen Ausblick. Auch im Festivalprogramm auf den 80.000 Quadratmetern zwischen Bertlingstraße und Trelleborgallee solle es zur 121. Travemünder Woche einige neue Anziehungspunkte geben, versprachen die TW-Chefs. Und: Es wird wieder „eine normale Woche" - zehn Tage, vom 23. Juli bis zum 1. August 2010.

01/08 2009

Maximilian Hibler auch deutscher Opti-König

Europas bester Opti-Segler ist auch König von Deutschland. Der Bayer Maximilian Hibler aus Rimsting gewann am Sonnabend (1. August) auf der 120. Travemünder Woche in einem Herzschlagfinale die Internationale Deutsche Jüngstenmeisterschaft der höchstens 15-Jährigen. Das gelang in der Teeny-Klasse den Osnabrückern Paul Meyer und Dominic Emanuel sogar überlegen. Schleswig-Holsteins Sterne am Nachwuchshimmel der Jugend (bis 19 Jahre) sind Justus Schmidt und Max Böhme (Schönwalde/Kiel) als 29er-Jugendmeister 2009 sowie die Kieler „Piraten" Kristin Wöhlk und Lukas Brüning. Frauenpower pur zeigten Sophia Diesch und Anna Seidl aus Friedrichshafen im 420er-Finale. Einziger Gesamtgewinner aus dem Ausland wurde der Franzose Rudolphe Roche auf dem Surfbrett BIC Techno 293. Die Krone der Europe ging an Daniel Hagen aus Rheinberg. Der Hamburger Florian Haufe (15) hatte die Laser Radial-Konkurrenz bereits am Vortag für sich entschieden.



Ein hochsommerlicher Tag mit leichter Brise auf der Lübecker Bucht bot die Traumkulisse eines Schlusstags, der in einigen Klassen an Dramatik kaum zu überbieten war. Elf Punkte Vorsprung hatte der frischgebackene Europameister Maximilian Hibler mit aufs Wasser genommen. Doch der Hagnauer Verfolger Marvin Frisch, beide 13 Jahre jung, entpuppte sich als hartnäckiger Gegner. Als Dritter kreuzte er die Ziellinie, Hibler lag vier Plätze zurück. „Dann bin ich fünf Meter vor der Ziellinie in einer totalen Flaute hängengeblieben", so das Toptalent aus der bayrischen Talentschmiede, „und die anderen kamen von hinten auf."



So dicht davor und dann doch noch verlieren? Nein, im letzten Moment füllte sich auch das Segel GER 12337 wieder, und der Junge vom Chiemsee rettete einen elften Rang über die Ziellinie. „Ich dachte die ganze Zeit, dass das noch schief geht", so Maximilian Hibler, „aber dann war ich überglücklich, nachdem die EM am Ende auch schon so spannend war." Zu den Feiernden gehörte auch der Flensburger Nils Carstensen. Der 14-jährige schnappte Muriel-Nathalie Schröder aus Potsdam, die hinter Max Popken aus Berlin Fünfte wurde, durch einen Tagessieg noch „Bronze" weg. „Nils ist im Finale ganz cool geblieben", freute sich Landestrainer Uwe Schimanski, obwohl sein Talent vom Lübecker Yacht-Club (LYC), Malte Student, „an den letzten beiden Tagen Nerven zeigte" und mit Platz 26 zufrieden sein musste.



Mit einer beeindruckenden Souveränität schlossen Justus Schmidt und Max Böhme die Titelkämpfe ab. Nach mäßigen Auftakt beeindruckten sie mit insgesamt sieben Tagessiegen, davon einer am Sonnabend. „Auch bei den leichten Winden, die wir gar nicht so gerne mögen, haben wir uns am Schluss sehr gut zurechtgefunden", so der Vorschoter Böhme, „wir sind hochzufrieden." Dass die 29er-Klasse in drei Jahren ihre Weltmeisterschaft während der 123. Travemünder Woche veranstalten will, könnte dann auch ein Trumpf der Schleswig-Holsteiner auf ihrem „zweiten" Heimatrevier werden.



Auch am Bodensee reifen wieder großartige Talente heran. Getreu der Weisheit, der Apfel fällt nicht weit vom Stamm, trat die 17-Jährige Sophia Diesch aus der Friedrichshafener Segeldynastie in die Fußstapfen ihres Vaters Rupert und ihrer Onkel Jörg und Eckhart (Olympiasieger 1976). Mit Anna Seidl an der Vorschot achtete die Steuerfrau exakt darauf, dass ihre männlichen Verfolger Tim und Marc Fischer aus Mötzingen nicht an ihnen vorbei kamen. Die Brüder wurden im letzten Rennen Sechste, ein Boot hinter den Mädchen.



Die überragende Mixed-Crew der Pirat-Klasse hielt es am Ende wie der Laser Radial-Überflieger Florian Haufe: Sie trat zur letzten Wettfahrt gar nicht mehr an. Grund: Zum einen droht theoretisch noch eine „DNE", das ist eine nicht streichbare Disqualifikation. Zum anderen mischt sich keiner gerne in die weiteren Positionskämpfe ein. „Als es für uns vorzeitig gelaufen war, haben wir den Erfolg einfach genossen und die anderen gewähren lassen", sagten die Kielerin Kristin Wöhlk und ihr Vorschoter Lukas Brüning.



Deutscher Jugendmeister auf dem Surfbrett BIC Techno 293 wurde Mick Mönnig. Allerdings musste sich der Berliner dem von Beginn der Travemünder Woche an führenden Rudolphe Roche in einer packenden letzten Wettfahrt beugen, die der Franzose vor Klaus Maximilian (ebenfalls Berlin) sowie Mönnig (3.) gewann und sich deshalb Internationaler Deutscher Meister nennen darf. Der Lübecker Benedikt Hattich war mit der vierten Platz im Finalrennen und im Gesamtklassment zufrieden und gewann der „Holzmedaille" durchaus Positives ab: „Voriges Jahr dachte noch alle, was will der denn hier", so der 16-Jährige, der „über Nacht" Deutschlands drittbester Nachwuchssurfer wurde.



Der LYC als Ausrichter dankte zum Abschluss seinen TW-Mitveranstaltern Hamburger Segelclub (HSC) und Norddeutscher Regatta Verein (NRV) sowie besonders dem Düsseldorfer Yacht-Club (DYC), der ihm wegen der Mammutveranstaltung des Deutschen Segler-Verbands (DSV) unterstützend zur Seite gesprungen war. Die Sieger und Platzierten wurden von ihrer Konkurrenz und weit mehr als Besuchern der 120. Travemünder Woche auf der Festivalbühne im Brügmanngarten gefeiert. Sie erhielten von DSV-Jugendobmann Wolfgang Wagner Plaketten und Urkunden sowie Erinnerungspreise vom obersten Wettfahrtleiter Walter Mielke. Alle Endergebnisse der 120. Travemünder Woche mit den Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften gibt es im Internet auf der Eventwebsite www.travemuender-woche.de.



 

Segeln in Zahlen



Endergebnisse vom fünften und letzten Wettfahrttag der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften in der 120. Travemünder Woche



Optimist

Endstand nach elf Wettfahrten: 1. Maximilian Hibler (Rimsting) 42 Punkte; 2. Marvin Frisch (Hagnau) 44; 3. Nils Carstensen (Flensburg) 59; 4. Max Popken (Berlin) 69; 5. Muriel-Natalie Schröder (Potsdam) 82; 6. Agata Barwinska (Polen) 87.

 



U-14-Wertung

1. Hibler; 2. Frisch; 3. Popken.

 



Teeny

Endstand nach zwölf Wettfahrten: 1. Paul Meyer/Dominic Emanuel (Osnabrück) 12 Punkte; 2. Finja und Laurisa Priese (Diepholz) 48; 3. Till Dittmers/Lukas Schaeper (Wentorf) 49; 4. Johannes Munk/Oliver Zimmermann (Günzburg) 55; 5. Marcel Rosin/Simon Marcel Spohr (Steinhude) 64; 6. Annemarie Bruns/Eike Lauszus (Billerbeck) 76.

 



U-14-Wertung

1. Meyer/Emanuel; 2. Priese/Priese; 3. Felix Bergmann/Otto Eferth (Berlin).

 



29er

Endstand nach zehn Wettfahrten: 1. Justus Schmidt/Max Boehme (Schönwalde/Kiel) 10 Punkte; 2. Philipp Müller/Moritz Janich (Wörthsee) 22; 3. Philipp und Thilo Kramer (München) 26; 4. Simon Winter/Kilian Holzapfel (Emmerting) 38; 5. Jule und Lotta Görge (Kiel) 48; 6. James Norris/Maximilian Buerger (Großbritannien) 54.

U-17-Wertung

1. Paul Kohlhoff/Tim Krämer (Strande); 2. Kim Niclas und Yannik Holste (Wunstorf); 3. Patrick Kraatz/Florian Hagen (Detmold).

 



Europe

Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Daniel Hagen (Rheinberg) 15 Punkte; 2. Benjamin Winter (Meerbusch) 38; 3. Lena Thöne (Haltern am See) 47; 4. Maximilian Sporleder (Meerbusch) 49; 5. Sabine Gronau (Herdecke) 51; 6. Laura Nitschke (Berlin) 57.

 



U-17-Wertung

1. Hagen; 2. Felix Andreas Kaiser (Sundem); 3. Cilka Schellewald (Krefeld).

 



BIC Techno 293 (Surfbrett)

Endstand nach zwölf Wettfahrten: 1. Rudolphe Roche (Frankreich) 21 Punkte; 2. Mick Mönnig (Berlin) 24; 3. Maximilian Klaus (Berlin) 31; 4. Benedikt Hattich (Lübeck) 39; 5. Florian Albrecht (Berlin) 45; 6. Lasse Mannsbarth (Kiel) 58.

 



Pirat

Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Kirstin Wöhlk/Lukas Brüning (Kiel) 13 Punkte; 2. Frederic und Roderic Frantzheld (Berlin) 28; 3. Nils Dauber/Bastian Offermanns (Aachen) 28; 4. Arne Georg Habermann/Jasper Frese (Holm) 31; 5. Michael Baumgart/Arne Marien (Münster) 31; 6. Elisabeth Baumgart/Annika Werner (Münster) 33.

 



U-17-Wertung

1. Louis und Tim Schneider (Pulheim); 2. Marvin Markmann/Christian Voosen (Papenburg); 3. Uschi Dolfus/Maja Ensslin (Aachen).

 



420er

Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Sophia Diesch/Anna Seidl (Friedrichshafen) 17 Punkte; 2. Tim und Marc Fischer (Mötzingen) 21; 3. Yannick Hafner/Fabian Schöberl (Hagnau) 22; 4. Frederike Loewe/Anna Rattemeyer (Berlin) 31; 5. Julian Stückl/Adrian Hoesch (Tutzing) 33; 6. Svenja Weger/Wiebke Lechler (Kleinmachnow) 35.

 



U-17-Wertung

1. Loewe/Rattemeyer (Berlin); 2. Weger/Lechler; 3. Jan Schiemann/Aaron Scherr (Steisslingen).

 



Laser Radial

Endstand nach zwölf Wettfahrten: 1. Florian Haufe (Hamburg) 30 Punkte; 2. Christian Engelke (Burgdorf) 59; 3. Lukas Feuerherdt (Brandenburg) 65; 4. Helge Bochmann (Falkensee) 70; 5. Ole Nietiedt (Zielow) 84; 6. Conrad Rebholz (Uhldingen-Mühlhofen) 89.



U-17-Wertung

1. Haufe; 2. Nietiedt; 3. Sebastian Bühler (Günzburg).





Baltic Sprint Cup 2009



IRC

5. und letzte Etappe: 1. Daikin Airco (Frans van der Heijden/Niederlande), 2. Scarlet Jester (Stephen Gosling/Großbritannien), 3. Gunvør XL (Sheila Cooke-Witt und Karsten Witt/Kanada und Hamburg).



Gesamtwertung: 1. Daikin Airco 4 Punkte, 2. Gunvør XL 8, 3. Utsider (Jan Brügge/Warnemünde) 11.





ORC Club

5. und letzte Etappe: 1. Imagine (Holger Streckenbach/Greifswald), 2. Conte (Rudolf Schubert/Bottrop), 3. Pyleia (Matthias Bröker/Bremerhaven).



Gesamtwertung: 1. Imagine 4 Punkte, 2. Needles and Pins (Ulrich Münker/Kiel) 10, 3. Conte (Rudolf Schubert/Bottrop) 12.




30/07 2009

Stürmische Böen verkürzten IDJ+JüM-Regattatag

Die Ausläufer eines Sturmtiefs bei Südnorwegen haben der 120. Travemünder Woche am Donnerstag (30. Juli) einen kurzen, aber heftigen Wettfahrttag der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaft beschert. Der frische Südwestwind vom Vormittag nahm über Mittag immer weiter zu und erreichte in Böen Stärke acht. Zuviel des Guten, entschied die Regattaleitung und brach die Rennen auf allen fünf Bahnen ab. Sie sollen am Freitag nachgeholt werden, wenn sich die Wetterlage wieder beruhigt hat.

 

Die Tapfersten waren einmal mehr die 222 Jungen und Mädchen in ihren kleinen Optimisten, die mit unbändigem Willen gegen Wind und Wellen kämpfen. Erst als die Ankerleine des Start- und Zielschiffs von Wettfahrtleiter Jens Kath nicht mehr hielt und auch die Wendetonnen vertrieben, hieß es auch auf Bahn Alpha „AP über H", Abbruch und Warten an Land. Nach Rücksprache mit den Meteorologen der Kieler „Wetterwelt" gab Regattachef Walter Mielke allen Teilnehmer aber bereits um 14.15 Uhr einen freien Nachmittag, der auf der Festivalmeile der Travemünde Woche reiflich genutzt wurde.

 

Als die Bedingungen wirklich nicht mehr segelbar waren, schwamm mancher Jollensegler schon mehr neben seinem Boot, als dass er drin saß. Alle Sicherungs- und Begleitboote waren im Einsatz, um den Kids zu helfen, heil und sicher an Land zu kommen. Das gelang nicht allen. Ein abgeknickter 29er-Mast von Clarissa Cosyns und Maximilian Emmerl aus München, kleinere Blessuren wie Prellungen, aber im Großen und Ganzen keine schwerwiegenden Schäden - das war die glimpfliche Bilanz des ersten Starkwindtags, der etwas früher als gehofft über die Lübecker Bucht hereinbrach. Bei den Piraten, 420ern und Europes gab es überhaupt keine Wettfahrten.

 

Bei den Optis setzte sich Europameister Maximilian Hibler (Rimsting) durch einen dritten Rang in der siebten Wettfahrt wieder an die Spitze des Felds. Auch der Flensburger Nils Carstensen kam mit den rauen Bedingungen sehr gut zurecht und rückte durch einen zweiten Platz auf den gleichen Gesamtrang vor. Die Portsdamerin Muriel-Natalie Schröder büßte durch einen zwölften Platz wertvolle Punkte ein und war nach der Vortagsführung Dritte. Da nur zwei der drei Gruppen die achte Wettfahrt beendeten, gibt der Zwischenstand am Ende des Tages ein verzerrtes Bild wieder.

