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24/07 2008

Bilderbuchwetter zum zweiten Sprintstart nach Klaipeda


Zur besten Mittagszeit ging es am Mittwoch (23. Juli) vor der schwedischen Hafenstadt Karlskrona hoch her. Die Flotte des vierten Baltic Sprint Cup versammelte sich an der Startlinie um die zweite Etappe anzutreten. Das 190 Seemeilen lange Teilstück der zweiwöchigen Regatta führt nach Klaipeda (Litauen). Insgesamt werden in vier Etappen 710 Seemeilen abgesegelt und fünf Länder besucht. Die Regatta endet am 1. August in Rønne auf Bornholm/Dänemark.

Der südöstliche Schärengarten von Schweden bot eine traumhafte Kulisse für den zweiten Start der Vier-Etappen-Regatta durch fünf Ostseeanrainer. Bei Sonnenschein schob eine gute Brise das Feld der 56 Baltic Sprint Cup-Yachten in drei Starts über die Linie. Nun liegt Kurs Ost in Richtung Klaipeda (Litauen) an.

Erneut konnten die Crews ihre großen Vorsegel (Spinnaker) hissen und bunte Tupfer zwischen die Felseninseln setzen. Diesmal allerdings schickte Regattaleiter Alan Green vom Veranstalter SAIL & RACE die schnellen Rennyachten der Racer-Division vorweg und ließ die kleineren Yachten folgen, um Gedrängel an der ersten Wendetonne und zwischen den felsigen Schären zu vermeiden.

Die Kieler „Outsider" von Tilmar Hansen erwischte den besten Start, aber die deutlich größere „Calypso" (25 Meter) von Gerd Clausen aus Hamburg setzte sich schnell an die Spitze des Feldes und zeigte als erste Yacht ihren großen Gennaker. Aber nicht nur die „Outsider" ist ihr auf den Fersen, auch die „Scho-ka-kola" von Uwe Lebens aus Norderstedt und die „Ambersail" unter Skipper Naglis Nasvytis, die es in die litauische Heimat zieht, jagen die größte Yacht im Rennen. Im zweiten Startfeld segelte die Flensburger „Black Jack" von John Welding vorweg. Im dritten Start zog erneut die „Chaos Quarante" von Thomas Nielsen aus Eckernförde als Erste davon, wobei die „Flying Circus" von Wolfgang Uecker aus Lübeck auf dem Fuße folgte.

Zwar ist die zweite Etappe etwa 25 Seemeilen kürzer als das Auftaktrennen, das am vergangenen Sonnabend während der 119. Travemünder Woche gestartet wurde, es wird aber vermutlich länger dauern, denn das Wetterszenario verspricht gänzlich unterschiedliche Bedingungen. „Auf den ersten Blick geht es so weiter, wie es am Sonntag auf der Ziellinie war, nämlich mit Wind aus Südwest, allerdings deutlich schwächer mit Stärke drei, Böen obere vier", erklärt Diplom-Meteorologe Meeno Schrader von der Firma „Wetterwelt". „Der trägt die Schiffe zunächst immerhin in die richtige Richtung", so der Kieler Experte. „Am Abend aber nimmt der Wind langsam ab. Vorübergehend regt sich sehr wenig, auch die See liegt ziemlich glatt. Am sehr frühen Donnerstagmorgen ist die flaue Phase dann geschafft. Der Wind kommt dann aus Nordnordost, weht also gegen an und nimmt wieder zu", prophezeit Schrader.

„Das erste Leg war sehr schnell und hat riesig Spaß gemacht. Jetzt sind wir gespannt, wie die zweite Etappe bei ganz anderen Wetterbedingungen läuft", sagt Marcus Mattis aus Kiel von der „guts'n glory". „Die Stimmung in der Flotte ist klasse. Das Ganze ist wie ein großer Wanderzirkus und alle helfen sich unheimlich viel untereinander", so Mattis, der an Bord der brandneuen Rogers 46 von Christopher Wuttke segelt und gleich auch die sportliche Seite in den Vordergrund rückt: „Unser Schwesterschiff, die ‚Danebury‘ hat sehr gute Leute an Bord, und den ersten Sieg auch verdient, jetzt wollen wir sehen, ob wir an der Kreuz Boden gut machen können", so Mattis.

Inken Braunschmidt, Skipperin der „KPMG"-Frauencrew zeigte sich vor dem zweiten Lauf ganz entspannt: „Erst in der Nacht bekommen wir ein Problem. Da soll es trickreich werden, wenn der Wind einschläft. Wir fahren auch bei wenig Wind noch gut, da unser Boot leicht ist. Aber die schwereren Schiffe dürften es auf dieser Etappe schwer haben."

Die „Flying Circus" vom Neustädter Segelverein um Eigner und Skipper Wolfgang Uecker machte sich auf den Weg, den ersten Platz zu verteidigen. „Wir haben im ersten Rennen 40 Minuten Vorsprung nach berechneter Zeit vor der ‚Chaos Quarante‘ raus gesegelt und hoffen, dass wir da noch etwas drauflegen können. Auf Raumschot-Kursen waren die sehr schnell. Solche Bedingungen sind nun aber nur anfangs zu erwarten", so Uecker.

Es kämpfen 56 Yachten auf dem Weg nach Klaipeda um den Sieg. Die „Vanguard" des Kielers Philip Lubinus hat sich aus der Regatta abgemeldet, dafür stieß aber die internationale Crew der „Tiger" unter Skipper Robin Oberst (Kopenhagen/Dänemark) zur Flotte dazu. Die 38 Fuß (11,60 Meter) lange Yacht segelt unter britischer Flagge und gehört zu den prominenten Booten. Der berühmte Brite Sir Robin Knox Johnson segelte mit der „Tiger" bereits einhand rund um die Britische Insel und Irland.

Vor dem Start hatte sich die Flotte wie schon zum Auftakt in Travemünde in einer fröhlichen Auslaufparade von den schwedischen Zuschauern verabschiedet. Und am Vorabend wurde in der „Bastion Aurora" zünftig gefeiert. Dabei wurden die Sieger der ersten Etappe geehrt: die „Danebury" von Mike Castania (USA) in der Racer-Division und die „Flying Circus" von Wolfgang Uecker (Lübeck) in der Cruiser-Division.

„Karlskrona hat uns mit Bilderbuchwetter verabschiedet und insgesamt einen ganz tollen Eindruck bei allen hinterlassen", sagte Organisationsleiter Henning Rocholl (Hamburg). „Wir werden den Hafen sicherlich in den kommenden Baltic Sprint Cup wieder einbinden, so gut hat es uns hier gefallen", so Rocholl. Der nächste Stopover, Klaipeda ist bereits zum dritten Mal Anlaufpunkt des Baltic Sprint Cups. Die ersten Yachten werden ab Donnerstagmittag in Litauen erwartet.


Weitere Informationen, aktuelle Positionsmeldungen und Fotos im Internet unter www.balticsprintcup.com.


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