Kurzsprint ins polnische Gdynia
Am Sonntagmittag (27. Juli) machte sich die Flotte des Baltic Sprint Cups auf den Weg nach Gdynia (Polen). Zur dritten Etappe schlägt die Stunde der Navigatoren und Taktiker. Moderater Schiebewind verspricht beste Bedingungen für die 57 gestarteten Crews. Aber ein gutes taktisches Konzept ist gefragt.
Schönster Sonnenschein und eine perfekte Brise begrüßte die Segler des Baltic Sprint Cups an der Startlinie im Litauischen Klaipeda zur dritten und mit 111 Seemeilen kürzesten Etappe. Nach einer drei Seemeilen langen Startkreuz konnten die Crews ihre großen bunten Spinnaker setzen und Kurs Gdynia anliegen. Nur der Wegepunkt „Charlie" muss noch an Backbord gelassen werden, um der russischen Küste nicht zu nahe zu kommen.
„Chaos Quarante" von Thomas Nielsen (Eckernförde) führte die Flotte erneut an, bis Reinhold Riel mit der „Sinfonie Sylt" us der zweiten Startgruppe aufholte. Im dritten Start der Racer hatten es der merikaner Mike Castania mit seiner „Danebury" und „Inschallah" (Volker Andreae, Hamburg) besonders eilig. Sie mussten nach einem Frühstart die Startlinie nochmals überqueren.
Die litauische Crew der „Ambersail" von Steuermann Linas Ivanauskas konnte dafür ihre Revierkenntnisse ausspielen und rauschte in Lee als schnellste Yacht des dritten Starts durch das Feld.
Nun müssen sich die Crews voll und ganz auf die Bootsgeschwindigkeit und das feinfühlige Taktieren konzentrieren. Wo finde ich einen Hauch mehr Wind als der Gegner? Wie positioniere ich mich zu den zu erwartenden Winddrehungen?
Wo finde ich noch etwas Schiebeströmung? Es ist jetzt an den Navigatoren und Taktikern, die richtige Route vorzugeben.
„Regattasegeln vom Feinsten", verspricht auch Meeno Schrader von der Firma Wetterwelt. „Alles deutet darauf hin, dass sich die Crews einen Vorteil ersegeln können, die früh im Ziel sind. Denn der Wind wird sich im Laufe der Nacht ein wenig zur Ruhe begeben", erklärt der Meteorologe aus Kiel. „Er wird nicht gänzlich einschlafen, da besteht Hoffnung, aber um zwei Windstärken abnehmen. Und das ist bei dem achterlichen Wind unangenehm. Hier darf man gespannt sein, wer sich optimal zu dieser Situation positioniert und am besten damit umgehen kann", so Schrader.
Die Flotte der Baltic Sprint Cup Yachten hat auf der dritten Etappe Zuwachs bekommen und zieht nun mit 57 Yachten weiter. Die unter US-Flagge segelnde „Fujimo" mit polnischer Crew unter Skipper Zbigniew Skoczylas ist dazu gekommen und die ebenfalls polnische „Nauticus" geht mit Skipper Maciej Polańsi für den Navy Yachtclub „Kotwica" an den Start. Für die „X-Wing" unter Skipper Ulrich Proschaska ging der Urlaub indes zu Ende und die Crew
verabschiedete sich von der Regatta.
Zuvor bot die litauische Hafenstadt Klaipeda den 430 Teilnehmern des vierten Baltic Sprint Cups einen ganz großen Bahnhof. Das Klaipeda Sea Festival verabschiedete die Segler mit einem zünftigen Hafenfest und einer beeindruckenden Auslaufparade. Dabei war die Gruppe internationaler Segler am Sonnabend sogar Teil einer großen Parade gewesen, die durch die Straßen von Klaipeda bis zum alten Hafen führte. Am Abend wurden während der großen Feier auch die Sieger und platzierten der zweiten Etappe von Karlskrona (Schweden) nach Klaipeda geehrt.
Die ersten Yachten werden bereits gegen Mitternacht im Polnischen Ziel
erwartet. In der Bucht von Gdansk kommt es dann zu einem Novum des Baltic Sprint Cups: Am Dienstag (29. Juli) sind dort zwei Kurzrennen angesetzt, die zusammen als eine Etappe gewertet werden. Das Finale der 710-Seemeilen-Regatta (rund 1.300 Kilometer) startet dann am Mittwoche (30. Juli) über 171 Seemeilen nach Rønne auf Bornholm/Dänemark, wo am 1. August die Gesamtsieger gekürt werden. Die zweiwöchige Regatta startete am 18. Juli erstmals in Deutschland (Travemuende) und führt über fünf Ostseeanrainerstaaten.
Weitere Informationen, den Fleettracker mit aktuellen Positionsmeldungen und Fotos gibt es im Internet unter www.balticsprintcup.com.