 



Alle Endergebnisse des dritten Wettfahrttags gibt es im Internet auf der Eventwebsite www.travemuender-woche.de.

 


Segeln in Zahlen

 

Ergebnisse vom dritten Wettfahrttag der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften in der 120. Travemünder Woche

 

Optimist

Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Maximilian Hibler (Rimsting) 25 Punkte; 2. Nils Carstensen (Flensburg) 29; 3. Muriel-Natalie Schröder (Potsdam) 32; 4. Konrad Lipski (Deutschland) 47; 5. Marvin Frisch (Hagnau) 49; 6. Max Popken (Berlin) 57.

 

Teeny

Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Paul Meyer/Dominic Emanuel (Osnabrück) 6 Punkte; 2. Finja und Laurisa Priese (Diepholz) 29; 3. Annemarie Bruns/Eike Lauszus (Billerbeck) 42; 4. Judith Hannah Torka/Lilli Trebs (Berlin) 45; 5. Till Dittmers/Lukas Schaeper (Wentorf) 45; 6. Johannes Munk/Oliver Zimmermann (Günzburg) 57.

 

29er

Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Justus Schmidt/Max Boehme (Schönwalde) 11 Punkte; 2. Philipp Müller/Moritz Janich (Wörthsee) 15; 3. Simon Winter/Kilian Holzapfel (Emmerting) 20; 4. Philipp und Thilo Kramer (München) 21; 5. Paul Kohlhoff/Tim Krämer (Strande) 32; 6. James Norris/Maximilian Buerger (Großbritannien) 34.

 

BIC Techno 293 (Surfbrett)

Gesamtstand nach acht Wettfahrten: 1. Rudolphe Roche (Frankreich) 11 Punkte; 2. Mick Mönnig (Berlin) 13; 3. Benedikt Hattich (Lübeck) 19; 4. Maximilian Klaus (Berlin) 29; 5. Florian Albrecht (Berlin) 33; 6. Tim Poggemann (Bad Endorf) 33.
 

29/07 2009

Muriel-Natalie Schröder überholt die Jungs

Am ersten Tag der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften im Segeln wurde sie noch unter „ferner liefen" geführt. Am Mittwoch (29. Juli) düpierte die zwölfjährige Muriel-Natalie Schröder aus Potsdam auf der 120. Travemünder Woche jedoch die gesamte Konkurrenz der 222 Optimisten und setzte sich mit 20 Punkten vor allen Jungen an die Spitze. Härteste Verfolger sind der amtierende Europameister Maximilian Hibler aus Rimsting zwei Punkte zurück sowie der Flensburger Nils Carstensen (27). Leichte Winde mit zahlreichen Drehern sorgten auf der Lübecker Bucht erneut für anspruchsvolle Bedingungen, in der fast alle geplanten Wettfahrten über die fünf Regattabahnen gingen.



In kaum einer Sportart messen sich Frauen und Männer unter fairen, vergleichbaren Voraussetzungen, aber beim Segeln reichen die weiblichen Aktiven ihren Gegner zumindest in der Jugend oft das Wasser. Und besser als die Jungs zu sein, ist wohl für jedes Mädchen ein innerliches Festessen. Muriel-Natalie Schröder „verspeiste" ihre Widersacher vor allem in der sechsten Wettfahrt als Tagessiegerin mit „Haut und Haaren", nachdem sie zuvor schon Vierte und Zweite war. Bis dahin hatte Maxi Hibler noch alle Trümpfe in der Hand, ehe er mit einem 44. Rang ausrutschte.



Gemischt fiel die Bilanz von Coach Uwe Schimanski aus. Zwar freute er sich als Landestrainer über die konstante Leistung von Carstensen, musste aber auch Rückschläge hinnehmen. Durch eine Frühstartdisqualifikation und einen weiteren Ausrutscher als 36. fiel sein Schützling Malte Student vom TW-Veranstalter Lübecker Yacht-Club in der Gesamtwertung auf den 33. Platz zurück. „Er war dicht an der Linie und ist dann hochgedrückt worden", so der Trainer, „da waren viele andere auch drüber, aber was nützt das. Das gehört zum Segeln dazu." Auch in den trickreichen Bedingungen mit südlichen Winden und Böenstrichen unter den Wolken fand sich der 13-Jährige auf seinem Heimatrevier nicht so gut zurecht.



Wie effizient zweite Plätze sein können, zeigte der Hamburger Youngster Florian Haufe. Der 15-jährige landete gleich drei davon in Serie, wodurch er den Elf-Punkte-Vorsprung an der Spitze der Laser Radial-Klasse verteidigte. Helge Bochmann aus Falkensee löste den Hermannsburger Maurice Oster als härtesten Verfolger ab. „Florian ist ein Kopfsegler", beschreibt sein Trainer Klaus Lahme das Talent, und offenbar ein kluger Kopf. Der wisse genau, wohin er wolle, taktisch auf dem Regattakurs und beim Segeln überhaupt. Vor vier Jahren hatte Haufe bereits von sich reden gemacht, als er bei der Hochseeregatta NORD/LB Baltic Sprint Cup jüngster Teilnehmer überhaupt war.



Obwohl die leichte Brise gar nicht das Spezialgebiet von Justus Schmidt und Max Böhme ist, war das 29er-Duo vom Kieler Yacht-Club in zwei Rennen nicht zu schlagen. Gleichwohl blieb der Vorsprung vor Philipp Müller und Moritz Janich aus Wörthsee mit zwei Zählern zunächst knapp. „Ist echt cool gelaufen", meinte der Vorschoter Böhme, „wir haben klug verteidigt und nichts anbrennen lassen." Dabei war der Schönwalder Steuermann am Vortag noch an der Ankerleine der Starttonne hängengeblieben und hatte nachträglich einen Punktabzug kassiert. „Wir wussten nicht, dass wir einen Strafkringel hätten drehen müssen", erklärte Max Böhme das Missgeschick und blickte schon nach vorne: „Wenn es Donnerstag den vorhergesagten Starkwind gibt, wollen wir erst richtig loslegen." Im Hintergrund spielte da schon die Rockband United Four auf der Festivalbühne der Travemünder Woche. Böhme: „Die müssen wir hören, das ist doch Kult."



Der Surfer Rudolphe Roche aus Frankreich hielt die deutsche Konkurrenz zweimal auf Distanz und verteidigte die Gesamtführung auf dem BIC Techno 293-Brett danach durch einen dritten Platz vor dem Berlin Mick Mönnig. Der 16-jährige Lokalmatador Benedikt Hattich aus Lübeck folgt auf Rang drei. Die beste Surferin kommt ebenfalls aus Frankreich: Chloe Ravot auf Platz sieben.



Nerven wie Drahtseile hatte die herausragende Jüngstencrew in der Teeny-Klasse. Paul Meyer und Dominic Emanuel aus Osnabrück begannen den zweiten Regattatag nach drei lupenreinen Tagessiegen zuvor mit einer Frühstartdisqualifikation. Doch anscheinend unbeeindruckt dominierten sie das 54 Boote starke Feld auch danach wie nach Belieben. Die beiden 13-Jährigen landeten zwei weitere Wettfahrtsiege und durften die Disqualifikation als schlechtestes Einzelresultat streichen. Somit beträgt der Vorsprung im Gesamtklassement vor Till Dittmers und Lukas Schaeper aus Wentorf schon 17 Punkte.



Auf Bahn Foxtrott mussten sich die Piraten und die 420er mit zwei Tageswettfahrten begnügen, weil der Wind gegen Nachmittag immer weiter abnahm. Bis dahin hatte die Kieler Mixed-Crew Kristin Wöhlk und Lukas Brüning schon untermauert, wer das Maß der Dinge im Pirat bleibt. Einem zweiten Platz folgte ein Tagessieg, der die Gesamtführung vor den Berliner Brüdern Frederic und Roderic Frantzheld auf zehn Punkte ausbaute. Auch Sophia Diesch und Anna Seidl aus Friedrichshafen gehen mit neun Punkten weiter als Spitzenreiterinnen in die Goldflotte der 420er. Ihnen gelangen zwei zweite Plätze. Dichtauf liegen Julian Stückl und Adrian Hoesch aus Tutzing (12) sowie Tim und Marc Fischer aus Mötzingen (13).



Bei den Europe-Jollen gab es zwar einen Führungswechsel, aber das Geschlecht blieb. Mit Lena Thöne aus Haltern am See behielt eine junge Frau die Oberhand vor Daniel Hagen aus Rheinberg, der einen Sprung nach oben machte. Die Herdeckerin Sabine Gronau (3.) musste die Vortagesführung abgeben, da sie ihren 33. Platz im fünften Rennen zwar streichen konnte, aber nun den 14. vom Vortag in die Wertung nehmen muss. Auch Maximilian Sporleder vom Segelklub Bayer Uerdingen büßte durch einen 33. Rang zwei Plätze ein und ist nun Vierter.






Segeln in Zahlen



Ergebnisse vom zweiten Wettfahrttag der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften in der 120. Travemünder Woche



Optimist

Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Muriel-Natalie Schröder (Potsdam) 20 Punkte; 2. Maximilian Hibler (Rimsting) 22; 3. Nils Carstensen (Flensburg) 27; 4. Marvin Frisch (Hagnau) 32; 5. Konrad Lipski (Polen) 33; 6. Iben Nielsby (Dänemark) 50.



Teeny

Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Paul Meyer/Dominic Emanuel (Osnabrück) 5 Punkte; 2. Till Dittmers/Lukas Schaeper (Wentorf) 22; 3. Finja und Laurisa Priese (Diepholz) 23; 4. Felix Bergemann/Otto Eyferth (Berlin) 32; 5. Judith Hannah Torka/Lilli Trebs (Berlin) 33; 6. Marcel Rosin/Simon Marcel Spohr (Steinhude) 33.



29er

Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Justus Schmidt/Max Boehme (Schönwalde) 10 Punkte; 2. Philipp Müller/Moritz Janich (Wörthsee) 12; 3. Simon Winter/Kilian Holzapfel (Emmerting) 13; 4. Philipp und Thilo Kramer (München) 19; 5. James Norris/Maximilian Buerger (Großbritannien) 21; 6. Jule und Lotta Görge (Kiel) 24.



Europe

Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Lena Thöne (Haltern am See) 13 Punkte; 2. Daniel Hagen (Rheinberg) 16; 3. Sabine Gronau (Herdecke) 21; 4. Maximilian Sporleder (Meerbusch) 23; 5. Benjamin Winter (Meerbusch) 28; 6. Ann-Kathrin Frank (Hamburg) 29.



BIC Techno 293 (Surfbrett)

Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Rudolphe Roche (Frankreich) 8 Punkte; 2. Mick Mönnig (Berlin) 11; 3. Benedikt Hattich (Lübeck) 19; 4. Maximilian Klaus (Berlin) 21; 5. Lasse Mannsbarth (Kiel) 29; 6. Florian Albrecht (Berlin) 32.



Pirat

Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Kirstin Wöhlk/Lukas Brüning (Kiel) 5 Punkte; 2. Frederic und Roderic Frantzheld (Berlin) 15; 3. Ben Uerlichs/Michael Bünten (Simmerath) 17; 4. Michael Baumgart/Arne Marien (Münster) 18; 5. Elisabeth Baumgart/Annika Werner (Münster) 19; 6. Nils Dauber/Bastian Offermanns (Aachen) 22.



420er

Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Sophia Diesch/Anna Seidl (Friedrichshafen) 9 Punkte; 2. Julian Stückl/Adrian Hoesch (Tutzing) 12; 3. Tim und Marc Fischer (Mötzingen) 13; 4. Svenja Weger/Wiebke Lechler (Kleinmachnow) 19; 5. Ann-Christin Goliaß/Anke Lukosch (Hagen) 19; 6. Frederike Loewe/Anna Rattemeyer (Berlin) 20.



Laser Radial

Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Florian Haufe (Hamburg) 8 Punkte; 2. Helge Bochmann (Falkensee) 19; 3. Maurice Oster (Hermannsburg) 28; 4. Christian Engelke (Burgdorf) 28; 5. Stella Altmann (Berlin) 29; 6. Ole Nietiedt (Zielow) 29.




www.travemeunder-woche.de


29/07 2009

Travemünder Woche: Deutsche Jugend- und Jüngstenmeisterschaft

Der Auftakt der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften bei der 120. Travemünder Woche wurde für den Segelnachwuchs zum Marathon. Bei idealen äußeren Bedingungen, aber anspruchsvollen, weil wechselhaften Winden blieben am Dienstag (28. Juli) einige der rund 900 Aktiven rund zehn Stunden auf dem Wasser der Lübecker Bucht, ehe in allen acht Bootsklassen drei Wettfahrten absolviert waren. Als letzte kehrten ausgerechnet die Kleinsten und Jüngsten mit ihren Optis an Land zurück. Dort wurde der Pole Konrad Lipski vor Europameister Maximilian Hibler aus Rimsting als erster Spitzenreiter der Titelkämpfe des Nachwuchses beglückwünscht.

 

Die Aufregung war groß, die Nervosität allgegenwärtig bevor es nach den tagelangen Vorbereitungen am Morgen endlich los ging. Rasmus zeigte sich gut gelaunt und servierte zunächst eine leichte bis mäßige westliche Brise. Die ersten Laser Radial-Segler wasserten ihre Jollen am Leuchtenfeld an der Travepromenade bereits zwei Stunden vor dem Startschuss. Als 222 Optimisten am Priwallstrand neben der Südermole in See stachen, klopften vor allem die Herzen der zahlreichen Eltern, die noch einige gute und gut gemeinte Ratschlägen mit auf die Bahn Charlie gaben.

 

Wie hoch- oder übermotiviert vor allem die Jüngsten waren, dokumentierten allein elf Massenfrühstarts, die Wettfahrtleiter Jens Kath abbrechen musste. Keiner wollte auch nur einen Zentimeter verschenken. Dann drehte der Wind auch noch um 90 Grad, und die Bahn musste neu ausgelegt werden. So ging die letzte Gruppenwettfahrt erst sechs Stunden nach der ersten los: um 17.10 Uhr. Mit Müsliriegeln wurde die Teilnehmer bei Laune und Kraft gehalten. Dennoch waren manche am Ende eines begeisternden Regattatags völlig platt. „Das war schon ziemlich extrem, aber die Kids sind Kummer gewöhnt", meinte Schleswig-Holsteins Landeshonorartrainer Uwe Schimanski, der auch die gesamte Jugend vom TW-Hauptveranstalter Lübecker Yacht-Club (LYC) betreut.

 

„Schimmi" freute sich über den starken Auftritt von Lokalmatador Malte Student, der mit Hibler gemeinsam in einer der insgesamt sechs Startgruppen segelt. Der 13-Jährige glänzte zweimal als Dritter, musste sich aber jeweils dem Bayern beugen. „Im letzten Rennen ist mir Maxi noch durchgerutscht", so das LYC-Talent, „aber meinem Ziel der Top 20 bin ich ja zumindest schon auf der Spur." Im Zwischenklassement belegt er Rang neun. Seine Klasse stellte der frischgebackene Europameister aus Rimsting unter Beweis, der einmal Erster und einmal Zweiter im Ziel war und nur aufgrund seines 14. Rangs zwischendurch noch Verfolger des Polen Lipski ist.

