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20/07 2008

Baltic Sprint Cup: „Outsider“ am schnellsten













Die Kieler „Outsider“ von Tilmar Hansen war beim Auftakt des vierten Baltic Sprint Cups der Hochseesegler schnellste Yacht und erreichte am Sonntagvormittag nach einer rasanten Wettfahrt über die westliche Ostsee das schwedische Etappenziel Karlskrona. Für die 216 Seemeilen aus Travemünde brauchte die Crew der Elliott 52 nur gut 19 Stunden. Sie war mit 55 Booten am Tag zuvor auf der 119. Travemünder Woche gestartet. Der Etappensieger steht jedoch erst fest, wenn auch die kleineren Boote im Ziel sind. Der Hauptteil des Feldes hatte am Sonntagnachmittag noch rund ein Drittel der Strecke vor sich und kämpfte mit teils stürmischen Wetterbedingungen. Der Baltic Sprint Cup führt über vier Etappen und 710 Seemeilen in fünf Länder und endet am 1. August im dänischen Rønne.„Das war eine tolle Wettfahrt. Bis auf eine heftige Gewitterfront hatten wir traumhafte Segelbedingungen“, berichtete Hansen zufrieden aus dem sonnigen Karlskrona, „nur in einer orkanartigen Gewitterböe flog der Regen bei gut 50 Knoten Wind waagerecht.“ Dabei krängte die knapp 16 Meter lange „Outsider“ so stark, dass der Mast flach auf dem Wasser lag und der Spinnaker nur noch in Fetzen geborgen werden konnte. „Aber ansonsten ist nicht viel passiert, wir trocknen jetzt alles und freuen uns hier zu sein“, so Hansen. Nicht alle Teams erwischte das Gewitter so hart, doch wurde zumindest von stürmischen Böen bis zu 35 Knoten berichtet.Tilmar Hansen (58) ist für seine bestens vorbereiteten Segelprojekte bekannt, denn er segelt gerne schnell und am liebsten schneller als die anderen. Im vergangenen Jahr steuerte Hansen seine „Outsider“ beim Blue Race von Newport (USA) nach Hamburg vor allen anderen über den Atlantik. Bereits 1983 gewann der Kieler Kaufmann für Deutschland den legendären Admiral’s Cup als inoffizielle Mannschaftsweltmeisterschaft der Hochseesegler.Nach einem spannenden Start des Baltic Sprint Cups am Sonnabend wechselte die Führung auf der Etappe häufig. „Nach zwei Stunden lagen wir im Fight mit der ‚Calypso‘ zu weit in Lee am Rand eines Windfelds“, berichtete „Outsider“-Navigator Ole Satori (Kiel). „Dabei überholten uns die drei weiter in Luv platzierten Rogers 46 und die 60 Fuß lange ‚Ambersail‘.“ Erst später schlug die „Outsider“ zurück und ließ die Konkurrenz mit Geschwindigkeiten von bis zu 22 Knoten wieder hinter sich.Die 25-Meter-Yacht „Calypso“ – zehn Meter länger als die „Outsider“ – vom Hamburger Gerd Clausen folgte als zweites Schiff im Ziel. Danach erreichte die litauische Crew mit der goldlackierten V.O. 60 „Ambersail“ Karlskrona. Erstaunlich schnell und deutlich vor ihren Schwesterschiffen kam die Rogers 46 „Danebury“ von Mike Castania (USA) als vierte Yacht an. Wie das Rennen aber berechnet, also unter Einbeziehung der Handicap-Faktoren ausgeht, kann erst gesagt werden, wenn alle Yachten angekommen sind. Wegen des stürmischen Wetters hat sich die Crew der „Vanguard“ um Skipper Philip Lubinus aus Kiel von der Etappe abgemeldet und den Hafen von Sassnitz auf Rügen angelaufen. Als Doppelpackung hat der Deutsche Hochseesportverband Hansa (DHH) gleich zwei Frauencrews ins Rennen geschickt. Auf der „KPMG“ mit Skipperin Inken Braunschmidt aus Dortmund segelt ein Teil des Teams, das bereits im vergangenen Jahr gemeinsam den Atlantik während des Blue Race überquert hat. Allerdings tauschte Braunschmidt jetzt das Schiff und segelt nun mit einer nur 10,60 langen Yacht vom Typ A-35. Auch Sabine Juettner-Storp (Glücksburg) war mit auf der Reise über den großen Teich. Jetzt ging sie selber als Skipperin einer Frauencrew mit dem eigenen Schiff, der „DHH Cross Match“ an den Start. Und als drittes rein weibliches Team segelt Kirsten Harmstorf mit ihrer eingespielten Hamburger Crew auf der Bashford 41 „TUI“ den Etappensprint mit. 24 Stunden nach dem Start lag das Team im vorderen Drittel. Am Abend des Starttages berichtete die Skipperin von Bord: „Es ist immer wieder schön, als letzte Startergruppe das Feld von hinten aufzuräumen... Vor etwa einer Stunde zog ein heftiges Gewitter mit knapp 28 Knoten Wind genau über uns... viele Boote nahmen den Spinnaker weg... wir nicht. Das brachte uns eine Menge. Die Stimmung ist super!“ Weitere Informationen, aktuelle Positionsmeldungen und Fotos im Internet unter www.balticsprintcup.com. 


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