 

Den Schleswig-Holsteinern Justus Schmidt und Max Böhme vom Kieler Yacht-Club gelang im 29er genau das, was sie sich seit Monaten vorgenommen hatten. Mit einem Tagessieg in der dritten Wettfahrt steuerte der Schönwalder Schmidt die Gleitjolle auf Platz eins der Gesamtwertung. Dort wollen sich die beiden festsetzen, denn nachdem sie 2008 den Titel bei den altersoffenen Deutschen Meisterschaften holten, verpatzten sie die Jugend-IDM als Siebte.

 

Auch bei den Piraten kommt die beste Tagescrew aus Kiel. Kristin Wöhlk und Lukas Brüning ließen einem dritten Platz gleich zwei Tagessiege folgen und bauten ihren Vorsprung vor Frederic und Roderic Frantzheld aus Berlin bereits auf acht Punkte aus. Auf dem Surfbrett BIC Techno 293 liegt der Kieler Lasse Mannsbarth hinter dem Spitzenreiter Mick Mönnig aus Berlin und dem Franzosen Rudolphe Roche auf Rang drei.

 

Die Gesamtführenden im 420er stammen vom Bodensee. Es sind Sophia Diesch und Anna Seidl aus Friedrichshafen, die einen Zähler vor den Hamburgern Till Krüger und Oliver Wichert rangieren. Allein der Name der Steuerfrau spricht für sich, denn die 17-Jährige ist Tochter von Rupert Diesch, dem Cousin der Olympiasieger von 1976 im Flying Dutchman, Jörg und Eckart Diesch. Auch die Söhne des Letzteren, Simon (14) und Felix (17) sind bei der Travemünder Woche am Start. Allerdings verhauten sie das dritte Rennen als 35. ziemlich und waren mit dem vorrübergehenden 23. Platz noch nicht im eigenen Soll.

 

Auch Sabine Gronau aus Herdecke in der Europe-Klasse zeigte den „Herren" der Schöpfung, dass Mädchen beim Segeln keineswegs unterlegen sein müssen. Vor allen Jungs zu liegen, habe ihr „besonders viel Spaß gemacht". Zwar leistete sich die 17-jährige nach einem Tagessieg zu Beginn einen kleinen Ausrutscher (14.), war davon jedoch unbeeindruckt. „Das hätte noch schlimmer kommen können", meine die Gymnasiastin, die gegen 50 Gegner antritt. Platz zwei im dritten Rennen sicherte ihr die Führung punktgleich vor dem gleichaltrigen Maximilian Sporleder vom Segelklub Bayer Uerdingen und Lena Thöne aus Haltern am See. Olympische Ambitionen im Laser Radial hat Sabine Gronau überhaupt nicht: „Die (ehemals olympische, d. Red.) Europe ist einfach das viel besser Boot."

 

Dem würden die radi(k)alen Laser-Spitzensegler vermutlich kaum zustimmen. Hier dominierten wiederum die Jungen, die zunächst allerdings auch kaum zu bändigen waren. Meeno Bülow zählte allein 29 Disqualifikationen wegen Frühstarts. Der Wettfahrtleiter kündigte an: „Am Mittwoch werde ich gleich die schwarze Flagge setzen." Das bedeutet verschärfte Startregeln von Beginn an. Diesen Fauxpas wird sich die Spitzengruppe kaum leisten wollen. Schließlich zählen die Punkte nach dem zweiten Wettfahrttag, der die Unterteilung in Gold- und Silberflotte bringen soll, auch im zweiten Teil der Meisterschaften weiter.

 

Einen eindrucksvollen Auftakt legte der 15-jährige Florian Haufe vom Norddeutschen Regatta Verein (NRV) Hamburg hin, der zwei Tagessiege und einen dritten Rang zu Buche stehen hat. Das bedeutet die überlegene Gesamtführung elf Zähler vor seinen Vereinskollegen Maurice Oster, der mit Helge Bochmann aus Falkensee punktgleich ist. „Das war ein Bilderbuchstart, den wir ausbauen wollen", sagte NRV-Trainer Klaus Lahme, „Florian hat sein Können einmal mehr unter Beweis gestellt." Nach Platz fünf beim Pfingstbusch in Kiel und „Bronze" im ersten Teil der Travemünder Woche scheint der Weg für Haufe vorgezeichnet.

 

 



 

Segeln in Zahlen

 

Ergebnisse vom ersten Wettfahrttag der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften in der 120. Travemünder Woche

 

Optimist

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Konrad Lipski (Polen) 12 Punkte; 2. Maximilian Hibler (Rimsting) 17; 3. Nils Carstensen (Flensburg) 17; 4. Leon Kloten (Berlin) 18; 5. Maximilian Bäurle (Laupheim) 20; 6. Agata Barwinska (Polen) 25.

 

Teeny

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Paul Meyer/Dominic Emanuel (Osnabrück) 3 Punkte; 2. Finja und Laurisa Priese (Diepholz) 8; 3. Judith Hannah Torka/Lilli Trebs (Berlin) 16; 4. Marcel Rosin/Simon Marcel Spohr (Steinhude) 18; 5. Felix Bergemann/Otto Eyferth (Berlin) 19; 6. Till Dittmers/Lukas Schaeper (Wentorf) 29.

 

29er

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Justus Schmidt/Max Boehme (Schönwalde) 13 Punkte; 2. Simon Winter/Kilian Holzapfel (Emmerting) 16; 3. Jule und Lotta Görge (Kiel) 19; 4. James Norris/Maximilian Buerger (Großbritannien) 25; 5. Patrick Kraatz/Florian Hagen (Detmold) 25; 6. Kristin Geisler/Andrea Fuchs (München) 26.

 

Europe

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Sabine Gronau (Herdecke) 17 Punkte; 2. Maximilian Sporleder (Meerbusch) 17; 3. Lena Thöne (Haltern am See) 20; 4. Benjamin Winter (Meerbusch) 21; 5. Ann-Kathrin Frank (Hamburg) 23; 6. Cilka Schellewald (Krefeld) 26.

 

BIC Techno 293 (Surfbrett)

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Mick Mönnig (Berlin) 5 Punkte; 2. Rudolphe Roche (Frankreich) 6; 3. Lasse Mannsbarth (Kiel) 11; 4. Maximilian Klaus (Berlin) 12; 5. Benedikt Hattich (Lübeck) 15; 6. Florian Albrecht (Berlin) 17.

 

Pirat

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Kirstin Wöhlk/Lukas Brüning (Kiel) 5 Punkte; 2. Frederic und Roderic Frantzheld (Berlin) 13; 3. Wilko Beinlich/Titus Molkenbur (Münster) 18; 4. Ben Uerlichs/Michael Bünten (Simmerath) 20; 5. Arne Georg Habermann/Jasper Frese (Holm) 24; 6. Elisabeth Baumgart/Annika Werner (Münster) 26.

 

420er

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Sophia Diesch/Anna Seidl (Friedrichshafen) 8 Punkte; 2. Till Krüger/Oliver Wichert (Hamburg) 9; 3. Dominik Müller/Francesco Wiedemann (Uttenreuth) 11; 4. Frederike Loewe/Anna Rattemeyer (Berlin) 12; 5. Tim Fischer/Marc Fischer (Mötzingen) 17; 6. Yannick Hafner/Fabian Schöberl (Hagnau) 18.

 

Laser Radial

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Florian Haufe (Hamburg) 5 Punkte; 2. Maurice Oster (Hermannsburg) 16; 3. Helge Bochmann (Falkensee) 16; 4. Lukas Feuerherdt (Brandenburg) 18; 5. Daniel Edinger (Berlin) 20; 6. Christian Engelke (Burgdorf) 21.

 

 

27/07 2009

Segeljugend der Nation in Travemünde startklar

Bild Travemünder-Woche / Könitzer

Wer träumt da nicht von, als junge Seglerin oder junger Segler einmal ganz oben auf dem Treppchen zu stehen. Deutscher Meister, das wäre schon etwas. Ab Dienstag (28. Juli) schicken sich rund 850 Jugendliche aus dem ganzen Bundesgebiet, aber auch einige aus dem Ausland an, genau diesen Traum zu verwirklichen. Sie starten ab 11 Uhr auf der Lübecker Bucht zur Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaft 2009 (IDJ+JüM), wo die 120. Travemünder Woche zu ihrem zweiwöchigen Jubiläum (17. Juli bis 2. August) den würdigen Rahmen für die Titelkämpfe des nationalen Segelnachwuchses bildet.

 

In den acht Bootsklassen Optimist (233), Europe (54), Laser Radial (161), Pirat (32), 420er (96), 29er (33), Teeny (54) und BIC Techno 293 (27) sind insgesamt 690 Meldungen eingegangen. Neben 640 einheimischen Anwärtern kamen weitere aus den zehn Nationen Belgien (3), Tschechien (5), Dänemark (11), Frankreich (6), Großbritannien (3), Irland (2), Japan (4), Polen (11) sowie der Schweiz (2) und Schweden (3). Die großen Felder der Optis, Laser Radial und 420er treten zunächst in Gruppen gegeneinander an. In allen Klassen sind bis Sonnabend (1. August) insgesamt zwölf Wettfahrten vorgesehen.

 

Mit Breakdance und Fanfarenklängen, kurzen Reden und erwartungsvollen Teilnehmern, die stolz ihre Landesfarben und -flaggen präsentierten, war die IDJ+JüM am Sonntagabend (26. Juli) auf dem Festivalgelände der Travemünder Woche eröffnet worden. Zahlreiche Besucher verfolgten die feierliche Zeremonie auf der Festivalbühne im Brügmanngarten, die mit der Fahne der Hansestadt Lübeck in Mitte eingerahmt von der Nationalen und der Schleswig-Holstein-Flagge geschmückt war. An der Seite der Bühne hatten sich die Fahnenträger der 16 Bundesländer aufgestellt.

 

Die Grußredner vom Vorsitzenden des Lübecker Yacht-Clubs, Rolf Erwert, über Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe und Schleswig-Holsteins „kommissarischer" Innenminister Rainer Wiegard bis zum Präsidenten den Deutschen Segler-Verbands, Rolf Bähr, der die Meisterschaften letztlich eröffnete, sprachen unisono von einem herausragenden Regattaevent. Die Jugend ist ein Juwel und gibt der 120. Travemünder Woche ihren besonderen Glanz. Sie kam in den Shirts ihrer jeweiligen Trainingsgruppen, hochmotivierte Mädchen und Jungen, die sich gegenseitig anfeuerten.

 

Die große Chance, in diesem Jahr ins Rampenlicht zu treten, liegt für viele hoffnungsvolle Talente zum einen in der jährlichen Neubesetzung der Klassen. Oft scheiden die Vorjahressieger altersbedingt aus oder steigen vorzeitig in größere Boote um. Zum anderen hat sich ein Teil der Kadersegler für die Jugendeuropa- oder -weltmeisterschaften ihrer Klassen qualifiziert, deren terminliche Überschneidung mit der IDJ+JüM durch die Enge des internationalen Regattakalenders teils nicht zu verhindern war. So durften drei Mädchen und fünf Jungen zur Opti-WM ins brasilianische Niterói bei Rio de Janeiro reisen, um vielleicht in die Fußstapfen der ehemaligen deutschen Weltmeister Tina Lutz und Julian Autenrieth zu treten.

 

Auch der Lokalmatador Malte Student vom Lübecker Yacht-Club (LYC) hätte nichts gegen eine Regattareise nach Südamerika gehabt, doch war der 13-Jährige realistisch genug und bescheiden: „Ich freue mich genauso, in Travemünde dabei zu sein." 2008 war der Schüler aus Obernwohlde bei Lübeck 37. von 204 Teilnehmern, hatte dabei jedoch zwei ärgerliche Disqualifikationen zu Buche stehen. LYC-Coach Uwe Schimanski traut seinem Talent in diesem Jahr eine deutliche Steigerung zu. „Die Bayern sind richtig gut", weiß das Nordlicht, „und auch noch einige andere müsste ich schlagen." Topfavorit ist der frischgebackene Europameister Maximilian Hibler aus Rimsting.

 

In der Jugendklasse 420er fand die dritte EM- und WM-Ausscheidung im Mai auf dem Meisterschaftsrevier in Travemünde statt. Dort siegte der Opti-Weltmeister von 2006, Julian Autenrieth, mit seinem Bruder Philipp und zog die Fahrkarten zur WM am Gardasee, die parallel zur IDJM stattfindet. Deshalb blieb es der einzige Auftritt der Augsburger Titelverteidiger vom Bayerischen Yacht-Club an der Travemündung. Nina Brenk und Daniel Ribnitzky aus Keltern stehen dagegen schon vor ihrem dritten. Die Ausscheidung beendeten sie zwar nur als 52. Doch vorige Woche gewann das Duo aus Süddeutschland die 420er-Regatta der Travemünder Woche als Generalprobe und gehört seitdem zu den Mitfavoriten.

 

Während der 420er als Sprungbrett in die olympische 470er-Klasse dient, ist es der 29er für die Gleitjolle 49er. Eine Skiff-Hochburg im Norden steht beim Kieler Yacht-Club. Trainer Patrick Böhmer hat das Ziel für die Travemünder Woche bereits abgesteckt: „Vier 29er-Mannschaften unter die Top Ten." Seine besten starteten dafür direkt im Anschluss an die WM vom Gardasee 1.300 Kilometer durch, um den ersten Wettfahrttag auf der Lübecker Bucht nicht zu verpassen. Die besten Deutschen auf der WM kommen jedoch aus dem Süden. Die Brüder Philipp und Thilo Kramer aus München wurde Vierte in der Silberflotte (zweitbeste 25). Philipp Müller und Moritz Janich aus Wörthsee folgten auf Rang sieben. Mit diesen beiden Crews dürfte auch in Travemünde zu rechnen sein.

 

Ein großes Augenmerk legen die Landes- und Bundestrainer auch auf die Einhand-Klassen Europe und Laser Radial. Denn Letztere ist für die Frauen olympisch, nachdem sie die Europe ablöste. Und die Männer segeln 2012 in Weymouth/Großbritannien wieder das gleiche Boot nur mir größerer Segelfläche. Für die Eckernförder Geheimfavoriten Wiebke Siemsen, als Achte der TW-Wettfahrten bestes Mädchen, und Lennart Hänel zum Beispiel ist die Deutsche der Saisonhöhepunkt.



 

26/07 2009

120. Travemünder Woche: positive Halbzeitbilanz

Zu Beginn der zweiten Halbzeit waren bereits fast 800.000 Besucher auf der 120. Travemünder Woche zu Gast. Vor diesem Hintergrund zogen die Veranstalter vom Lübecker Yacht-Club eine positive Zwischenbilanz. Die als schönste Segelregatta der Welt bekannte und beliebte Großveranstaltung dauert in diesem Jahr ausnahmsweise 17 Tage. Grund: Deutschlands bester Segelnachwuchs kürt in der zweiten Woche seine Meister. Die Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften mit 900 Aktiven aus neun Nationen werden am Sonntagabend (26. Juli) um 19 Uhr feierlich eröffnet. Das begleitende Festival an Land mit allen Programmhöhepunkten dauert noch bis zum kommenden Sonntag (2. August).„Wir sind mit dem Verlauf des ersten Teils unser Jubiläums-TW mehr als zufrieden, weil auf dem Wasser fast alle Wettfahrten ohne einen einzigen Ausfalltag absolviert werden konnten und uns das Publikum an Land trotz Schauerwetters die Treue gehalten hat", resümierten die Geschäftsführer der Travemünder Woche, Andreas Stülcken und Claus-Dieter Stolze die ersten neun Tage. Im Laufe des Sonntagabends, an dem das erste atemberaubende Höhenfeuerwerk an der Nordermole das Bergfest des Geburtstagsevents symbolisiert, wurde der 800.000ste Besucher erwartet. „Damit liegen wir im Soll, um am Ende der 17 Tage die Rekordzahl von 1,3 Millionen zu erreichen", bestätigte auch Uwe Bergmann aus Hamburg. Seine gleichnamige Eventagentur hat dafür gesorgt, dass Lübecks „fünfte Jahreszeit" in diesem Jahr auf 80.000 Quadratmetern Festivalgelände in die Verlängerung geht. Die Organisationsleitung stellte in ihrer Halbzeitanalyse außerdem den fröhlich-friedlichen Verlauf der 120. Travemünder Woche heraus. Der eine oder andere Gewitterschauer, die laut Vorhersage bis auf weiteres abgezogen sein sollen, habe der ausgelassenen Stimmung vor den sieben Bühnen, in den sechs Beachclubs und an den 160 Gastronomie- und Verkaufsständen kaum einen Abbruch getan. Polizei und Sicherheitsdienste meldeten keine ersthaften Zwischenfälle oder Ausschreitungen. Das Konzept des glasfreien Strands und der präventiven, mobilen Kontrollen gegen Jugendalkoholismus gehe auf. Viel Lob von den Zuschauern aus nah und fern erntete die Laser- und Pyroperformance „Duell der Elemente". „Das Wechselspiel von Feuer, Wasser und Licht rund um die wundervolle ‚Passat‘ mit der Musik dazu ist einzigartig", schwärmte Emily Weingarten aus Österreich, „das ist der krönende Abschluss eines abwechslungsreichen Tags in Travemünde." Die Show an der historischen Viermastbark wird von Montag bis Sonnabend jeweils nach 22.45 Uhr fortgesetzt, wenn die letzte Großfähre die Trave passiert hat. Am nächsten Sonntagabend wird ein zweites Höhenfeuerwerk die größte, längste und schönste Travemünder Woche aller Zeiten beenden.

Doch bis dahin dürfen es sich die See- und Sehleute noch richtig gut gehen lassen. Der klassische TW-Tag beginnt auch in der zweiten Woche um 10 Uhr vormittags, wenn die Standbetreiber ihre Vorhänge öffnen. Die Shoppingmall in der Berlingstraße bildet das Eingangstor vom Strandbahnhof aus, die Trelleborgallee mit Kunsthandwerk und Kurzweil traveseitig von der Außenallee her. Der CITTI-Park (13 bis 19 Uhr) im Brügmanngarten verstärkt sein Spiel- und Sportangebot durch ein zweites Bungee-Trampolin. Auf der Festivalbühne nebenan stehen Rock- und Popbands im Mittelpunkt, darunter United Four im Kuhoutfit am Mittwoch (29. Juli) und Kurt „Supermax" Hauenstein als Topact am Donnerstagabend (30. Juli).

Auch für die Eltern und Großeltern der Segeljugend bleibt gesorgt. Wenn sich die Aufregung des Wettfahrttags gelegt hat, darf an der Holsten Sailors Bar im Seglervillage beim Sundowner weiter gefachsimpelt werden. Tipp für den klaren Kopf: der alkoholfreie Cocktail „Ipanema". Keine 100 Meter traveauswärts bitten LN und NDR zu jazzigen Klängen und lukullischen Köstlichkeiten in ihr Medienzelt. Funkhausdirektor Friedrich Wilhelm Kramer brachte es schon am Freitag (24. Juli) vor der Halbzeit ohne Pause auf den Punkt: „Die schlechte Nachricht ist, dass die erste Travemünder Woche vorbei geht; die gute aber bleibt, dass es nahtlos mit der zweiten Woche weitergeht!"

25/07 2009

Travemünder Woche: Verdammt nasse Langstrecke

"Nass war es, verdammt nass, aber trotzdem total klasse", schüttelt sich Björn Jonas, Taktiker der „Big Easy" „Von null Wind hoch auf 34 Knoten - von jetzt auf gleich war alles dabei", erzählt der Hamburger. Die Crews der Mittelstrecken-Wettfahrten zwischen Travemünde und Grömitz haben auf dem Wasser mehrmals ganz kräftige Schauer erwischt - und fette Böen, denn die Gewitter hatten es in sich, aber dadurch hat sich Keiner die Stimmung vermiesen lassen. „Eine schöne Wettfahrtserie - viel Regen und tierische Winddreher haben die Segler mächtig gefordert", erzählt auch Wettfahrtleiter Jens Kath.Am Freitagmorgen hieß es für die knapp 50 Offshore-Yachten Kurs Grömitz. Bereits im dritten Jahr führt die zweiteilige Mittelstrecken-Regatta in das Ostseebad. Nach rund 40 Seemeilen wurde dort im Hafen kräftig gefeiert. „Die von den Grömitzern organisierte Party war großartig", strahlt Jonas. Und am nächsten Morgen ging es nach einem gemeinsamen Frühstück und dem Skippers-Meeting im Seglerzelt weitere 40 Seemeilen kreuz und quer über die Lübecker Bucht zurück nach Travemünde. „In einigen Schauern steckte so viel Wind, dass viele sogar das Groß kurzzeitig geborgen haben und nur mit dem Vorsegel weiterfuhren", berichtet der Wettfahrtleiter. Am Ende standen die Sieger nach zwei Läufen in den fünf Ostseecup-Klassen fest:

OSC I: 1. Picaro (Georg Westphal/Lübeck) 2 Punkte; 2. Einstein für 4 (Karl Liensthöft/Lübeck) 4; 3. Tabaluga (Uwe Wulf/Lübeck) 6.

OSC II: 1. na und (Stefan Meining/Lübeck) 2 Punkte; 2. Sisqua (Armin Balser/Frankfurt) 4; 3. Flotte Lotte (Frank Hassler/Timmendorfer Strand) 6.

OSC III: 1. Sylla (Harald Schöppener/Wismar) 2 Punkte; 2. Tsunami (Lutz Pouplier/Geesthacht) 4; 3. Makatea (Gerd Schneider/Lübeck) 6.

OSC IV: 1. KalkEi (Frank Schuberth/Rostock) 2 Punkte; 2. Snabelskoen (Björn Carstensen/Scharbeutz) 4; 3. Hatifanatte (Arnd Ackermann/Lübeck) 6.

OSC V: 1. Shoddy (Christian Heinritz/Heiligenhafen)Punkte 4; 2. Havoc (Peter Thyen/Lübeck) 9; 3. Adamas (Jan Peters/Malente) 10.; 4. Robinson (Holger Reppin/Lübeck) 11; 5. Westwind (Peter Süselbeck/Oberhausen) 16; 6. Ginkgo (Dirk Clasen/Wedel) 16.

In diesem Jahr gab es für die Crews zudem einen ganz besonderen Anreiz. Unter den Yachten, die den ersten Teil der Mittelstreckenregatta ordnungsgemäß gestartet und durchs Ziel in Grömitz gesegelt sind, verlost die Travemünder Woche Organisation bei der Siegerehrung eine Kreuzfahrt für zwei Personen mit der DEUTSCHLAND, gestiftet von der Deilmann Rederei.

25/07 2009

Travemünder Woche: Opti-Europameister auf der Passat

„Wahnsinn!! Wenn ich mir vorstelle, wie die hiermit vor fast 100 Jahren gesegelt sind, weckt das meine Abenteuerlust", begeisterte sich Maximilian Hibler (13), amtierender Deutscher Meister und frischgebackener Europameister im Opti, als er erstaunt und mit großen Augen die Viermastbark „Passat" in Travemünde betritt. Hartmut Haase, erster Vorsitzender des Vereins „Rettet die Passat" e.V. gab gestern den bayrischen Opti-Kaderseglern eine exklusive Führung über das 111 Meter lange Travemünder Wahrzeichen. 1911 erbaut und am Heiligabend des gleichen Jahres zum ersten Mal nach Chile in See gestochen, feiert die rund 60 Meter hohe Dame im übernächsten Jahr ihren 100. Geburtstag. Mit über 3300 geladenen Tonnen Getreide war die „Passat" eines der wichtigsten Handelsschiffe. „Cool mit so einem Schiff auf allen Weltmeeren unterwegs zu sein und um Kap Horn zu segeln", führte Max weiter aus, während er am Steuer stand und sehnsüchtig in die Ferne blickte. Rund 4000 Quadratmeter Segelfläche und Spitzengeschwindigkeiten um die 18 Knoten boten der 36-köpfigen Mannschaft täglich harte Arbeit und unglaubliche Strapazen. 1959 rettete die Stadt Lübeck die beim Bau sieben Millionen Mark teure Lady vor dem Abwracken und gab ihr am Priwall ein neues Zuhause. Heute ist das letzte deutsche Frachten-Großsegelschiff Museum, Jugendherberge und sogar Standesamt. Außerdem bietet die „Passat" die Möglichkeit Festivitäten aller Art in einer maritimen und altertümlichen Atmosphäre zu genießen. Zur Zeit der Travemünder Woche wird auf ihr eine eindrucksvolle Laser- und Pyroshow veranstaltet, die mit Feuerwerk und dazu abgestimmter Musik die Abende des 120. Segelevents abrundet. „Jung und Alt sind absolut bezaubert von diesem imposanten Schiff", sagt Norbert Haimerl, Geschäftsführer des Regional Fernsehens Oberbayern, der die Opti-Kids bei ihrem Rundgang begleitet. In den kommenden Tagen werden rund 250 junge Segler sich in den Einhand-Jollen während den Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften beweisen und mit ihren 2,30 Meter langen Optimisten ehrfürchtig an der großen Greisin vorbeisegeln.

25/07 2009

120. Travemünder Woche: Erster Test für die Opimisten

Als ersten Leistungsvergleich vor der großen Meisterschaft der Jüngstenklassen in der kommenden Woche starteten die Opti-Kids um Stadtwerke Lübeck Cup.
Tapfer aber pitschnass kämpften sich am Nachmittag 20 kleine Segler über den von Wettfahrtleiter Jens Kath ausgelegten Parcours vor der Nordermole. Es ging um Ruhm und Ehre beim Stadtwerke Lübeck Opti Cup. Fünf Lübecker Kinder forderten den Rest der Nation heraus und traten gegen 15 Jungen und Mädchen aus zehn Bundesländern an - angefeuert von den Zuschauern der jeweiligen Landesverbände und den Besuchern der Travemünder Woche.Kurz nach dem Start öffnete Petrus allerdings die Himmelsschleusen und es regnete ganz besonders kräftig und anhaltend. Wettfahrtleiter Jens Kath, der auch die Meisterschaft der Optimisten leiten wird, war begeistert: „Die Mole war voller Zuschauer bis der Regen einsetzte und die Stimmung war klasse".
Nach sechs Rennen war die Siegerin dann entschieden: Die 13-Jährige Fabienne Oster aus dem Niedersächsischen Hermannsburg gewann den Cup der Stadtwerke vor Niclas Kath aus Lübeck und Benedikt Northoff aus München.Die Regatta der 9 bis 15-Jährigen war auch ein erstes Training - und ein kleiner Vorgeschmack auf die in der kommenden Woche startenden Internationalen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften. Ab Dienstag (28. Juli) wird es dann ernst für den Seglerischen Nachwuchs, denn es geht um die Deutschen Meistertitel in allen acht Jüngsten - und Jugendklassen. Um den Sieg bei den Optimisten kämpfen dann 233 Segler auf der Lübecker Bucht.

25/07 2009

120. Travemünder Woche: Sebastian Bühler gelingt Generalprobe

Souveräne Sieger: Helge und Christian Sach. Foto: Travemünder Woche/Könitzer

Bei erneut idealen Segelbedingungen ging am Sonnabend (25. Juli) der erste Teil der 120. Travemünder Woche zu Ende. Acht Bootsklassen kürten teils haushoch, teils hauchdünn überlegene Gesamtsieger. In der olympischen Laser Radial-Jolle gelang Sebastian Bühler aus Günzburg die Generalprobe für die Internationale Deutsche Jugend- und Jüngstenmeisterschaft (IDJ+JüM), deren Wettfahrten in der zweiten TW-Halbzeit ab Dienstag (28. Juli) beginnen. Auch Nina Brenk und Daniel Ribitzky aus Keltern scheinen im 420er bestens für die Titelkämpfe gerüstet. Sie hatten Platz eins schon vor einer Frühstartdisqualifikation im Finalrennen sicher. Im Pirat musste der Nachwuchs dagegen anerkennen, dass die ältere Generation noch schneller unterwegs war. Es siegten Thomas Kaitschick und Peter Gardeweg (Lübeck/Bad Oldesloe). „Am Anfang hatte ich gar nicht auf Ergebnis gesegelt", meinte der 16-jährige Bühler, „sondern die TW nur als Trainingsregatta für die Deutsche betrachtet." Doch dann bekam er einen Lauf, siegte mit 13 Punkten Vorsprung vor Helge Bochmann aus Falkensee und ist für die kommende Woche hochmotiviert. „Ein oder zwei starke Gegner kommen dann zwar noch dazu. Aber mein Meisterschaftsziel, unter die besten Fünf zu kommen, scheint mir realistisch", so der Günzburger.


In der gesonderten U17-Wertung will er am Ende wieder aufs Podium steigen. Insgesamt haben 160 Aktive für die IDJM der Laser Radial gemeldet. Bei der IDJM-Testregatta der Piraten dagegen landeten Kristin Wöhlk und Lukas Brüning aus Kiel als beste Jugendliche nur auf Rang fünf. Das „TW-Silber" ging an Kaitschick/Gardeweg, 49 und 53 Jahre alt, vor dem 46-jährigen Berliner Steuermann Gunter Edinger mit Dennis Weichert. „Die Jugend von heute müsste noch härter trainieren, dann wäre sie auch erfolgreicher", sparte Thomas Kaitschick nicht mit kritischen Worten.

Auch bei den Formula 18-Katamaranen, eine besonders dynamische Bootsklasse, die viel Kraft und Ausdauer, aber auch Schnelligkeit erfordert, demonstrierten zwei altbekannte Routiniers ihre Klasse und demontierten die Jüngeren geradezu. Die Zarnekauer Brüder Helge und Christian Sach gehören zwar bereits der Ü50-Generation an, feierten jedoch ihren 16. Travemünder Woche-Sieg mit acht ungefährdeten Tagessiegen. „Erfahrung ist nicht alles", bestätigte Vorschoter Christian, „hundertprozentige Fitness durch Training und Wettkämpfe gehört auch dazu."


Und am Ende ihres glorreichen Auftritts drehten sie mit einigen anderen F18-Piloten unter Segeln auch noch eine Ehrenrunde über die Trave. Die Werbung in eigener Sache für die eigene Klasse untermauerte die Stärken der Travemünder Woche: Segeln zum Anfassen dicht vor den Augen eines zahlreichen Publikums.

Die „Idealnote null" schafften auch Vater und Sohn Ziegelmayer mit Philipp Meier als drittem Mann im Laser SB-3. Ferdinand, der jüngere, steuerte das Boot zu den acht Tagessiegen, Sebastian trimmte dazu. Uti und Frank Thieme aus Berlin leisteten sich im Korsar einen „Ausrutscher" und wurden nach fünf Tagessiegen zuvor im sechsten Rennen „nur" Zweite. Das reichte dem Ehepaar jedoch zum vorzeitigen Gesamtsieg, so dass es während der beiden letzten Wettfahrten schon unter der heißen Dusche stand. „Das Regattaprogramm der 120. TW war ein glatter Stich", bilanzierte der oberste Wettfahrtleiter Walter Mielke. Von acht Wettfahrttagen sei auf der Lübecker Bucht kein einziger komplett ausgefallen; und fast alle geplanten Rennen gingen über die acht Bahnen. Jetzt dürfen die ehrenamtlichen Teams zwei Tage Luft holen, ehe die TW-Wettkämpfe mit der IDJ+JüM am Dienstag um 11 Uhr fortgesetzt werden. Auch das Festivalprogramm auf der Landmeile geht in die zweite Runde. Bis zum 2. August steht Travemünde weiter Kopf.

www.travemuender-woche.de

24/07 2009

120. Travemünder Woche: Sach souverän in der Formula 18

Alter schützt vor Torheit nicht, sagt ein weises Sprichwort, aber schon gar nicht davor, dem Nachwuchs noch einmal zu zeigen, was eine Harke ist. So führt der 49-Jährige Thomas Kaitschick mit seinem Vorschoter Peter Gardeweg auf der 120. Travemünder Woche in der Piraten-Klasse, die ihre Generalprobe für die Internationalen Deutschen Jugendmeisterschaft in der kommenden Woche segelt. Die Lübecker eroberten am Freitag (24. Juli) mit einem Tagessieg in der fünften Wettfahrt die im vierten Rennen verlorene Gesamtführung vom Vortag zurück. Der 16-jährige Sebastian Bühler aus Günzburg zieht indes der olympischen Laser Radial-Klasse weiter einsam seine Kreise und scheint für die IDJM bestens gerüstet. 

Trotz eines aufziehenden Gewitters brachte das TW-Wettfahrtleiterteam um Walter Mielke auf allen Bahnen mindestens zwei Rennen über die Runden. Die Laser Radial schafften sogar drei, in denen Bühler nach einem fünften Rang, den er streichen durfte, einen Tagessieg und einen zweiten Platz landete. Sein Vorsprung vor Bastian Häusser aus Hohen Neuendorf beträgt vor dem Schlusstag schon zehn Punkte. An der Spitze der 420er liegt mit Nina Brenk und Daniel Ribnitzky weiter eine junge Mixed-Crew mit Steuerfrau aus Keltern vor der Mädchenmannschaft Hannah Knopp und Katharina Dittmer aus Duisburg (beide 16 Jahre alt).

Ungefährdet blieben die Zarnekauer Lokalmatadoren Helge und Christian Sach im Formula 18-Katamaran. Die Ex-Weltmeister lobten die umsichtige Regattaleitung, die frühzeitig die Gewittergefahr erkannt und richtig reagiert habe. „Besser eine halbe Stunde zu früh abbrechen als zehn Minuten zu spät", erklärte Torben Knappe vom NRV, Wettfahrtleiter der F18 auf Bahn Alpha. Er hatte von Beginn an nur eine kurze Bahn ausgelegt und konnte so schnell auf den Wetterumschwung reagieren. Auch das Berliner Korsar-Ehepaar Uti und Frank Thieme sowie die Ziegelmayer-Brüder Ferdinand und Sebastian aus Hamburg mit Philipp Meier im Laser SB-3 hielten sich weiter schadlos. Sie bewahrten wie die Sachs ihre weißen Westen. Travemünder Woche-Sieger 2009 im Folkeboot wurden Thomas Kruse, Jacob Schneider und Anna Grieger aus Ammersbek knapp vor der Jansen-Familie mit Olav, Peer und Jacob aus Strande. Allerdings konnten sich Kruse & Co. in der letzten Wettfahrt schon eine Frühstartdisqualifikation erlauben. Seit Freitag treffen bereits die ersten Teilnehmer der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften an der Lübecker Bucht ein. Sie bilden den zweiten Teil und sportlichen Höhepunkt der Jubiläums-Travemünder Woche. Die Titelkämpfe des Segelnachwuchses, deren Wettfahrten am Dienstag (28. Juli) starten, werden am Sonntag (26. Juli) eröffnet. Von 18 bis 19 Uhr geben sich fetzige Breakdancer und feurige Redner, angeführt vom Schleswig-Holsteins Finanz- und seit kurzem auch Innenminister Rainer Wiegard ein Stelldichein. Auf der Festivalbühne im Brüggmanngarten werden außerdem die frischgebackenen Bronzemedaillengewinner der 470er-Jugend-Weltmeisterschaft, Anika Lorenz und Annika Bochmann aus Berlin, sowie der Lübecker Sieger der Weltregatta Portimão Global Ocean Race, Felix Oehme, Rede und Antwort stehen. Die Eröffnung selbst nimmt der Präsident des Deutschen Segler-Verbands (DSV), der Berliner Rolf Bähr, vor.

Segeln in Zahlen

Ergebnisse vom siebten Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche (Freitag, 24. Juli) Olympische Klassen Laser Radial Gesamtstand nach acht Wettfahrten: 1. Sebastian Bühler (Günzburg) 9 Punkte; 2. Bastian Häusser (Hohen Neuendorf) 19; 3. Helge Bochmann (Falkensee) 19; 4. Florian Haufe (Hamburg) 26; 5. Lukas Feuerherdt (Brandenburg) 43; 6. Nico Eisl (Steinen) 45. Internationale und nationale Klassen

Folkeboot
Endstand nach sieben Wettfahrten: 1. Kruse/Schneider/Grieger (Ammersbek) 19 Punkte; 2. Jansen/Jansen/Jansen (Strande) 21; 3. Paulsohn/Rosehr/Hoffmann (Lübeck) 22; 4. Blank/Loerke/Loerke (Berlin) 23; 5. Rosehr/Jungkamp/Gaedeke (Lübeck) 28; 6. Rohrbeck/Lienau/Patzke (Mönkeberg) 35.

Formula 18 Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Helge und Christian Sach (Zarnekau) 5 Punkte; 2. Eckart Kaphengst/Sönke Kühl (Kiel) 12; 3. Christian Bräuer/Sandra Levgrün (Hamburg) 16; 4. Horst Fock/Alexander Gieszinger (Hamburg) 24; 5. Daniel Paysen/Nico Heinrich (Hamburg) 25; 6. Martin Friedrichsen/Rea Nies (Flensburg) 26. Laser SB-3 Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Ziegelmayer/Meier/Ziegelmayer (Hamburg) 5 Punkte; 2. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow) 13; 3. Petersen/Neumann/Andersen (Schleswig) 15; 4. Popken/Leopold/Nägele (Berlin) 19; 5. Werner/Stegmann/Lanatowitz (Hamburg) 20; 6. Kübler/Hesse/Will (Kiel) 26. Pirat Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Thomas Kaitschick/Peter Gardeweg (Lübeck) 7 Punkte; 2. Gunter Edinger/Dennis Weichert (Berlin) 7; 3. Jakob von Hausen/Sören Hadeler (Münster) 16; 4. Martin Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen) 22; 5. Kirstin Wöhlk/Lukas Breining (Kiel) 28; 6. Ben Uerlichs/Michael Bünten (Simmerath) 31. 420er Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Nina Brenk/Daniel Ribnitzky (Keltern) 14 Punkte; 2. Hannah Knopp/Katharina Dittmer (Duisburg) 26; 3. Kai Becker/Dorian Heitzig (Hamburg) 26; 4. Till-Jakob Kieweg/Pauline Liebig (Weinstadt) 27; 5. Britta Krüger/Jennifer Halle (Potsdam) 36; 6. Matthias Braun/Tim Federspiel (Markdorf) 40.

Korsar

Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Uti und Frank Thieme (Berlin) 4 Punkte; 2. Axel Oberemm/Gerd Linnemann (Berlin) 10; 3. Susi und Kicki Krüger (Hamburg) 12; 4. Dirk Braun/Sabine Gülker (Wuppertal) 12; 5. Friedel und Maik Indenklef (Duisburg) 23; 6. Marianne Müller/Susanne Trenkamp (Lübeck) 24.

23/07 2009

Travemünder Woche: Drei Crews ungeschlagen

Drei Crews mit lupenreiner weißer Weste überragten am sechsten Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche. Am Donnerstag (23. Juli) blieben die TW-Abonnementsieger Helge und Christian Sach aus Zarnekau auf ihrem Formula 18-Katamaran erneut genauso ungeschlagen, wie die Hamburger Ferdinand und Sebastian Ziegelmayer mit Philipp Meier bei den Laser SB 3 und das Ehepaar Uti und Frank Thieme (Berlin) im Korsar. In der für Frauen olympischen Laser Radial-Klasse dominiert in Travemünde das starke Geschlecht. Der Günzburger Sebastian Bühler verteidigte die Gesamtführung vier Punkte vor Helge Bochmann aus Falkensee. Beste weibliche Teilnehmerin ist die 19-jährige Janine Ennulat (Berlin). 

Die Travemünder Woche-Wettfahrten der Laser Radial gelten wie bei den 420ern und den Piraten bereits als Generalprobe für die in der zweiten Woche an gleicher Stelle beginnenden Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften (IdJ+JüM). Deshalb ist der 16-jährige Sebastian Bühler mit seinem bisherigen Abschneiden zufrieden: „Die drei Tagessiege machen mich für die IDJM zuversichtlich, denn damit hatte ich vorher nicht gerechnet. Aber nächste Woche wird es sicher härter." Bei den Titelkämpfen des Segelnachwuchses sind 160 Laser Radial gemeldet.

 

„Das sind mal wieder auf dem Papier einfacher aus, als es auf dem Wasser war", wollte Steuermann Helge Sach die Siege mit seinem Bruder Christian zwar nicht abschwächen, jedoch deutlich machen, dass ihnen nach Platz elf bei der F18-Weltmeisterschaft im belgischen Knokke auch in Travemünde nichts geschenkt werde. „Einmal sind wir ganz konservativ in der Mitte gestartet und haben die erste Luvtonne nur als Achte gerundet", ergänzte der Vorschoter. Dank ihrer Routine führte die Aufholjagd dann am Ende doch noch zum Erfolg.

 

Die Lokalmatadoren Thomas Kaitschick und Peter Gardeweg aus Lübeck führen das Pirat-Feld punktgleich vor Gunter Edinger und Dennis Weichert (Berlin) an. Dagegen dominiert bei den 420ern der Süden vor dem Westen. Auf Platz eins liegen Nina Brenk/Daniel Ribnitzky (Keltern) einen Punkt vor Hannah Knopp und Katharina Dittmer aus Duisburg.

 

 

Segeln in Zahlen

 

Ergebnisse vom sechsten Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche (Donnerstag, 23. Juli)

 

Olympische Klassen

 

Laser Radial Gesamtstand nach 5 Wettfahrten: 1. Sebastian Bühler (Günzburg) 6 Punkte; 2. Helge Bochmann (Falkensee) 10; 3. Bastian Häusser (Hohen Neuendorf) 15; 4. Lukas Feuerherdt (Brandenburg) 35; 5. Florian Haufe (Hamburg) 35; 6. Lars Beister (Berlin) 39. 

 

Internationale und nationale Klassen

 

Formula 18 Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Helge und Christian Sach (Zarnekau) 4 Punkte; 2. Eckart Kaphengst/Sönke Kühl (Kiel) 13; 3. Christian Bräuer/Sandra Levgrün (Hamburg) 15; 4. Daniel Paysen/Nico Heinrich (Hamburg) 20; 5. Martin Friedrichsen/Rea Nies (Flensburg) 22; 6. Frank Rübling/Martin Bach (Oststeinbek) 26. 

Folkeboot
Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Rosehr/Jungkamp/Gaedeke (Lübeck) 10 Punkte; 2. Kruse/Schneider/Lutzenberger (Ammersbek) 12; 3. Rohrbeck/Lienau/Patzke (Mönkeberg) 12; 4. Blank/Loerke/Loerke (Berlin) 15; 5. Jansen/Jansen/Jansen (Strande) 15; 6. Paulsohn/Rosehr/Hoffmann (Lübeck) 16.

 

Laser SB-3
Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Ziegelmayer/Meier/Ziegelmayer (Hamburg) 4 Punkte; 2. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow) 10; 3. Petersen/Neumann/Andersen (Schleswig) 14; 4. Werner/Stegmann/Lanatowitz (Hamburg) 14; 5. Popken/Leopold/Nägele (Berlin) 20; 6. Kübler/Hesse/Will (Kiel) 27.

 

Pirat

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Thomas Kaitschick/Peter Gardeweg (Lübeck) 6 Punkte; 2. Gunter Edinger/Dennis Weichert (Berlin) 6; 3. Jakob von Hausen/Sören Hadeler (Münster) 11; 4. Martin Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen) 16; 5. Nils Dauber/Bastian Offermanns (Aachen) 26; 6. Michael Baumgart/Arne Marien (Münster) 27.

 

420er

Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Nina Brenk/Daniel Ribnitzky (Keltern) 18 Punkte; 2. Hannah Knopp/Katharina Dittmer (Duisburg) 22; 3. Kai Becker/Dorian Heitzig (Hamburg) 25; 4. Jonas Nachtigall/Clemens Fabian (Fürstenwalde) 34; 5. Matthias Braun/Tim Federspiel (Markdorf) 39; 6. Benjamin Ahlers/Christian Beyer (Hamburg) 43.

 

Korsar

Gesamtstand nach drei Wettfahrten: 1. Uti und Frank Thieme (Berlin) 3 Punkte; 2. Axel Oberemm/Gerd Linnemann (Berlin) 6; 3. Susi und Kicki Krüger (Hamburg) 9; 4. Dirk Braun/Sabine Gülker (Wuppertal) 12; 5. Friedel und Maik Indenklef (Duisburg) 18; 6. Marianne Müller/Susanne Trenkamp (Lübeck) 19.

22/07 2009

Travemünder Woche: Bonezzi vor Neate und von der Bank

Der italienische „Großmeister" Andrea Bonezzi hat die 120. Travemünder Woche in der Contender-Klasse gewonnen. Bei den Pre-Worlds verwies er am Mittwoch (22. Juli) den Australier Jono Neate sowie den Eutiner Jan von der Bank auf die Medaillenränge. Weiter Gesamtsieger wurden Holger Sueße und Frank Bender aus Köln bei den Dyas sowie das Trio Roderich Uerlichs/Michael Bünten/Franz Stoffels aus Simmerath bei den Trias.Zum Regattaauftakt der olympischen Klasse Laser Radial, in der bei der TW Frauen und Männer in einem Feld antreten dürfen, hatte Sebastian Bühler aus Günzburg in zwei Wettfahrten unterm Strich den Bug vor Helge Bochmann (Falkensee) und dem Hamburger Florian Haufe. Eine Gewitterfront über Schleswig-Holstein hatte den Start der Tageswettfahrten am Vormittag zunächst verzögert, ehe der Finaltag der Contender, Trias und Dyas sowie der Auftakt der sechs neuen Bootsklassen 420er, Pirat, Formula 18, Folkeboot, Laser SB3 und Laser Radial begann.

Bei leichten bis mäßigen Winden, die in anhaltenden Schauerstaffeln in Stärke und Richtung schwankten, blieb es auf den meisten Bahnen dann bei einem Rennen. Das krönte den mehrfachen Contender-Weltmeister Andrea Bonezzi zum König von Travemünde, denn der Italiener gewann auch die achte Wettfahrt vor seinen Verfolgern. Hinter ihm lieferten sich Neate und von der Bank ein packendes Duell, das der australische Meister erst spät für sich entschied. „Ich bin auf dem letzten Vorwindgang zu weit auf die linke Bahnseite hinaus gefahren und dort in einer Zone flaueren Winds hängen geblieben", erklärte der deutsche Weltmeister von 2005 Platz drei. Dennoch bilanzierte er die Testregatta für die in Kürze im dänischen Sonderburg beginnende Weltmeisterschaft positiv: „Das mit Bonezzi wieder zu rechnen ist, war zu befürchten, aber wenn es eine nicht allzu starke Brise gibt, dürfte ich ihm Paroli bieten können."

Alle Meldungen zur 120. Travemünder Woche finden Sie hier Segeln in Zahlen 

Ergebnisse vom fünften Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche (Mittwoch, 22. Juli)

 

Olympische Klassen

 

Laser Radial
Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Sebastian Bühler (Günzburg) 4 Punkte; 2. Helge Bochmann (Falkensee) 5; 3. Florian Haufe (Hamburg) 7; 4. Lukas Feuerherdt (Brandenburg) 8; 5. Nico Eisl (Steinen) 14; 6. Thea Schweigler (Freiburg) 14.

 

Internationale und nationale Klassen

 

Contender Pre-Worlds
Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Andrea Bonezzi (Italien) 13 Punkte; 2. Jono Neate (Australien) 13; 3. Jan von der Bank (Eutin) 19; 4. Michele Benvenuti (Italien) 24; 5. Christoph Engel (Felde) 29; 6. Max Billerbeck (Bokholt-Hanredder) 41.

 

Dyas

Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Holger Sueße/Frank Bender (Köln) 13 Punkte; 2. Detlef Schweitzer/Norbert Schmidt (Rösrath) 15; 3. Günter Roland/Johannes Stricker (Deutschland) 25; 4. Lothar Schmidt/Ingo Günzel (München) 27; 5. Peter Brandt/Regula Bärlocher (Schweiz) 28; 6. Jens Leicher/Christian Laschewski (Koblenz) 31.

 

Trias

Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Simmerath) 10 Punkte; 2. Strang/Strang/Sturm (Mülheim/Ruhr) 12; 3. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 16; 4. Billig/Jumpertz/Mallmann (Simmerath) 21; 5. Stamm/Bittner/Wadzack (Berlin) 22; 6. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 34.

 

Formula 18
1. Wettfahrt: 1. Helge und Christian Sach (Zarnekau); 2. Eckart Kaphengst/Sönke Kühl (Kiel); 3. Christian Bräuer/Sandra Levgrün (Hamburg); 4. Daniel Paysen/Nico Heinrich (Hamburg); 5. Frank Rübling/Martin Bach (Oststeinbek); 6. Sven Lindstädt/Heiko Söhle (Norderstedt).

 

Folkeboot
Gesamtstand nach zwei Wettfahrten: 1. Rohrbeck/Lienau/Patzke (Mönkeberg) 4 Punkte; 2. Blank/Loerke/Loerke (Berlin) 5; 3. Rosehr/Jungkamp/Gaedeke (Lübeck) 7; 4. Kruse/Schneider/Lutzenberger (Ammersbek) 10; 5. Schenk/Wilkens/Kölpin (Bad Schwartau) 12; 6. Paulsohn/Rosehr/Hoffmann (Lübeck) 13.

 

Laser SB-3
1. Wettfahrt: 1. Ziegelmayer/Meier/Ziegelmayer (Hamburg) 2. Werner/Stegmann/Lanatowitz (Hamburg); 3. Schroeder/Gauter/Spiegel (Grabow); 4. Petersen/Neumann/Andersen (Schleswig); 5. Popken/Leopold/Nägele (Berlin); 6. Kübler/Hesse/Will (Kiel).

 

Pirat
1. Wettfahrt: 1. Thomas Kaitschick/Peter Gardeweg (Lübeck); 2. Gunter Edinger/Dennis Weichert (Berlin); 3. Michael Baumgart/Arne Marien (Münster); 4. Max Eick/Florian Eick (Bielefeld); 5. Martin Domian/Dirk Heuer (Rondeshagen); 6. Sebastian Bunte/Katharina Bohle (Bielefeld).

 

420er

1. Wettfahrt: 1. Till-Jakob Kieweg/Pauline Liebig (Weinstadt); 2. Hannah Knopp/Katharina Dittmer (Duisburg); 3. Kai Becker/Dorian Heitzig (Hamburg); 4. Jonas Nachtigall/Clemens Fabian (Fürstenwalde); 5. Benjamin Ahlers/Christian Beyer (Hamburg); 6. Nina Brenk/Daniel Ribnitzky (Keltern).

21/07 2009

Travemünder Woche-Siege für Kurfeld und Schwerdt

Kurfeld segelte souverän zum Sieg im Finn. Foto: Travemünder Woche/M. Könitzer

Die nächsten Gewinner der 120. Travemünder Woche kommen alle aus Deutschland oder Russland. Am letzten Wettfahrttag dreier olympischer Bootklassen lautete die Bilanz 2:1 für die Gastgeber. Die Solisten Jan Kurfeld (Warnemünde) im Finn Dinghy und Frithjof Schwerdt (Kiel) im Laser verteidigten Platz eins am Dienstag (21. Juli) genauso wie die russischen Brüder Mikhail und Maxim Sheremetiev im 470er. Neue Internationale Deutsche Meister im 505er wurden die Kieler Jens Findel und Johannes Tellen. „Das war zum Abschluss noch einmal Segeln vom Feinsten. Travemünde hat sich von seiner Schokoladenseite gezeigt", resümierte Jan Kurfeld die vier Regattatage, „die Finn Dinghys kommen sicher gerne wieder hier her." Und er allemal, denn mit seinem sechsten von acht möglichen Tagessiegen durfte sich der Vorjahressieger am Ende zurücklehnen, und den Sprung seines Rostocker Bruders Ulli auf den dritten Platz hinter dem Niederländer Karel von Hellermond begleiten. „Im August fahre ich zur Europameisterschaft an den Goldstrand im bulgarischen Varna", sagte der Nautik-Student, „da kann es dann gerne so wie hier weiter gehen." Auch Frithjof Schwerdt durfte den Finaltag genießen, denn seine russischen Verfolger hatten es offenbar mehr auf sich selbst abgesehen, als noch einen Angriff auf die Spitze zu wagen. So landete der Maschinenbau-Student zwei Tagessiege, obwohl er gar nicht so gut aus den Startlöchern gekommen war. „Zuerst habe ich mich allein über die linke Seite durchgemogelt, und im zweiten Rennen auf der Vorwindstrecke drei Boote überholt", berichtete der 21-Jährige. Hinter ihm beraubte sich Sergey Komissarov durch eine Frühstartdisqualifikation im letzten Rennen auch noch der „Silbermedaille", die an seinen punktgleichen Landsmann Maxim Semerkhanov ging.


Im gemischten 470er-Feld setzten die Däninnen Henriette Koch und Lene Sommer alles auf eine Karte, doch waren auch sie zu vorschnell am Start. Bei „schwarzer Flagge" (verschärfte Startregeln) zu früh über der Linie zu sein, bedeutete ebenfalls eine sofortige Disqualifikation. Es blieb bei Platz zwei hinter den Sheremetievs und vor den besten Deutschen. Stefan Schneider und Frank Thieme aus Berlin waren mit „Bronze" mehr als zufrieden. „Wir haben wenig trainiert und das maximal für uns mögliche herausgeholt", so Vorschoter Thieme, der ab Donnerstag (23. Juli) mit seiner Frau Uti im Korsar beim der 120. Travemünder Woche zum zweiten Mal an den Start geht.

Ihren ersten gemeinsamen Titel feierten Jens Findel und Johannes Tellen ausgerechnet in einem geliehenen 505er. Grund: Ihr Boot ist bereits auf dem Weg nach San Franzisco in den USA, wo im Spätsommer die Weltmeisterschaft stattfindet. „Das ist ein Starkwindrevier, was uns besonders liegen sollte", erklärte Findel, der Vorsitzender der deutschen 505er-Klassenvereinigung ist. Als eines von elf Booten aus seinem „Stall" lautet das Ziel Top Fünf. Umso glücklicher war der 28-jährige Betriebswirt, die IDM in Travemünde bei leichten bis mäßigen Winden aus Südwest für sich entschieden zu haben. „Wir fürchteten schon, mit der EM-Revanche würde es wieder nichts", so Jens Findel, „aber die zwei Tagessiege am Ende machen uns richtig glücklich." Rang zwei ging an die lange Zeit führenden Dietrich Scheder-Bieschin aus Hamburg und seinen Vorschoter Holger Jess aus Eckernförde vor Lutz Stengel und Frank Feller aus Rostock. Der Wiedereinstieg des Weltumseglers Boris Herrmann mit Julien Kleiner (beide Kiel) wurde mit Platz fünf belohnt. Im Zuge der Preisverleihung im Seglervillage der 120. Travemünder Woche erhielten Herrmann und sein Co-Skipper Felix Oehme (Lübecker Yacht-Club) noch einen Ehrenpreis des LYC für ihren grandiosen Sieg beim Portimão Global Ocean Race vor wenigen Wochen, das einmal rund um die Welt geführt hatte.

Die PreWorlds der Contender werden erst am Mittwoch (22. Juli) entschieden. Der italienische Altmeister Andrea Bonezzi nutzte die „Vorschlussrunde" für den Sprung an die Spitze. Denn der Australier Jono Neate kam im siebten Rennen nicht ins Ziel, das für den Eutiner Mitfavoriten Jan von der Bank schon am Start zu Ende war. Auch er wurde wegen Frühstarts disqualifiziert.

Einen überlegenen Gesamtsieg der 120. Travemünder Woche sowie ein gelungenes Comeback nach langer Verletzungspause feierte der mehrfache Welt- und Europameister Roland Gäbler mit seiner Frau Nahid (Tinglev) in der vormals olympischen Tornado-Klasse. Vor der Siegerehrung gedachten Teilnehmer und Besucher der Travemünder Woche der am Vortag beim Baltic Sprint Cup verunglückten Skipperin Sabine Jüttner-Storp von der Yacht „DHH Cross-Match" mit einem Schweigemoment. Sie war auf der zweiten Etappe der Hochseeregatta, die am 31. Juli auf der Travemünder Woche zu Ende geht, nahe der dänischen Insel Bornholm über Bord gegangen und nicht wiedergefunden worden.  


Segeln in Zahlen

 

Ergebnisse vom vierten Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche (Dienstag, 21. Juli)

 

Olympische Klassen

 

470er

Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Mikhail und Maxim Sheremetiev (Russland) 8 Punkte; 2. Henriette Koch/Lene Sommer (Dänemark) 21; 3. Stefan Schneider/Frank Thieme (Berlin) 26; 4. Vitaliy Moshkovsyy/Sergii Polishchuk (Ukraine) 28; 5. Wibke Wriggers/Geeske Genrich (Rostock) 30; 6. Ekaterina Bessonova/Elena Khryukina (Russland) 47.

 

Laser

Endstand nach elf Wettfahrten: 1 . Frithjof Schwerdt (Kiel) 12 Punkte; 2. Maxim Semerkhanov (Russland) 25; 3. Sergey Komissarov (Russland) 25; 4. Oltmann Thyen (Kiel) 29; 5. Tobias Feuerherdt (Kiel) 44; 6. Finn Hinzpeter (Lübeck) 53.

 

Finn Dinghy

Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Jan Kurfeld (Warnemünde) 6 Punkte; 2. Karel von Hellemond (Niederlande) 10; 3. Ulli Kurfeld (Rostock) 18; 4. Gert van der Heijden (Niederlande) 19; 5. Dirk Meid (Mendig) 26; 6. Ross Hamilton (Irland) 40.

 

 

Internationale und nationale Klassen

 

Internationale Deutsche Meisterschaften der 505er

Endstand nach sieben Wettfahrten: 1. Jens Findel/Johannes Tellen (Kiel) 17 Punkte; 2. Dietrich Scheder-Bieschin/Holger Jess (Hamburg/Eckernförde) 24; 3. Lutz Stengel/Frank Feller (Rostock) 24; 4. Christian Kellner/Hans-Heinrich Rix (Hechendorf) 28; 5. Boris Herrmann/Julien Kleiner (Kiel) 32; 6. Martin und Rainer Görge (Kiel) 35.

 

Contender Pre-Worlds Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Andrea Bonezzi (Italien) 18 Punkte; 2. Jan von der Bank (Eutin) 23; 3. Michele Benvenuti (Italien) 26; 4. Christoph Engel (Felde) 34; 5. Stuart Brown (Lübeck) 47; 6. Max Billerbeck (Bokholt-Hanredder) 49.  

Tornado
Endstand nach zwölf Wettfahrten: 1. Roland und Nahid Gaebler (Tinglev) 11 Punkte; 2. Sebastian Moser/Thomas Posch (Freiburg) 26; 3. Fridtjof Unger/Christian Busdiecker (Regensburg) 35; 4. Heiko Söhle/Thomas Noll (Lehrte) 41; 5. Zdenek und Jiri Pavlis (Tschechien) 51; 6. Arndt Meyer/Manfred Syrowy (Neustadt) 68.

 

Schwertzugvogel

Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Henry Kopplin/Jörg Wenzel (Berlin) 9 Punkte; 2. Axel Fischer/Martina Stemmer (Talheim) 11; 3. Manfred Brändle/Michael Hotho (Wuppertal) 12; 4. Jens Rohpeter/Stephan Uden (Bremen) 24; 5. Christoph Trettin/Robin Nolte (Bad Malente) 28; 6. Eckert und Meike Friedhoff (Steinhude) 30.

 

Int. Canoe IC

Endstand nach zehn Wettfahrten 1. Axel Bierwagen (Minden ) 16 Punkte; 2. Jan Stahl (Hildesheim) 20; 3. Anette Steimann (Klein Rönnau) 26; 4. Eckhardt Pagel (Buchholz) 32; 5. Roger Regitz (Berlin) 36; 6. Frederik Steimann (Klein Rönnau) 47.

 

Int. Canoe Taifun

Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Martin Droll (Lindow) 9 Punkte; 2. Claudius Junge (Schellhorn) 16; 3. Niklas Steimann (Klein Rönnau) 17; 4. Torben Kossel (Braunschweig) 21; 5. Johannes Meyer (Bremen) 35; 6. Marei Junge/Julika Hille (Schellhorn) 42.

 

Dyas

Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Holger Sueße/Frank Bender (Köln) 13 Punkte; 2. Detlef Schweitzer/Norbert Schmidt (Rösrath) 15; 3. Lothar Schmidt/Ingo Günzel (München) 27; 4. Peter Brandt/Regula Bärlocher (Schweiz) 28; 5. Jens Leicher/Christian Laschewski (Koblenz) 31; 6. Günter Roland/Johannes Stricker (Deutschland) 32.

 

Trias

Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Simmerath) 12 Punkte; 2. Strang/Strang/Sturm (Mülheim/Ruhr) 12; 3. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 18; 4. Stamm/Bittner/Dr. Wadzack (Berlin) 25; 5. Billig/Jumpertz/Mallmann (Simmerath) 28; 6. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 34.

 

www.travemuender-woche.de

20/07 2009

Travemünder Woche: Favoriten trotzten den Böen

Jan Hössermann und Crew gewannen mit ihrer „Pantha Rhei" (rechts) die MAN German Open der J24. Den Favoriten "Rotoman" (Mares/links) blieb Platz drei. Foto Travemünder Woche/Könitzer.

Stürmische Böen reduzierten am Montag (20. Juli) das Regattaprogramm der 120. Travemünder Woche. Gegen Mittag zog die Regenfront einer Tiefdruckrinne über die Lübecker Bucht und zwang zum Abbruch aller Rennen. Bis dahin hatten sich in ein bis zwei Wettfahrten der meisten Bootsklassen die Favoriten durchgesetzt. Die manroland German Open der J/24 ging überraschend an die Hamburger Crew um Jan Hössermann. Im Euro Grand Prix der 18-Footer siegten die Berliner Philipp Nocke, Hauke Hand und Urs Wilfahrt. Georg Borkenstein und Eike Dietrich aus Krummwisch wurden überlegene Travemünder Woche-Gewinner der INT. 14. 

„Gegen 13 Uhr spitzte sich die Lage zu", berichtete der oberste Wettfahrtleiter Walter Mielke, „da drohte auf der Seebahn noch ein schweres Gewitter." Die laufende neunte Wettfahrt der J/24 wurde genauso abgebrochen wie die Rennen der Dyas und Trias. Als Vorschoter Hubert Lankes von der gekenterten Dyas seines Skippers Heinrich Wegge aus Gmund bereits abgeborgen war, stieg Wettfahrtleiter Svend Hartog aus Lübeck höchstpersönlich über und steuerte das in Seenot geratene Boot mit dem entkräfteten Eigner an Bord selbst nach Hause.

 

Auf der J/24 „Pantha Rhei", was Altgriechisch ist und soviel wie „alles fließt" heißt, floss wenig später Bier und Schampus. Denn die junge Mannschaft von Jan Hössermann (24) mit Bruder Sören (21), Lars Krivohlavek (22) sowie Johan Wilckens (19) und Ole Harde (21) feierte ihren ersten Triumph bei einer Meisterschaft. Platz zwei am Schlusstag unterstrich noch einmal die großartige Serie der Hamburger. „Wir haben für diese Saison mehr als sonst trainiert und ernten jetzt die Früchte", freute sich der Skipper. Trotz eines Tagessiegs in der finalen Wettfahrt mussten sich die Topfavoriten der „Rotoman" um den Kieler Steuermann Kai Mares mit „Bronze" knapp hinter Manfred Königs Quintett der „Vitesse" aus Hamburg begnügen.

 

Kurz vor halb zwei herrschte auf der Bahn Delta bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 505er in den Regenböen nur noch 100 Meter Sicht. Mielke: „Dort haben wir das sechste Rennen auch mittendrin abgebrochen, weil es einfach zu gefährlich wurde." Zu dem Zeitpunkt war die Ziellinie für die Kieler Boris Herrmann und Julien Kleiner schon wieder zum Greifen nahe. Der Weltumsegler und der amtierende Europameister hatten zuvor bereits die erste Wettfahrt gewonnen. „Aber hinter uns zog es komplett zu, so dass wir die Entscheidung der Regattaleitung voll und ganz mittragen", sagte der 28-jährige Herrmann, der auf der „Beluga Racer" mit Felix Oehme vom Lübecker Yacht-Club das Portimão Global Ocean Race gewonnen hatte. Die IDM-Führung eroberten der Hamburger Dietrich Scheder-Bieschin und Holger Jess aus Eckernförde trotz eines siebten Tagesrangs zurück, weil sie ihren Ausrutscher (22.) vom Vortag nun streichen durften.

 

Auf Bahn Bravo vor der mecklenburgischen Küste kämpften die Einmannjollen mit den Unbilden des Wetters. Lasersegler Andreas Berg aus Hamburg wurde an den Strand gespült und dort von Hilfskräften mit einem Quad abgeholt. Contendersegler Michael Vonheiden aus Hannover bekam den Großbaum an den Kopf und ließ seine Platzwunde im Krankenhaus ambulant mit einigen Stichen nähen. Aber auch die Solidarität untereinander wurde groß geschrieben. Der Regensburger Ansgar Schneider kenterte seinen Laser freiwillig, um den Contender von Max Billerbeck (Bokholt-Hanredder) aufzurichten, der sich bereits fix und fertig an den Rumpf klammerte. Um 15.09 Uhr meldete Walter Mielke erleichtert „alle Boote zurück in Travemünde" und lobte die reibungslose Zusammenarbeit mit den Rettungskräften mit zuletzt dem Technischen Hilfswerk THW und der Wasserwacht.

 

An der Spitze des Laser-Klassements marschieren der Kieler Frithjof Schwerdt und der Russe Sergey Komissarov weiter im Gleichschritt. Jeder landete einen Tagessieg und einen zweiten Platz. Der Vorsprung des Deutschen verringerte sich aber um vier auf sechs Punkte, da Komissarov aufgrund des zweiten Streichresultats aufrückte. „Als ich erst vor ihm lag, habe ich ihn konsequent gedeckt", so der 21-jährige, „wir beim Matchrace." Der Russe sei aber besonders bei dem starken Wind enorm schnell unterwegs und im Zweikampf um die „TW-Krone" noch nicht abzuschreiben.

 

Auch der Warnemünder Jan Kurfeld zeigte sich von den frischen und stark böigen Winden unbeeindruckt und landete im Finn-Dinghy zwei weitere Tagessiege. „Das war jedoch viel knapper als es hinterher auf dem Papier aussieht", so der 21-Jährige, „ich habe die Holländer immer erst gegen Ende überholt." In der Zwischenwertung folgen ihm Karel von Hellermond nun vier Punkte und Gert van der Heijden elf Punkte zurück.

 

Den Berlinern Stefan Schneider und Frank Thieme gelang im gemischten 470er-Feld durch die Tagesplätze drei und zwei der Sprung in die „Medaillenränge", wobei den Russen Mikhail und Maxim Sheremetiev (2./1.) der Gesamtsieg kaum noch zu nehmen sein dürfte. Sie führen klar von der dänischen Frauen-Crew Henriette Koch und Lene Sommer (6./3.).

 

Mann des Tages bei den PreWorlds der Contender war der Italiener Andrea Bonezzi, der nach seiner Verletzung am Vortag mit einer Zahnspange zum Tagessieg und Platz drei segelte. Er dürfte am Dienstag in der Tabelle ganz nach vorne springen, weil er seinen Ausfall vom Auftakt mit Verlust dreier Zähne dann streichen kann. Bis dahin ist der australische Meister Jono Neate noch das Maß aller Dinge. Er holte sich nach Rang vier den zweiten Tagessieg und baute den Vorsprung auf den Eutiner Jan von der Bank um einen auf vier Zähler aus. „Im zweiten Rennen waren die Bedingungen schon an der Grenze", so der einheimische Weltmeister von 2005, „aber richtig haarig wurde es erst beim Einlaufen in die Hafeneinfahrt." In heftigen Böen knickten einige Contendermasten wie Streichhölzer.

 

Die Gesamtführung in der ehemaligen olympischen Tornado-Klasse verteidigten Roland und Nahid Gäbler, ohne am dritten Wettfahrttag überhaupt angetreten zu sein. Denn der mehrfache Welt- und Europameister wurde am Vormittag in Kiel als Teammitglied einer deutschen Extreme 40-Kampagne vorgestellt, die Ende August an gleicher Stelle am spektakulären iShares Cup der Großkatamarane teilnehmen soll. Die beiden verpassten Wettfahrten in Travemünde konnte das Ehepaar, das im dänischen Tinglev kurz hinter der Grenze zuhause ist, streichen und liegt vor dem Schlusstag am Dienstag (21. Juli) weiter auf Kurs zum Travemünder Woche-Sieg.

 

 

Segeln in Zahlen

 

Ergebnisse vom dritten Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche (Montag, 20. Juli)

 

Olympische Klassen

 

470er

Gesamtstand nach sieben Wettfahrten: 1. Mikhail und Maxim Sheremetiev (Russland) 7 Punkte; 2. Henriette Koch/Lene Sommer (Dänemark) 15; 3. Stefan Schneider/Frank Thieme (Berlin) 27; 4. Vitaliy Moshkovsyy/Sergii Polishchuk (Ukraine) 28; 5. Ekaterina Bessonova/Elena Khryukina (Russland) 40; 6. Martin Hauptmann/Timo Chorrosch (Berlin) 46.

 

Laser

Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Frithjof Schwerdt (Kiel) 10 Punkte; 2. Sergey Komissarov (Russland) 16; 3. Maxim Semerkhanov (Russland) 20; 4. Oltmann Thyen (Kiel) 22; 5. Tobias Feuerherdt (Kiel) 32; 6. Finn Hinzpeter (Lübeck) 39.

 

Finn Dinghy

Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Jan Kurfeld (Warnemünde) 5 Punkte; 2. Karel von Hellemond (Niederlande) 9; 3. Gert van der Heijden (Niederlande) 16; 4. Ulli Kurfeld (Rostock) 16; 5. Dirk Meid (Mendig) 24; 6. Uwe Kinast (Emden) 33.

 

Internationale und nationale Klassen

 

18-Footer German Open / European Grand Prix

Endstand nach neun Wettfahrten: 1. Nocke/Hand/Wilfahrt (Berlin) 8 Punkte; 2. Peter/Berner/Lemmel (Berlin) 14; 3. Hagenmeyer/Höfle/Mannes (Utting) 15; 4. Korjahn/Eyb/Schön/Mester (Bistensee) 36.

 

INT. 14

Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Georg Borkenstein/Eike Dietrich (Krummwisch) 7 Punkte; 2. Oliver Voss/Jens Holscher (Mielkendorf) 10; 3. Axel Reinsch/Felix Weidling (Kiel) 16; 4. Carmen Bernitt/Oliver Holste (Flensburg) 24; 5. Mark Schürch/Edda Thiessen (Kiel) 31; 6. Dirk Rother/Jens Kulenkampff (Lübeck) 32.

 

Internationale Deutsche Meisterschaften der 505er

Gesamtstand nach fünf Wettfahrten: 1. Dietrich Scheder-Bieschin/Holger Jess (Hamburg/Eckernförde) 12 Punkte; 2. Jens Findel/Johannes Tellen (Kiel) 15; 3. Lutz Stengel/Frank Feller (Rostock) 16; 4. Boris Herrmann/Julien Kleiner (Kiel) 19; 5. Michael Daisenberger/Bastian Henning (Penzberg) 21; 6. Christian Kellner/Hans-Heinrich Rix (Hechendorf) 22.

 

manroland J/24 German Open

Endstand nach acht Wettfahrten: 1. Jan Hössermann (Hamburg) 14 Punkte; 2. Manfred König (Hamburg) 19; 3. Kai Mares (Hamburg) 20; 4. Stefan Karsunke (Hamburg) 21; 5. Jan Kähler (Hamburg) 24; 6. Matthias Garzmann (Hannover) 37.

 

Contender Pre-Worlds
Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Jono Neate (Australien) 9 Punkte; 2. Jan von der Bank (Eutin) 13; 3. Michele Benvenuti (Italien) 20; 4. Stuart Brown (Lübeck) 28; 5. Jörg Dannemann (Hamburg) 30; 6. Andreas Voigt (Jüterborg) 40.

 

Tornado

Gesamtstand nach neun Wettfahrten: 1. Roland und Nahid Gaebler (Tinglev) 8 Punkte; 2. Sebastian Moser/Thomas Posch (Freiburg) 17; 3. Fridtjof Unger/Christian Busdiecker (Regensburg) 21; 4. Heiko Söhle/Thomas Noll (Lehrte) 34; 5. Zdenek und Jiri Pavlis (Tschechien) 36; 6. Andreas und Katharina Behem (Hamburg) 44.

 

Schwertzugvogel

Gesamtstand nach sechs Wettfahrten: 1. Henry Kopplin/Jörg Wenzel (Berlin) 7 Punkte; 2. Manfred Brändle/Michael Hotho (Wuppertal) 10; 3. Axel Fischer/Martina Stemmer (Talheim) 11; 4. Jens Rohpeter/Stephan Uden (Bremen) 27; 5. Christoph Trettin/Robin Nolte (Bad Malente) 28; 6. Ulrich Brach/Christoph Haussmann (Traben-Trarbach) 31.

 

Dyas

Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Detlef Schweitzer/Norbert Schmidt (Rösrath) 8 Punkte; 2. Holger Sueße/Frank Bender (Köln) 10; 3. Günter Roland/Johannes Stricker (Großdeutschland) 17; 4. Peter Brandt/Regula Bärlocher (Schweiz) 22; 5. Lothar Schmidt/Ingo Günzel (München) 23; 6. Eckhard Meyer/Jörg Mürau (Ochsenfurth) 28.

 

Trias

Gesamtstand nach vier Wettfahrten: 1. Strang/Strang/Sturm (Mülheim/Ruhr) 10 Punkte; 2. Uerlichs/Bünten/Stoffels (Simmerath) 11; 3. Stamm/Gläser/Wadzack (Berlin) 16; 4. Köhne/Köhne/Köhne (Berlin) 17; 5. Hanisch/Hallensleben/Hanisch (Berlin) 22; 6. Billig/Jumpertz/Mallmann (Simmerath) 23.

 

Int. Canoe IC

Gesamtstand nach acht Wettfahrten: 1. Axel Bierwagen (Minden ) 13 Punkte; 2. Jan Stahl (Hildesheim) 16; 3. Roger Regitz (Berlin) 18; 4. Eckhardt Pagel (Buchholz) 19; 5. Anette Steimann (Klein Rönnau) 21; 6. Frederik Steimann (Klein Rönnau) 39.

19/07 2009

Travemünde: Schwerdt, Kurfeld und Russen dominieren

Frithjof Schwerdt aus Kiel (Laser), der Warnemünder Jan Kurfeld (Finn Dinghy) und die russischen Brüder Mikhail und Maxim Sheremetiev dominieren nach dem Auftaktwochenende die olympischen Bootsklassen der 120. Travemünder Woche.


Bei leichten bis mittleren Winden übernahmen die Rostocker Lutz Stengel und Frank Feller die Führung der Internationalen Deutschen 505er-Meisterschaft, während Jan Hössermanns J/24-Mannschaft bei den German Open die Spitze punktgleich vor Manfred König (beide Hamburg) verteidigte. Auch die ersten Gesamtgewinner standen am Sonntag (19. Juli) bereits fest: Der Stockelsdorfer Vorjahressieger Donald Beike lag im A-Cat erneut vorn. Außerdem entschieden die Seesegler den Ostsee-Cup der Dickschiffe.„Ich kam am ersten Tag nicht optimal aus den Startlöchern, aber inzwischen läuft es wie geschmiert", meinte Deutschlands größte Olympiahoffnung im Finn-Dinghy, der mit zwei Tagessiegen am Niederländer Karel von Hellermond vorbeizog. Jan Kurfeld, der ursprünglich aus Wismar kommt, hofft 2012 bei den Spielen im englischen Weymouth dabei zu sein und irgendwann in die Fußstapfen der nationalen Segellegenden Willy Kuhweide und Jochen Schümann als Goldmedaillengewinner zu treten. Bis dahin ist es auch für Frithjof Schwerdt noch ein weiter Weg, zumal die nationale Laser-Spitze aufgrund einer Überschneidung im Regattakalender nicht vertreten ist. „Ich kann ja nur die schlagen, die hier sind", meinte der 21-Jährige selbstbewusst.

Auch ohne Tagessieg setzte er sich vom russischen Verfolger Sergey Komissarov deutlich ab, der nach sieben Rennen zehn Punkte Rückstand hat. Das gemischte 470er-Feld wird weiter von ausländischen Aktiven dominiert. Hatten die Sheremetiev-Brüder am Vortag die Däninnen Henriette Koch und Lene Sommer noch einmal passieren lassen müssen, behielten sie am Sonntag dreimal den Bug vorn und führen nach dem Streicher der schlechtesten Einzelwettfahrt mit der „Idealnote null" (vier Punkte). Das Frauen-Duo ist mit acht Zählern Zweiter. Beste Deutsche blieben Stefan Schneider und Frank Thieme aus Berlin als Fünfte (22). Die PreWorlds (WM-Testregatta) der Contender sah einen blutenden Ex-Weltmeister Andrea Bonezzi aus Italien, der nach der ersten Wettfahrt in den Hafen geschleppt wurde. Er hatte sich bei einer unglücklichen Kenterung drei Zähne ausgeschlagen.

Jan von der Bank, der 2005 die WM-Krone auf der Travemünder Woche holte, belegt hinter dem Australier Jono Neate Platz zwei. „Im zweiten Rennen gab es am Start eine Winddrehung um 30 Grad, so dass ich weghalsen musste", berichtete der Kieler, „am Ende noch Fünfter zu werden, war im grünen Bereich." Stark löchrige Winde am Nachmittag würfelten das Feld der 505er-IDM gehörig durcheinander. Die Top-Crew des ersten Tags, Dietrich Scheder-Bieschin und Holger Jess (Hamburg/Eckernförde) erwischte es derb: Platz 22 im vierten Durchgang. „Der dritte Rang zu Tagesbeginn war viel ärgerlicher, weil wir schon überlegen geführt hatten", kommentierte Vorschoter Jess. Das Gefühl kannten die Kieler Boris Herrmann und Julien Kleiner, denen der Trapezdraht riss und ein unfreiwilliges Bad in der Lübecker Bucht bescherte. „Das gehört auch dazu, auch wenn wie lieber schon mal unter die Top Drei gefahren wären", sagte Weltumsegler Herrmann. In Gesamtklassement kletterten sie trotzdem auf vier. Nicht viel besser erging es dem Feld der manroland J/24 German Open. In der siebten Wettfahrt hagelte es unter dem Spitzenmannschaften Ausrutscher.

„Es war unheimlich schwierig, konstante Plätze zu segeln, weil es nicht nur Windlöcher, sondern auch -dreher und beides gleichzeitig gab", erklärte der Hamburger Jan Hössermann. Mit seiner jungen Crew verteidigte er die Gesamtführung knapp und ist froh, sich das erste Mal auf einer Meisterschaft im Top-Trio festgesetzt zu haben. Das achte Rennen wurde schließlich in zunehmend irregulären Bedingungen abgebrochen und soll am Montag (20. Juli) nachgeholt werden.

Dann werden die Seesegler bereits bis zur Mittelstreckenregatta am Freitag (24. Juli) nach Grömitz pausieren. Die Ostsee Cup-Wertung der Kurzrennen gewannen die „Picaro" von Georg Westphal aus Lübeck (OSC I), die Armin Balsers „Sisqua" aus Frankfurt (OSC II), die Geesthachter „Tsunami" von Lutz Puoplier (OSC III) sowie die „KalkEi" des Rostockers Frank Schuberth (OSC IV) und die „patent3" von und mit Jürgen Klinghardt aus Bremen (OSC V).

18/07 2009

Travemünde: Gäblers und Scheder-Bieschin/Jess vorn

Scheder-Bieschin/Jess führten nach den ersten zwei Wettfahrten mit zwei Siegen bei den 505er. Foto M. Könitzer

Tornado-Champion Roland Gäbler und Frau Nahid sowie das 505er-Duo Dietrich Scheder-Bieschin und Holger Jess behielten am ersten Wettfahrttag der 120. Travemünder Woche weiße Westen. Dagegen prägten Frühstartdisqualifikationen der Favoriten am Sonnabend (18. Juli) den Auftakt der manroland J/24 German Open.

Mäßige bis frische westliche Winde hatten die Hitze der Vorwoche vertrieben und sorgten auf sieben Bahnen für hervorragende Segelbedingungen.„Wir waren sehr schlau unterwegs", meinte der hochzufriedene Vorschoter Holger Jess aus Eckernförde nach zwei überlegenen Tagessiegen bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 505er. Und lobte seinen Hamburger Steuermann: „Das hätte Europameister Wolfgang Hunger nicht besser gemacht." Dabei waren die Spitzenreiter beinahe gekentert und musste sich die Führung zurückerobern. Auch ein gebrochener Spinnakerblock hielt sie nicht auf. Zurück von der neunmonatigen Weltumseglung Portimão Global Ocean Race, das er mit dem Lübecker Felix Oehme gewonnen hatte, hielt Boris Herrmann erstmals wieder die 505er-Pinne in den Hand.

 Mit seinem Kieler Nachbarn Julien Kleiner, der mit Hunger im Juni die EM vor Kiel gewann, war er 2007 deutscher Meister und harmonierte wie vor zwei Jahren. Zwei sechste Plätze stimmten den 28-Jährigen froh: „Es geht auf Anhieb schon wieder ganz gut", so Herrmann, der an Land sofort an Bord seiner Class40-Yacht „Beluga Racer" stieg, die unter den staunenden Augen zahlreicher TW-Besucher an der Travepromenade festmachte.Das vielleicht glücklichste Pärchen in ganz Travemünde waren wohl die Eheleute Roland und Nahid Gäbler, die in Tinglev an der deutsch-dänischen Grenze wohnen. Der dreimalige Tornado-Weltmeister und olympische Bronzemedaillengewinner von Sydney 2000 legte nach langer Verletzungspause mit seiner Frau drei lupenreine Tagessiege hin. „Das Knie hat gehalten und alles andere auch", freute sich der Steuermann über sein gelungenes Comeback, „darauf können wir aufbauen."


Als die seegehenden Schiffe schon um 11 Uhr als Erste zu ihrem Ostsee-Cup auf der Lübecker Bucht waren, verzog sich eine intensive Regenfront gerade. Wettfahrtleiter Jens Kath brachte drei hart umkämpfte Wettfahrten über die Bahn und erntete von den Teilnehmern viel Lob. „Bei mittleren Winde um 15 Knoten gab es packende Manöver und Positionskämpfe", berichtete Kath.
Das international mit Frauen- und Männercrews gemischt besetzte Feld der olympischen 470er wird von den ausländischen Crews dominiert.

Die russischen Brüder Mikhail und Maxim Sheremetiev ließen einem Tagessieg Platz zwei folgen und hielten die dänische Spitzenmannschaft mit Henriette Koch und Lene Sommer, die den zweiten Tagessieg verbuchten, um einen Zähler auf Distanz. Beste Deutsche sind Stefan Schneider und Frank Thieme aus Berlin als Vierte knapp hinter Vitaliy Mashkovsyy und Sergii Polishchuk (Ukraine). In drei Laser-Rennen ungeschlagen blieb der Kieler Frithjof Schwerdt und hat vor dem Russen Sergey Komissarov schon vier Punkte Vorsprung. Die zweite olympische Einmannklasse Finn Dinghy sah die Wismarer Brüder Jan und Ulli Kurfeld auf der Jagd nach dem Niederländer Karel von Hellemond, der mit Tagessieg und Rang zwei den Bug insgesamt knapp vorne behielt.Als die erfolgshungrigen J/24-Segler zu vorschnell wurden, verschärfte Wettfahrtleiter Svend Hartog die Startregeln und zog die „schwarze Flagge".

Prompt erwischte es in der dritten Wettfahrt die Top-Favoriten. Sowohl der Kieler Kai Mares auf der „Rotoman" als auch der Hamburger Kieler Woche-Sieger Peer Kock auf der „Seglershop" wurden neben sechs weiteren Konkurrenten wegen Frühstarts disqualifiziert. Sie hoffen nun auf das fünfte Rennen am Sonntag (19. Juli) nach dem das schlechteste Einzelresultat gestrichen werden darf. Dann beginnen auch die Pre-Worlds der Contender sowie die Rennen der Dyas du Tryas, während der Ostsee-Cup der Dickschiffe auf der Seebahn A und die A-Cat-Konkurrenz bereits entschieden werden. Das Wetter soll wechselhaft, dafür der gute Segelwind erhalten bleiben.

17/07 2009

Die 120. Travemünder Woche ist eröffnet

Bei der Eröffnung (vlnr): Peter Harry Carstensen Gabriele Schopenhauer Bernd Saxe und Wolfgang Tiefensee

1.323 Boote, mehr als doppelt so viele Seglerinnen und Segler aus 20 Nationen und ausnahmsweise 17 Tage Regatta und Festival vom feinsten - seit 18 Uhr und einer Minute am Freitagabend (17. Juli) ist eine Travemünder Woche der Superlative eröffnet. Zum 120. Jubiläum glänzt die schönste Segelveranstaltung der Welt mit neuen Rekorden, dank der Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften im zweiten Teil. Mit der Zahl der Aktiven soll auch die Besucherschar in den kommenden gut zwei Wochen auf mehr als 1,3 Millionen anwachsen. Es ist angerichtet.



„Heißt Flagge!", sprach Bürgermeister Bernd Saxe die knappen Worte, mit denen traditionell die fünfte Jahreszeit in Lübecks schönster Tochter beginnt. Und der Schirmherr des runden Geburtstags war voll des Lobes: „Die Travemünder Woche bringt Sport, Spaß und Spannung auf dem Wasser und an Land in unnachahmlicher Weise zusammen." Landesvater Peter Harry Carstensen schien sich fernab der akuten politischen Turbulenzen an der Travemündung regelrecht wohl zu fühlen. „Die TW ist ein glänzendes Aushängeschild für das Urlaubs- und Sportland Schleswig-Holstein", so der Ministerpräsident, „mit einem der besten Segelreviere der Welt."


Und weil es in Travemünde so schön ist, kam Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee nach seiner Premiere im Vorjahr als Überraschungsgast wieder. „Die zunehmende Bedeutung der Sportschifffahrt und des Wassersports auch als Wirtschaftsfaktor wird in einem Großevent wie der Travemünder Woche besonders deutlich", so Tiefensee, „es ist mir eine Ehre und ein Vergnügen, auch beim runden Geburtstag wieder dabei zu sein. Als Carstensen noch das ehrenamtliche Engagement der mehr als 300 Helferinnen und Helfer herausstellte, applaudierten genauso viele Ehrengäste des Lübecker Yacht-Clubs als Hauptveranstalter nachhaltig.

Die gesamte Prominenz von Lübecks Stadtpräsidentin Gabriele Schopenhauer bis zum Vorsitzenden der Geschäftsführung des Hauptsponsor Messe Düsseldorf, Werner Dornscheidt, dankte ihnen für den bundes- und landespolitischen Rückenwind.

Ihrer ganz besonderen Vorbildfunktion wurden zwei herausragende Hochseesegler gerecht. Boris Herrmann aus Kiel und der Lokalmatador Felix Oehme, die vor wenigen Wochen das Portimão Global Ocean Race rund um die Welt gewonnen haben, sprachen stellvertretend für alle 1.323 Teilnehmer aus Australien, Österreich, Belgien, Kanada, Tschechien, Dänemark, Spanien, Finnland, Großbritannien, Irland, Italien, Japan, den Niederlanden, Neuseeland, Polen, Russland, der Schweiz, Schweden, der Ukraine und last but not least Deutschland, deren Flaggen wenig später auf „Befehl" des Bürgermeisters gehisst wurden, den sportlichen Eid. Sie schwörten, die Regel zu achten und ihr Bestes zu tun, um zu siegen - so wie auf fast 30.000 Seemeilen und allen Weltmeeren die vergangenen neun Monate zuvor auch.

Aus gutem Grund, denn Boris Herrmann ist ab Sonnabend (18. Juli) auf der Travemünder Woche am Start, wenn um 11 Uhr auf der Lübecker Bucht die ersten Startschüsse fallen. Zusammen mit einem guten Freund und Nachbarn, dem amtierenden Europameister Julien Kleiner, tritt Herrmann bei der Internationalen Deutschen Meisterschaft der 505er an. Gemeinsam hatte sie die vor zwei Jahren auch schon gewonnen.Im Mittelpunkt der Regattatage stehen am Wochenende außerdem die Pre-Worlds der Contender, die manroland J/24 German Open und die Wettfahrten der Dickschiffe auf der Seebahn. In der zweiten, der „Travemünder Wochen" heißt es dann Leinen los für den besten Segelnachwuchs Deutschlands.

In allen acht offiziellen Bootsklassen beginnen ab Dienstag (28. Juli) die Internationalen Deutschen Jugend- und Jüngstenmeisterschaften, unter anderem allein mit 233 Optimisten, dem kleinsten aller Segelboote.